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„KulturScouts“ gehen zweimal im Jahr auf Tour

Bildung in Wermelskirchen : „KulturScouts“ gehen zweimal im Jahr auf Tour

Seit 2015 gibt es das Projekt, damit Schüler Kulturorte kennenlernen. Dabei sind das Gymnasium und die Sekundarschule.

Sie bezeichnen sich selbst als „Spurensucher, die ihre Kulturregion erkunden wollen“. Die „KulturScouts“ Bergisches Land gibt es im fünften Jahr, insgesamt 23 Kulturorte zwischen Mettmann und Nümbrecht, zwischen Bergisch Gladbach und dem Städtedreieck Wuppertal, Remscheid, Solingen laden Schüler der Klassen fünf bis zehn ein, sie kennenzulernen. In Wermelskirchen gibt es zwei Schulpartner, das Gymnasium und die Sekundarschule. An zwei Tagen im Jahr wird das Klassenzimmer in einen der Kulturorte verlegt. Spielerisch soll Kultur im weiteren Sinne erfahren werden. Wichtigstes Ziel ist dabei, mit an den Lehrplan anknüpfenden Workshops das Interesse daran zu wecken.

Das Gymnasium ist von Anbeginn dabei, um die Koordination kümmert sich dort Lehrerin Daniela Kortebusch. „Wir haben das Projekt an unserer Schule in der Klasse sechs verortet, denn wir haben mit dieser Altersstufe gute Erfahrungen gemacht“, sagt Daniela Kortebusch. Außerdem, ergänzt sie, komme so jedes Jahr eine neue Klasse an die Reihe. Von den zwei Besuchen würden sich die Schüler das erste selbst aussuchen können. „Der zweite Termin ist dann in der Regel ein Theaterbesuch. Aus dem Grunde, weil wir die Schüler so schon einmal auf die Theater-AG in der Jahrgangsstufe sieben vorbereiten wollen“, sagt Daniela Kortebusch. Das Projekt komme bei den Schülern gut an, sagt die Lehrerin. „Wir haben von Beginn an gute Resonanzen bekommen. Die Rückmeldungen sind durch die Bank sehr positiv.“

Alex Wydra von der Sekundarschule hat das Projekt von seiner Kollegin Iris Mybes übernommen. „Sie hat vor zwei Jahren angefangen und es dann an mich weitergegeben“, sagt der Geschichtslehrer, der auch das Fach Darstellen und Gestalten unterrichtet. An der Sekundarschule soll eine Klasse von der siebten bis zur einschließlich neunten Jahrgangsstufe am Projekt teilnehmen. „Wir haben uns für die durchlaufende Teilnahme entschieden. Nur die Klasse zehn wird sich dann auf ihren Abschluss vorbereiten. Da bleibt für solche Aktivitäten nur wenig Raum“, sagt Alex Wydra. Er selbst ist von dem Projekt absolut begeistert. „Das ist eine ganz tolle Sache, aus der auch Beziehungen über den Ausflug hinaus entstehen.“

So wolle etwa der Regisseur Christoph Stec vom Theater- und Konzerthaus Solingen eine Kooperation mit der Sekundarschule weiterführen. In diesem Schuljahr waren seine Schüler im Klingenmuseum in Solingen und haben dort einen Workshop zum Thema Fechtkampf erlebt. „Da fanden sie besonders eindrucksvoll, dass es zunächst gar nicht ums Kämpfen ging, sondern vielmehr um Ritterlichkeit und Fairness“, sagt Alex Wydra. Die Kompetenzen, die die Schüler bei den Workshops vermittelt bekämen, würden dann auch im Unterricht umgesetzt. „Das ist sehr nachhaltig“, sagt der Geschichtslehrer.

Seine Kollegin vom Gymnasium stimmt zu. „Es geht oft weit über den Unterricht hinaus. Wir waren etwa einmal im Planetarium Erkrath. Das haben wir dann im Kunstunterricht mit Fantasie-Planeten nachbearbeitet“, sagt Daniela Kortebusch. Es sei besonders gut, weil die Lerneffekte weit über den normalen Unterricht hinausgingen. Die Sechstklässler von Daniela Kortebusch freuen sich auf einen Theaterbesuch im zweiten Halbjahr, nachdem sie im ersten im Neanderthal Museum waren. „Es ist eine Bereicherung für alle Teilnehmer“, sagt sie.Das sieht auch Alex Wydra so. „Die Schüler erleben bei den Workshops Dinge, die sie sonst nicht erleben würden. Ich bin wirklich froh, dass es das Projekt gibt“, sagt der Sekundarschullehrer. Und ergänzt lächelnd: „Und die Schüler auch, das wird bei jedem Ausflug wieder deutlich.“