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Krankenhaus bislang nicht von Corona betroffen

Drohen Einschränkungen in Wermelskirchen? : Krankenhaus bislang von Material-Engpässen verschont

Kein Mangel an Desinfektionsmitteln oder Schutzmasken. Möglicherweise werden in den kommenden Tagen die Besuchsmöglichkeiten eingeschränkt.

An der Eingangstür zum Krankenhaus Wermelskirchen mahnt ein Hinweis: Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen Patienten mit grippeähnlichen Symptomen die Klingel betätigen und sich von einem Mitarbeiter abholen lassen – keinesfalls sollen sie das Krankenhaus eigenständig betreten. Mit dieser Maßnahme will das Krankenhaus sowohl die Mitarbeiter als auch vor allem die stationären Patienten schützen. Ansonsten läuft der Betrieb, wie gewohnt. Das teilten KHW-Geschäftsführer Christian Madsen und der Ärztliche Direktor Dr. Volker Launhardt in einem Pressegespräch mit. Gemeinsam mit der Hygienebeauftragten Maike Honecker und der Pflegedienstleiterin Monika Hartung mahnen die beiden Verantwortlichen zu Ruhe, Besonnenheit, Disziplin und Eigenverantwortung. „Draußen kocht das Thema gerade gewaltig hoch, im Krankenhaus läuft es geordnet und gut“, stellte Madsen fest.

Grundsätzlich habe das Krankenhaus immer mit infektiösen Patienten, die entsprechend isoliert versorgt werden müssten, zu tun. Deshalb seien die Abläufe klar, betonten Monika Hartung und Maike Honecker. Die Aufnahme eines infektiösen Patienten, der stationär behandelt werden müsse, erfolge durch den Feuerwehr-Eingang, damit bereits von Anfang möglichst wenig Berührungspunkte mit anderen Menschen bestehen. Versorgungs-Engpässe bei Mundschutz oder Desinfektionsmitteln habe das Haus aktuell nicht: „Unsere Lager sind gefüllt.“

Drei Patienten wurden wegen des Verdachts auf eine Corona-Infektion getestet – negativ, womit es bislang im Krankenhaus keinen stationär behandelten Corona-Fall gibt. „Es funktioniert gut, dass die Menschen, die sich testen lassen wollen oder müssen, ambulante Stellen aufsuchen, um stationäre Patienten und Mitarbeiter in den Krankenhäusern nicht zu gefährden“, schätzte Dr. Launhardt ein: „Wir diskutieren gerade über eine Einschränkung der Besuchsmöglichkeiten, um die Gefährung weiter zu senken. Das wäre zumutbar.“

Das Krankenhaus verfüge über acht Intensiv- und drei Überwachungsbetten, die aber nicht wegen Corona freigehalten würden, sagte Launhardt: „Es gibt viele behandlungsbedürftige Patienten, ein Freihalten entspricht nicht der medizinischen Alltagsrealität.“ Ergänzend appellierte Launhardt an den „geseunden Menschenverstand“: „Penible Hygiene ist wichtig. Obendrein gilt es, vermeidbare Kontakte zu unterlassen.“

Auswirkungen einer Virus-Pandemie, wie in Italien, habe er noch nie erlebt, sagte Christian Madsen: „Aber wir haben in Deutschland eine bessere medizinische Versorgung.“