Lehrerinnen der Schwanenschule in Wermelskirchen bereiten den ersten Schultag vor.

Erster Schultag : Fit für das neue Schuljahr

Nicht nur Eltern und Kinder erwarten gespannt den ersten Schultag. Auch die Lehrerinnen der Schwanenschule müssen noch viel vorbereiten, ehe die neuen i-Dötze loslegen können.

Für Kinder ist es der große Tag, wenn sie zum ersten Mal zur Schule gehen dürfen. Für Eltern bedeutet es viel Arbeit: Hefte, Stifte und Tornister müssen rechtzeitig besorgt werden. Wer jetzt glaubt, Lehrer könnten sich ins gemachte Nest setzen, weil sie ja doch Jahr für Jahr das gleiche Programm runterspulen, irrt. Die Lehrerinnen der Schwanenschule bereiten sich schon vor und während der Ferien auf die neuen Erstklässler vor.

Die Lehrerinnen kommen regelmäßig zusammen, so auch an diesem Morgen in den Ferien. Gemeinsam besprechen sie den Ablauf der Einschulungsfeier und die ersten Schultage. In Absprache mit Eltern und Kindergärtnern legen sie fest, auf welchem Stand jedes Kind ist. „Manche Kinder können schon lesen, andere benötigen viel Übung, um Buchstaben aus Wörtern herauszuhören“, sagt Gabriele Nauroth. Abhängig davon, wie weit ein Kind ist, legen die Lehrerinnen die Bücher und Unterrichtsmaterialien fest. „Wir möchten das Kind dort abholen, wo es steht“, sagt Gunhild Dahlhoff in die Runde. Das sei der Grundgedanke von Inklusion: Individuell lernen aber gemeinsam in der Gruppe entwickeln. Darin sind sich alle einig.

Der letzte Elternabend im alten Schuljahr galt nicht den Kindern, die schon zur Schule gehen. Eingeladen werden Schüler und Eltern der zukünftigen ersten Klassen. „Die Eltern wollen ein Gefühl dafür kriegen, wer ihr Kind unterrichten wird. Außerdem haben sie viele Fragen, die schon im Vorfeld geklärt werden könne. Und für die Kinder sind wir keine vollkommen Fremden mehr“, erklärt Ilona Brand. Sie ist eine der sieben Lehrerinnen, die an der Schwanenschule die ersten und zweiten Klassen unterrichten. Unterstützt werden sie von zwei Sonderpädagoginnen. Während der Ferien treffen sich die Lehrerinnen dann mit den Kollegen der dritten Klassen, denn auch die Schüler des vergangenen Jahres sollen ordentlich übergeben werden. „Das machen wir dann aber im Privaten, im Garten“, verrät Christiane zur Heide, „dafür kommen wir nicht hier in die Schule.“

Gabriele Nauroth (r.) und Sarah Gilges unterrichten die Schüler der ersten und zweiten Klassen. Foto: RP/Christian Albustin

Bevor das neue Schuljahr losgehen kann, müssen Stundenpläne, Telefonlisten und Sitzordnung geschrieben werden. „Die großen Paten möchten neben ihren kleinen Paten sitzen“, erzählt Pauline de Brün. Zusätzlich legen die Lehrerinnen fest, welche Aktionen für das kommende Schuljahr geplant sind, welche Feste und Ausflüge anstehen. Auch in den Klassenräumen gibt es viel zu tun. „Vor den Ferien mussten wir die Klassenräume komplett leer räumen, da diese in den Ferien grundgereinigt wurden“, erklärt Judith Adam. Nach der Reinigung mussten all die Bücher, Poster und Arbeitshefte wieder aus den Umzugskartons raus und in die Regale eingeräumt werden.

Zwei Kinder im neuen Schuljahr brauchen besondere Aufmerksamkeit, eines davon ist Bluter. „Wenn etwas passiert, müssen wir wissen, welche Rettungsmaßnahmen wir ergreifen dürfen“, erklärt Monika Reusch, eine der zwei Sonderpädagoginnen. Für ein weiteres Kind kommt eine Gebärdensprachlerin hinzu. Auch das müssen die Lehrerinnen mit einplanen. Insgesamt sieben gemischte erste und zweite Klassen werden im kommenden Schuljahr die Schwanenschule besuchen. Jede Klasse bekommt ein Tier zur Wiedererkennung: Es wird Raben-, Mäuse-, Känguru-, Bären-, Frosch-, Schnecken- und Delphinschüler geben. „Die Kinder bekommen ihr Tier als Anstecker. Damit können sie sich identifizieren und wir finden sie leichter wieder“, erklärt Lena Lorenz. Auch die Namensschilder werden von den Lehrerinnen gebastelt und liegen schon parat, wenn die i-Dötze ihre Klasse zum ersten Mal betreten. Nicht nur diese werden dann aufgeregt sein.