Wermelskirchen: Kulturpolitik soll Stadtpolitik werden

Wermelskirchen : Kulturpolitik soll Stadtpolitik werden

Kultur hat für den zuständigen Ersten Beigeordneten Stefan Görnert einen hohen Stellenwert. Deshalb möchte er die Kultur in der Stadt weiterentwickeln - für mehr Integration, für mehr Identifikation und für die Stadtentwicklung.

Eines steht für Stefan Görnert nicht zur Diskussion: "Die Kattwinkelsche Fabrik bleibt ein Mittelpunkt in der Stadt. Sie muss so gut weitergeführt werden wie bislang auch schon", sagt der Erste Beigeordnete der Stadt. Daran ändere auch die Entscheidung nichts, dass der Kulturmanager der Katt, Achim Stollberg, künftig zusätzlich zu seinen Aufgaben in der Katt in einer Stabsstelle, die direkt an das Dezernat von Görnert angegliedert ist, die Fäden der Kultur in Wermelskirchen in den Händen halten soll.

"Kultur in unserer Stadt muss sich weiterentwickeln, zur Integration, Identifikation und für die Stadtentwicklung im Gesamten", sagt Görnert. Kultur sei für ihn ein Standortvorteil, weil sie die Gesellschaft auch zusammenhalte. Deshalb ist es Görnert auch so wichtig, für Anfang Juli zu einer Kulturkonferenz einzuladen. Er halte die Bestandteile Bildung, Kultur und Sport für eine gute Kombination, wolle das Amt im Rathaus aber nicht auseinanderreißen.

Deshalb übernehme die neue Stabsstelle mit Achim Stollberg den kulturellen Bereich; um den Kinder- und Jugendbereich der Katt, den Stollberg bislang auch betreut habe, kümmere sich künftig das Jugendamt, und der Sport bleibe natürlich im zuständigen Amt. Nach Angaben von Görnert soll Stollberg versuchen, die Kultur in Wermelskirchen zu koordinieren. "Wir wollen niemanden gängeln, sondern ein Forum schaffen für alle Kulturtreibenden", sagt er. Er hoffe, dass dadurch ganz viele Beteiligten auch von Synergien profitieren könnten.

Dabei werde auch die Kulturinitiative mit Michael Dierks an der Spitze eng eingebunden, "denn auch das Haus Eifgen spielt für uns eine wichtige und zentrale Rolle", sagt Görnert. Aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes (HSK) gebe es aber keine Chance, eine zusätzliche Stelle zu schaffen. Deshalb sei die Lösung mit Achim Stollberg vernünftig.

Die Übernahme der neuen Aufgaben durch einen Ehrenamtlichen lehnt Görnert ab. Er möchte gerne eine professionelle Betreuung von offizieller Seite garantieren, um damit auch den enormen Stellenwert und die große Bedeutung der Kultur bei der Stadtverwaltung zu betonen. "Ich weiß, dass das ein Versuchsballon ist, aber bislang erscheint die Kultur ja noch nicht einmal im Organigramm der Stadt", sagt Görnert. Deshalb sehe er die Stadt und die Gesellschaft als Ganzes - mit Kultur.

"Wir möchten auch niemandem etwas aufdrängen, aber Achim Stollberg soll koordinieren, ein Forum bieten, als Mentor auftreten und moderieren", wünscht sich der Erste Beigeordnete, der aber auch nicht verhehlt, dass sich an der Struktur der Katt künftig etwas verändern muss. Dazu zähle sicher nicht nur ein repräsentatives Büro für Stollberg. "Wir müssen mit dem Personalamt auch über den Stellenplan sprechen. Fest steht aber, dass Stollberg alleine verantwortlich für die Katt bleiben soll" sagt Stefan Görnert.

Ihm sei es wichtig, dass der Kern der Katt nicht verwässert werde und der gute Ruf der Einrichtung weit über die Stadtgrenzen von Wermelskirchen hinaus gewahrt bleibt. Für neue Ideen sei er immer offen und gesprächsbereit.

"Wir wollen einen Prozess anstoßen und vor allem jetzt keine Zeit vergeuden", sagt Görnert. Da die Kattwinkelsche Fabrik nun kein Eigenbetrieb mehr, sondern der Stadt unterstellt sei, erhoffe er sich einen neuen Aufschlag für diese kulturelle Einrichtung, aber auch für die gesamte Kultur in der Stadt und mithin auch für alle Kulturtreibenden. "Und das alles wollen wir nicht hinter verschlossenen Türen besprechen, sondern offen mit allen kommunizieren und uns austauschen", sagt der Erste Beigeordnete.

(RP)