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Komet Neowise über Wermelskirchen

Komet über Wermelskirchen : Neowise über der Stadt gut zu sehen

Ein Schweifstern erfreut in diesen Tagen nicht nur Astronomen und Fotografen. Der Komet ist etwa ab 23 Uhr bis zum nächsten Morgen zu sehen.

Sternklare Nächte sind ideal alle, die sich in diesen Tagen auf die Lauer legen. Denn bis Ende Juli ist von abends bis in die Nacht ein Schweifstern am Himmel zu sehen. Der Komet Neowise oder C/2020 F3 (so seine nüchterne Bezeichnung) leuchtet so hell, dass er mit bloßem Auge am Himmel beobachtet werden kann.

Zwei Wermelskirchener, Gerhard Hilverkus und Michael Hoppe, haben  die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und fotografiert. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn man einen Kometen mit bloßem Auge beobachten kann“, so Hilverkus. Er fotografierte den Kometen am vergangenen Freitag gegen 23 Uhr von einem Dachfenster in der Luisenstraße mit Blick auf den eingerüsteten Glockenturm von St. Michael. „Um diese Uhrzeit steht er hoch am Himmel. Da gibt es dann noch etwas Tageslicht.“ Von Nordwesten wandert er dann nachts bis Nordosten. „Der Komet ist die ganze Nacht am Horizont zu sehen, gegen 3 Uhr geht er dann noch mal auf.“

Hilverkus hat auch im Garten ein kleines Teleskop stehen und schaut sich ab und an schon mal die Sterne an und fotografiert sie – übrigens mit einer Vollformatkamera. Das Kometenfoto machte er mit einem 200 Millimeter Teleobjektiv. „Wenn die Nachbarn nachts nicht zu viel Licht anhaben, kann man viel am Sternenhimmel entdecken“, sagt Hilverkus.

 Der Komet Neowise, fotografiert von Pohlhausen aus. Die Lichter sind der Remscheider Stadtkegel.
Der Komet Neowise, fotografiert von Pohlhausen aus. Die Lichter sind der Remscheider Stadtkegel. Foto: Michael Hoppe
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Astronomie ist auch das Hobby von Michael Hoppe. Er hat morgens gegen 3.37 Uhr von Pohlhausen aus den Kometen fotografiert. Ebenfalls mit einer Vollformatkamera und mit 70 Millimeter Brennweite, um auch noch ein wenig das Umfeld mit aufs Bild zu bekommen. „Ich habe dann ich Richtung Remscheid fotografiert. Das sind die Lichter, die auf dem Foto zu sehen sind.“ Die Belichtungszeit betrug 3,2 Sekunden bei Blende 4 und ISO 800. Gleichzeitig hatte er auch eine Teleskop mit, um den Kometen zu beobachten. „Ich bin Amateurastronom und leidenschaftlicher Astrofotograf“, berichtet er. So verbringt er so manche Nacht, um sich galaktische Nebel oder Galaxien anzuschauen. „Die Weltraumstation ISS sieht man dann schon häufiger, auch mit bloßem Auge.“

Bis Ende Juli ist der Schweifstern noch am Himmel zu sehen. Gerhard Hilverkus: „Wer ihn sehen oder auch fotografieren möchte, sollte sich einen höheren Standort mit freier Sicht auf den Horizont suchen. Ab 23 Uhr ist er im Nordwesten zu sehen, dann wandert Neowise nach Nordosten, wo er etwa gegen 3 Uhr auftaucht.“

Entdeckt wurde der Komet im Übrigen erst im März 2020 durch das Weltraumteleskop „Wise“ – der Schweifstern zieht schon seit einer Ewigkeit durch die Tiefe des Weltalls.