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Lagezentrum des Kreises stößt an die Grenzen

Corona-Lage im Rheinisch-Bergischen Kreis : Lagezentrum stößt an die Grenzen

Es wird Wartezeiten bei anderen Dienstleistungen der Kreisverwaltung geben, weil dort Mitarbeiter abgezogen wurden. Die Belastungsgrenze ist erreicht.

Das Coronavirus zwingt nun auch die Kreisverwaltung in die Knie: Das Lagezentrum des Kreisgesundheitsamtes ist zum Ende der vergangenen Woche an seine derzeitige Kapazitätsgrenze gelangt. Das teilt jetzt die Kreisverwaltung mit. Um die Kontaktpersonenverfolgung weiterhin zu gewährleisten, wurden bereits umgehend Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen. So werden beispielsweise wieder Mitarbeitende aus anderen Aufgabenbereichen der Kreisverwaltung vorübergehend ins Lagezentrum abgeordnet, um bereits entstandene Rückstände abzuarbeiten und dem Entstehen weiterer entgegenzuwirken. Krisenstab und Lagezentrum hoffen so, dem derzeitigen hohen Fallzahlaufkommen gerecht zu werden.

Dass das Lagezentrum nunmehr die Belastungsgrenze erreicht hat, hat mehrere Gründe: Zum einen die seit letzter Woche stark ansteigenden Infektionszahlen, zum anderen die hohe Belastungssituation der Labore, denn die Meldungen der Labore an das Gesundheitsamt erfolgen derzeit schubweise, was zu den täglich neuen Höchstwerten an Infektionen zusätzliche Arbeitsspitzen bedeutet. Zudem sind bei den Mitarbeitenden des Lagezentrums Krankenstände zu verzeichnen. Die gemeldeten Fallzahlen der letzten Tage entsprechen deshalb derzeit nicht der tatsächlichen Corona-Lage. „Die Situation ist äußerst angespannt“, erklärt Gesundheitsdezernent Markus Fischer. „Aufgrund der immens hohen Infektionszahlen – sowohl im Bereich von Indexfällen wie auch bei betroffenen Einrichtungen im Kreisgebiet – entstehen aktuell Rückstände in der Kontaktpersonennachverfolgung. Diese Rückstände werden schnellstmöglich aufgearbeitet, die Zahlen werden sukzessive nachgetragen.“ Wann eine vollständige Aufarbeitung erfolgt sein wird, steht noch nicht fest.

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Nach den derzeit gültigen Regeln haben sich Infizierte und deren häusliche Kontaktpersonen selbst unmittelbar in Quaranäne zu begeben und auch ihre weiteren Kontaktpersonen selbst zu informieren. Konkret beziehen sich die Rückstände auf die Eingabe der Fallzahlen in das Softwaretool, den Versand der Informationsschreiben an Kontaktpersonen von Infizierten und das Ausstellen von Quarantänebescheinigungen für Arbeitgeber.

Konkret verstärkt das Gesundheitsamt das Personal im Lagezentrum: Zusätzlich zur laufenden Unterstützung durch die Bundeswehr werden neue Mitarbeitende eingestellt, die die Arbeit des Lagezentrums unterstützen. Parallel zu diesen Maßnahmen werden erneut Mitarbeitende aus anderen Bereichen der Verwaltung hinzugezogen. Aufgrund dessen könnten reguläre Dienstleistungen in den kommenden Wochen noch einmal mehr Zeit in Anspruch nehmen als üblich. Einrichtungen der Sicherheit oder der täglichen Versorgung sind nicht von Einschränkungen betroffen.

„Wir tun alles was uns möglich ist, um die Kontaktpersonennachverfolgung weiterhin sicherzustellen, es kommt jedoch zurzeit leider zu Verzögerungen in der Bearbeitung“, so Fischer.

(tei.-)