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Wermelskirchen: Kraftakt für junge Familien

Wermelskirchen : Kraftakt für junge Familien

Das erste Wochenende mit dem neuen Schwanenplatz: Positive wie negative Stimmen. Rollstuhlfahrer müssen über die Hohestraße. Wer keinen Umweg in Kauf nehmen will, muss schleppen.

Das Spektakel hat begonnen! Seit Freitagnachmittag pilgern die Wermelskirchener und viele auswärtige Gäste wieder zu ihren beiden großen Kirmesplätzen, schlendern über den Krammarkt und flanieren vorbei an Bier- und Imbissständen. Die Kirmes ist beliebt wie eh und je. Doch auf den meisten Besucherlippen formt sich schon beim Eintreffen die eine große Frage: „Wie funktioniert denn Kirmes auf dem Schwanenplatz?“ Am Freitag wegen des Regens noch zögerlich, am Samstagnachmittag dann wesentlich reger, strömten die Menschenmassen zum neuen Platz. Einig waren sich weder Besucher noch Schausteller über die Vor- und Nachteile der neuen Architektur.

Die Betreiberin des Waffel- und Süßigkeiten-Wagens gleich rechts am Eingang des Platzes war wenig zufrieden mit der neuen Situation. „Wir sind völlig getrennt vom übrigen Geschehen, bekommen nichts von dem mit, was auf dem oberen Teil des Platzes vor sich geht“, erklärte sie. „Das Negativste daran ist, dass junge Familien mit Kinderwagen und auch Rollstuhlfahrer nicht auf direktem Wege den oberen Platz erreichen“, meinte die Schaustellerin aus Düsseldorf. Das beklagte auch Kathrin Limbach, die sich mit Kind und Kegel auf den Weg zum Schwanenplatz gemacht hatte. „Jetzt muss ich mir unter den einen Arm mein Kind klemmen und unter den anderen den Kinderwagen“, erklärte sie den erschwerten Zugang ins Kirmesgetümmel. Schlimmer erging es noch den Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten, die den Umweg über die Hohestraße wählen mussten.

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Viel sauberer als früher

Doch wer sich einmal bis auf den oberen Platz vorgekämpft hatte, gab sich recht zufrieden. Viel Lob für den neuen Platz gab es hier. Auch Familie Hein aus Remscheid war zur Kirmes in die Nachbarstadt gekommen. „Endlich erreicht man diesen Platz trockenen Fußes“, freute sie sich und fügten hinzu: „So was bitte auch für Remscheid!“. Auch Wiebke Kosowski (12) freute sich über den neuen Platz: „Ich finde ihn richtig gut!“

Dem schloss sich auch Jürgen vom Stein an. Seit fast 30 Jahren kommt der Wermelskirchener mit seinem Imbissstand auf den Schwanenplatz. „Dieses Jahr hatte ich beim Aufbau zum ersten Mal nicht diese Probleme mit der Schräge“, erklärte er, „und zudem ist es hier jetzt viel sauberer als früher.“ Für Mario Wingender hat sich mit dem neuen Platz nicht viel verändert. Er steht fast am alten Standort. Zwar sei der Platz etwas auseinander gerissen, aber ob das positiv oder negativ sei, könne man erst nach der Kirmes beurteilen. Auch Schausteller Schmidt gab sich sehr zufrieden mit der neuen Situation. Der Remscheider freute sich über die neue Lage: „Das ist alles Gewohnheitssache, in ein oder zwei Jahren spricht da keiner mehr von.“

(RP)