Konzert im Wermelskirchener Haus Eifgen

Konzert im Wermelskirchener Haus Eifgen : Trio berauscht mit Instrumentalmusik

(sng) Die Finger fliegen derart schnell über die Saiten, dass die Zuschauer ihnen kaum mit dem Blick folgen können. Mal „wabern“ die Töne mit dem namensgebenden Effekt des Wah-Wah-Fußpedals durch den Raum, dann wieder bleiben sie für einen Moment durch die Nutzung des Tremolo-Hebels vibrierend in der Luft stehen.

Mal prasseln die Tonfolgen atemberaubend auf die Zuhörer ein, dann wieder sind sie bedacht gespielt, als ob es gelte, ihnen ein Denkmal zu setzen. Gitarrist Igor Lazarev ist ein Meister seines Fachs und das stellte der Gitarrist beim Konzert im Haus Eifgen unter Beweis – leider nur vor zwölf Zuhörern.

Als „Lazarev Project Group“ ist das Trio des Bandleaders unterwegs und spielt berauschende Instrumentalmusik, der es an Intelligenz nicht mangelt. Igor Lazarev vereint in seinen Kompositionen unter dem Schlagwort „Fusion Rock“ die Elemente vieler Stilrichtungen: Jazzig geht es ebenso zu, wie funky und eben rockig.

Lazarev zupfte, streichelte, schlug und zog beim Auftritt im Haus Eifgen die Saiten seiner Gitarre. Mit dem Instrument singt, spricht und erzählt er seine Geschichten. Genauso vielfältig wie die Irrungen und Wirrungen des Lebens ist seine Spielweise und sind seine Themen. Inspiration schöpft er aus seinen „wilden“ Anfangstagen als Musiker, an dem „kein Tag nüchtern war“, aus seiner Zeit „in der sehr, sehr schönen Stadt“ („Memories of St. Peterburg“) oder auch aus dem Gedenken an seine verstorbene Mutter („It‘s not over“): „Unsere Eltern sind nie weg. Sie sind bei uns, weil wir an sie denken.“

Während Schlagzeuger Mike Hamann beim Konzert für eine pointierte, spartanisch punktgenau betonte Rhythmus-Linie sorgte, fand Lazarev in dem Bassisten Christian Kussmann einen kongenialen Partner. Kussmann erwies sich nicht nur als treibende Kraft, sondern zudem als spielerisch ebenbürtige Ergänzung. Sein facettenreiches Bassspiel trat regelmäßig mit der Gitarre in einen musikalischen Dialog. Dafür nutzte Kussmann einen seltenen, sechssaitigen Bass.

Angesichts des energetischen und komplexen Konzerts stellte Besucher Bernd Drenge fest: „Das ist Extra-Klasse und eine Menge Input – da ist der Arbeitsspeicher vom Zuhören fast überlastet.“

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