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Kreis: „Sind auf Coronavirus vorbereitet“

In Wermelskirchen : Kreis: „Sind auf Coronavirus vorbereitet“

Generell sei das Krankenhaus gut aufgestellt, wenn solche hoch ansteckenden Infektionskrankheiten auftreten, so der Ärztliche Direktor. Sollte ein Fall auftreten, wäre nach Angaben der Kreises das erste Ziel, die Infektionskette zu unterbrechen.

Das Coronavirus schwappt nach Europa. Die Bilder von norditalienischen Städten, die zu Sperrzonen erklärt wurden, wo niemand raus oder rein darf, wirken erschreckend. Mit solchen drastischen Maßnahmen soll eine Ausbreitung der Infektionskrankheit eingedämmt werden. Im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es bisher keine Fälle. Dennoch mögen sich viele Bürger fragen: Wie ist man hier vorbereitet, falls eine Epidemie näher rückt?

„Wir sind gut aufgestellt und vorbereitet auf Fälle von Infektionskrankheiten“, sagen Dr. Volker Launhardt, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Wermelskirchen, und seine Kollegin, Pflegedienstleitung Monika Hartung, auf Nachfrage dieser Redaktion. Zwar verfüge das Krankenhaus nicht über eine separierte Station, aber man sei in der Lage, Patienten mit hoch ansteckender Infektionskrankheit zu isolieren. Zur Beruhigung fügen sie hinzu. „Bisher gab es keine Fälle von Coronavirus-Infizierten und somit keine Kontakte zu Erkrankten.“ Aber die Bevölkerung sei verunsichert, vereinzelt habe es Anfragen von Menschen gegeben, die sie auf das Coronavirus testen lassen wollten. Ein Bürger hatte Kontakt zu einem Verwandten, der in China war. Die Symptome ähneln denen eines grippalen Infekts. Das macht die Einschätzung schwierig. Launhardt: „Das ist klinisch nicht zu unterscheiden.“ Gewissheit liefere nur das Ergebnis eines durchgeführten Tests. Er schätzt, dass es weltweit eine hohe Dunkelziffer an Erkrankten gibt. Denn die Krankheit verlaufe teilweise auch sehr milde. Betagte und Vorerkrankte seien aber gefährdet.

Vorbereitet auf den Fall X heiße, dass die Leitlinien des Robert-Koch-Instituts bekannt seien, dass alle Mitarbeiten über Hygienestandards informiert sind und Zugriff auf das entsprechende Handbuch haben, dass eine Reihe von Mitarbeiter zusätzlich speziell geschult ist und dass das entsprechende Equipment für Mitarbeiter und Patienten vorgehalten wird, falls ansteckende, gefährliche Krankheiten auftreten wie Schutzkittel, -masken, Brillen und Handschuhe. „Aber wir haben seit Jahren in unserem Krankenhaus keinen Ausbruch solch einer Infektionskrankheit gehabt“, so Launhardt.

In diesem Zusammenhang weist Hartung darauf hin, dass sich Betroffene, bei denen ein begründeter Verdacht besteht, an das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises wenden müssen. Tests zur Feststellung der Krankheit führe das Krankenhaus nicht durch.

Im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung bislang keinen bestätigten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Dennoch sei man vorbereitet, wenn hier eine Erkrankung auftreten sollte. Bereits seit Anfang Januar stehe das Gesundheitsamt im engen Austausch mit dem Landeszentrum Gesundheit, den Krankenhäusern und über die Kassenärztliche Vereinigung mit den niedergelassenen Ärzten. Generell gelte: Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Hygienemaßnahmen zu beachten wie ausgiebiges Händewaschen.

Sollte bei einer Person dennoch eine Infektion mit dem neuen Coronavirus im Kreis nachgewiesen werden, erfolge automatisch die Meldung durch das Labor oder den Arzt an das Gesundheitsamt des Kreises. Wenn Personen Kontakt mit einem bestätigten Fall gehabt haben sollten oder sich in einem der Risikogebiete aufgehalten und Beschwerden haben, „sollten sie telefonisch Kontakt mit ihrem Hausarzt aufnehmen“, betont Kreissprecherin Kathrin Krause. Dieser entscheide über die weiteren einzuleitenden medizinischen Schritte – wie den Besuch in seiner Praxis oder die stationäre Einweisung in ein Krankenhaus.

Wenn im Kreis ein bestätigter Fall auftritt, sei es das Ziel, die Infektionskette zu unterbrechen. Krause: „Dies geschieht beispielsweise durch Maßnahmen wie die Quarantäne von Einzelpersonen – auch in den eigenen vier Wänden – und die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen.“ Dazu zählen Schulen, Kindergärten und Schwimmbäder. „Das Gesundheitsamt würde bei einem bestätigten Fall mögliche Kontaktpersonen des Erkrankten ermitteln und begleiten“, sagt Dr. Cornelia Scherzberg, Leiterin des Gesundheitsamts.