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L101 in Wermelskirchen – ab Montag ist Geduld gefragt​

Verkehr in Wermelskirchen : L 101 – ab Montag ist Geduld gefragt

Baubeginn ist in Pantholz. Für die Kita-Kinder aus Dhünn, die in Grunewald betreut werden, hat die Stadt keine Lösung gefunden. Landwirt Mühlinghaus hat erfolgreich Gespräche mit der Baufirma geführt, um zu seinen Wiesen zu kommen.

Jetzt wird es langsam ernst: Ab Montag ist die Landstraße 101 zwischen Sonne und Stumpf gesperrt. Dann kommt dort für wenigstens sechs bis sieben Wochen kein Fahrzeug mehr durch. Der Grund ist hinlänglich bekannt: Die Landstraße wird auf einem Abschnitt von 5,5 Kilometern zwischen Stumpf und Dreibäumen saniert. Nicht in einem Rutsch, sondern in drei Abschnitten. Denn erst im Frühjahr 2023 wird zwischen Habenichts und Dreibäumen saniert.

Beginn ist am Montag kurz hinter der Einmündung Pantholz. Darüber wurden jetzt die Anlieger in einem Brief der Baufirma informiert. Die alte Fahrbahndecke wird aufgenommen und neu hergestellt. Ebenfalls werden die im Untergrund liegenden Schäden saniert. Waren die Planer anfangs noch von zehn bis zwölf Wochen Arbeitszeit ausgegangen, wird die jetzt auf sechs bis sieben Wochen reduziert.

Der erste Abschnitt, so teilt die Baufirma Eurovia mit, ist noch einmal in drei kleine Abschnitte unterteilt, sodass versucht wird, die Zufahrten zu den Grundstücken bestmöglich zu gewährleisten. Zum Ende des ersten Bauabschnitts wird die Asphaltdecke aufgetragen. An diesen Tagen ist die Straße auch von Anliegern nicht befahrbar.

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Auf der Bürgerversammlung wurden von Betroffenen Probleme angesprochen, die bisher nicht alle gelöst wurden. So muss eine Mutter aus Dhünn Urlaub nehmen, um ihr Kind zu betreuen, das in der Kita Grunewald ist. Der Vorschlag, die betroffenen Kinder in anderen Kindergärten unterzubringen, scheint nicht möglich. Auf Anfrage der Redaktion teilte die Stadtverwaltung mit, dass 13 Kinder in der Kita Grunewald sich in einer ähnlichen Situation befänden wie von der Mutter geschildert. „Die Stadt kann aber erst nach Ende der Schließzeit, also am 11. Juli, mit den Leitungen der städtischen Kitas in der Innenstadt prüfen, wie und ob die Stadt Lösungen für die Kinder anbieten können“, so Sprecherin Kathrin Kellermann.

Der Busverkehr in den betroffenen Bereichen wird von der Regionalverkehr Köln GmbH von Dabringhausen über Hilgen nach Wermelskirchen umgeleitet. Die einzige Ausnahme ist Finkenholl: Diese Hofschaft im Eifgental wird nicht angefahren. Ob eventuell ein Anruf-Sammeltaxi (AST) für die wenigen Anwohner angeboten wird, will die RVK zeitnah noch prüfen, so Sprecherin Andrea Jahn. Erst mit Beginn der Schule werden dort Sonderbusse eingesetzt, um die Schüler zur Schule und zurück zu bringen, so die Stadtverwaltung auf Anfrage.

Denn der Start der Baumaßnahme wurde bewusst zu Beginn der Sommerferien gelegt, um die Verkehrseinschränkungen, eben besonders im Schulverkehr, so gering wie möglich zu halten.

Gesichert ist auch die Müllabfuhr in den gesperrten Abschnitten, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Stadt hat inzwischen auch eine Kontaktperson angegeben, die Fragen von betroffenen Anwohnern beantwortet. Während der Bauphase ist dies Robert Irnstetter vom Landesbetrieb Straßenbau.NRW, Baubüro Wermelskirchen. Vorzugsweise ist er per Mail unter Robert.Irnstetter@straßen.nrw.de zu erreichen, aber auch telefonisch unter 02196 886214. Von der Baufirma Eurovia ist Stephan Bode unter Telefon 02241 480555 Gesprächspartner für Anlieger. Er ist per E-Mail unter stephan.bode@eurovia.de erreichbar. Laut Bode stehen er und seine Mitarbeiter auf der Baustelle gern bei Rückfragen zur Verfügung.

Eine Lösung gefunden wurde für Landwirt Torsten Mühlinghaus. Er hatte sich, wie ihm bei der Bürgerversammlung vom Vertreter der Baufirma versprochen wurde, mit den Verantwortlichen zusammengesetzt. „Ich sehe der Vollsperrung jetzt relativ gelassen entgegen“, sagte Mühlinghaus im Gespräch mit der Redaktion. Die Straße werde für den Verkehr gesperrt, aber im Einzelfall dürfe er in Absprache mit der Baufirma mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen durchfahren. „Ich denke, wir hatten ein gutes Gespräch und einen vernünftigen Umgang miteinander. Das zählt.“ Am Montag hat er noch ein Gespräch mit dem Polier vor Ort. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, soll auch mit allen weiteren betroffenen Landwirten direkt zu Beginn der Bauarbeiten ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Baufirma stattfinden, um direkt Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.

Warum aber muss die L 101 saniert werden? An diversen Stellen gbt es tiefe Rissen im Asphalt. Angesichts der gestiegenen Verkehrsbelastungen dieser Lebensader für viele Verkehrsteilnehmer sowie eines höheren Gewichts heutiger Kraftfahrzeuge ist die Tragfähigkeit der Landstraße nicht mehr sichergestellt. Die L101 zählt überdies zu den Deutschen Alleenstraßen. Da die L 101 so schmal ist, ist eine halbseitige Sperrung aus Arbeitssicherheitsgründen nicht möglich.