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Landtagswahl NRW 2022 - Ergebnisse: So hat Wermelskirchen​ gewählt

So wählt Wermelskirchen : Reul (CDU) und Clemens (AfD) im Landtag

Herbert Reul legt im Kreis fast sieben Prozent zu, Jürgen Langenbucher (Grüne) fast elf Prozent. Alle anderen Direktkandidaten verlieren.

Der Rheinisch-Bergische Kreis, aber auch die Nordkreisstadt Wermelskirchen sind eine sichere Bank für konservative Politiker. Herbert Reul startete bei der Landtagswahl durch und holte im Stadtgebiet 48,5 Prozent der Stimmen – und überflügelte damit Rainer Deppes Ergebnis von 2017, den damals 46,36 Prozent der Wermelskirchener wählten. Er wurde im Wahlkreis 22 mit mehr als 51,1 Prozent direkt in den Landtag gewählt. Carlo Clemens (AfD) ist ebenfalls sicher im Landtag. Er rückt über die Landesliste ein.

Sebastian Lemmer (SPD) verlor: Nur 19,5 Prozent der Wermelskirchener wählten den Sozialdemokraten, 2017 hatte Heike Engels 27,6 Prozent der Stimmen erreicht. Marco Frommenkord (FDP) holte 8,4 Prozent (2017 8,97 Prozent für Esser). Jürgen Langenbucher (Grüne) verbesserte sein Ergebnis von 2017 von 4,85 Prozent auf 15,1 Prozent. Mike Galow (Die Linke) holte 2,12 Prozent (2017: 3,44 Prozent), Carlo Clemens (AfD) 5,62 Prozent (2017: 5,85 Prozent), Simon Pugnaghi 0,8 Prozent.

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Als um 18 Uhr die erste Prognose über den großen Bildschirm flimmerte, brach im Kreishaus in Bergisch Gladbach der Jubel bei der CDU los. Die Sozialdemokraten waren eher kleinlaut, Marco Frommencord (FDP) aus Wermelskirchen war sprachlos. Er habe mit Verlust gerechnet, aber dass dieser so schmerzhaft werde, damit habe er nicht gerechnet. Er ärgert sich darüber, dass die AfD im Landtag ist. „Wir werden alles analysieren. Dass wir vom Aufwind der Bundestagswahl nicht profitiert haben, verstehe ich nicht. Es muss sich etwas ändern.“

 Gute Mienen zu einem enttäuschenden Wahlergebnis der Sozialdemokraten: Gerhard Zorn (l.), Vorsitzender der SPD im Kreistag, und Direktkandidat Sebastian Lemmer.
Gute Mienen zu einem enttäuschenden Wahlergebnis der Sozialdemokraten: Gerhard Zorn (l.), Vorsitzender der SPD im Kreistag, und Direktkandidat Sebastian Lemmer. Foto: Udo Teifel

Ein strahlender Hermann-Josef Tebroke ist sichtlich stolz auf seinen Direktkandidaten Herbert Reul als Nachfolger von Rainer Deppe. Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete sagt: „Herbert Reul hat als Innenminister eine überzeugende Arbeit geleistet. Er redet nicht viel, handelt und springt nicht hin und her. Das hat der Wähler honoriert: Er weiß, dass man sich auf Reul verlassen kann.“ Der Leichlinger habe, davon ist Tebroke überzeugt, wesentlichen Anteil daran, dass die CDU ein so gutes landesweites Ergebnis erzielt habe.

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Für Sebastian Lemmer (SPD), der für Heike Engels eingesprungen ist, war am Wahlabend wichtig, dass die „Landesregierung abgewählt“ worden sei. Das Ergebnis für die SPD sei enttäuschend. „Ich sehe mich aber nicht als Lückenfüller“, so Lemmer: „Ich bin als Ratsmitglied in Leichlingen tätig. Ich werde weitermachen, denn viele Probleme sind nicht gelöst. Ich sehe die Niederlage auch als einen Ansporn.“

 Die Bundestagsabgeordneten Hermann-Josef Tebroke (r. / CDU) und Mike Außendorf (Grüne / mit Ehefrau Anke) sowie Ulrike Ehren (2.v.r.).
Die Bundestagsabgeordneten Hermann-Josef Tebroke (r. / CDU) und Mike Außendorf (Grüne / mit Ehefrau Anke) sowie Ulrike Ehren (2.v.r.). Foto: Udo Teifel

Als Gewinner, aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen auch als zukünftiges Landtagsmitglied, darf sich Jürgen Langenbucher von den Grünen fühlen. Auf Platz 56 der Landesliste hat er den Einzug ins Landesparlament noch nicht sicher geschafft. Dafür hätte seine Partei mindestens 20 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen müssen. Ob er dennoch künftig in Düsseldorf Politik macht, hängt unter anderem von Überhangmandaten ab. Seine eigene noch offene Lage konnte Langenbuchers Stimmung angesichts des Wahlergebnisses der Grünen im Land aber nicht trüben: „Besser geht es nicht, das ist eine echte Ansage“, sagte er zum Abschneiden der Partei. Die holte kreisweit 18,5 Prozent, er 15,7 Prozent.

Als der Wahlsieger Herbert Reul gegen 21 Uhr im Kreishaus eintraf, war der Großteil der Christdemokraten schon feiern. Sein Ergebnis mit über 50 Prozent als Direktkandidat habe er sich „nicht träumen lassen“. Für ihn sei es wichtig, nun auch ein Mandat zu haben: „Damit wird die Macht größer. Ich kann mit abstimmen.“ Er sieht jetzt viel Arbeit vor sich: „Nur Sicherheit geht nicht Als Abgeordneter höre ich mir Sorgen der Bürger im Kreis an.“ Die CDU holte kreisweit 41,7 Prozent – 2017 waren es 35,7 Prozent.