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Wermelskirchen: Kreuzfahrten bleiben gefragt

Wermelskirchen : Kreuzfahrten bleiben gefragt

Das Schiffsunglück der "Costa Concordia" und die Probleme der "Costa Allegra" schrecken die Wermelskirchener nicht ab. Im Gegenteil: "Der Kreuzfahrten-Markt wächst überproportional", sagt Reise-Experte Carsten Gatzsche.

Wer an Kreuzfahrten denkt, dem fallen zunächst immer größer werdende, moderne Schiffe ein, die einer Kleinstadt gleichen und ihre Einwohner auf Zeit von einem der schönsten Orte der Welt zum nächsten fahren. Doch in den letzten Wochen standen Kreuzfahrten nach dem Unglück der "Costa Concordia" in Italien und dem Feuer im Maschinenraum der "Costa Allegra" plötzlich in einem anderen Licht da.

Die Luxusurlaube als potenzielle Alptraumreisen? "Nein!", sagt Carsten Gatzsche bestimmt. Der Geschäftsführer der Reisewelt Kurbjuweit sieht die Unglücke der beiden Costa Schiffe nicht als einen Faktor, der seine Kunden negativ beeinflusst: "Das Produkt Costa steht bei unseren Kunden nicht im Vordergrund. Viele wissen nicht, dass die dort angebotenen Kreuzfahrten eher in das günstige Preissegment fallen, die wir nicht unbedingt empfehlen."

Bei den Beratungen für mögliche Kreuzfahrturlauber stehe daher immer im Mittelpunkt, die bestmögliche Alternative zum Pauschalurlaub zu finden. "Wir legen Wert darauf, dass die Kosten gedeckelt sind und zum Beispiel außer für Landausflüge nicht noch mehr gezahlt werden muss. Bei Kreuzfahrten mit der Aida etwa sind die Trinkgelder im Preis inbegriffen und alle Nebenkosten verhältnismäßig günstig", erklärt Gatzsche und hebt noch einmal hervor: "Die Costa-Unglücke beeinflussen unser Geschäft nicht. Der Kreuzfahrten-Markt wächst überproportional."

Bislang keine Stornierungen

Das kann auch Bärbel Sittart vom Tui Reisecenter bestätigen: "Kreuzfahrten sind bei uns stark nachgefragt." Das Reisecenter vertreibe auch Costa-Kreuzfahrten und könne bisher trotz des großen medialen Interesses an den verunglückten Schiffen keinen Rücklauf der Buchungen verzeichnen: "Niemand hat eine Reise storniert. Natürlich fragen die Kunden nach, wenn sie ihre Reiseunterlagen abholen oder sich über Kreuzfahrten informieren wollen. Wir stehen dann natürlich beratend zur Seite."

So müsse den Kunden vor Augen geführt werden, dass es genau wie bei Hotels auch bei Kreuzfahrten eine Kategorisierung gebe. "Trotzdem muss die Sicherheit natürlich überall gewährleistet sein", erklärt Sittart. Für die Reise-Expertin sind die beiden Costa-Schiffe daher als reine Unfälle zu verzeichnen, die es auch auf anderen Schiffen hätte geben können und niemanden vor Kreuzfahrten abschrecken sollte: "Wer von einem Autounfall hört, steigt trotzdem immer wieder in sein Auto und fährt los", meint Sittart.

Für die Kreuzfahrtbranche sei es jetzt noch einmal von Vorteil, dass das Bewusstsein für eine bessere Sicherheit sowohl auf Seiten der Besatzung als auch für die Passagiere geschärft wurde.

(jini)