1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Kulturinitiative: kulturelles Angebot sichten, prüfen, neu organisieren

Wermelskirchen : Kulturinitiative: kulturelles Angebot sichten, prüfen, neu organisieren

Vielleicht steht am Anfang tatsächlich die Frage: "Was ist überhaupt Kultur?". Mit diesem Satz überraschte Uwe Christoph, Diskussionsgast aus Odenthal, die Teilnehmer beim Kulturstammtisch vergangene Woche. An der Reaktion war abzulesen, dass sich damit noch niemand so richtig beschäftigt hatte.

Jeder Teilnehmer ist sicher, dass sein Bereich zur Kultur gehört. Musik, Ausstellungen, Theater oder Kabarett gehören ganz klar zur Kultur. Doch wie steht es mit dem Geschichtsverein, dem Fahrradverein und den Sportvereinen? Wird der Begriff noch weiter gefasst, geht es zur "Gastronomiekultur" oder "Industriekultur". Der gesamte Bereich ist im Umbruch.

Die Kattwinkelsche Fabrik als zentraler kultureller Ort steht vor einem Wandel. Der ehemalige Eigenbetrieb wird aufgelöst. Kinder- und Jugendarbeit sind künftig beim Jugendamt angesiedelt - und die Katt untersteht dem Dezernat von Stefan Görnert. Der Kulturverein ist mit seinem Theaterprogramm im Kino Film-Eck gelandet, die noch relativ junge Kulturinitiative "Kult in Wk" bietet ein umfangreiches Programm im Haus Eifgen an. Beide Standorte sind nicht sicher, eine langfristige Planung ist schwierig. Der Kulturmanager der Katt, Achim Stollberg, soll künftig den gesamten Kulturbereich der Stadt koordinieren. "Zusätzliches Personal wird es nicht geben, da wir im Haushaltssicherungskonzept (HSK) stecken", sagt Görnert. Zweifel über eine Vereinbarkeit zwischen Katt und Vereinen sind sicher angebracht. "Die Katt ist ein Zuschussbetrieb, es gibt hauptamtliche Mitarbeiter und eine Bezahlkultur. Wie soll das mit ehrenamtlich geführten Vereinen verbunden werden?", fragt Michael Dierks, Vorsitzender der Kulturinitiative.

Ein Konzept zu erarbeiten, in dem sich alle wiederfinden und mit dem alle leben können, wird also eine schwierige Aufgabe. Die Basis ist sicher eine Bestandsaufnahme. "Was gibt es und wer bietet was an?". Hilfreich könnte auch eine Messe im Bürgerzentrum sein, auf der sich alle Vereine mit ihrem Angebot und ihren Leistungen vorstellen. Diesen Vorschlag machte Antje Buhl vom Kulturverein. "Ich bin sicher, dass viele Bürger das komplette Angebot in der Stadt nicht kennen", sagt sie. Ein gemeinsamer Internetauftritt mit Angebot und Veranstaltungen wäre wünschenswert.

"Die Seite gibt es, und es gibt eine Vernetzung mit Remscheid, Solingen und Wuppertal", sagt WiW-Geschäftsführer Andrè Frowein. "Die Seite muss aber gepflegt werden und aktuell sein. Es ist schade, wenn Vereine sich nicht melden und nicht dabei sind".

Kulturelle Angebote sollten schön sein, der Erbauung und Entspannung dienen. Manchmal ist Kultur aber auch schwierig.

(wsb)