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Knöllchen in Wermelskirchen: zwei Bürger beklagen zweierlei Maß

Ordnungsamt Wermelskirchen : Knöllchen – zwei Bürger beklagen zweierlei Maß

Ungerecht behandelt vom Ordnungsamt fühlen sich zwei Wermelskirchener, die ein Knöllchen kassierten, obwohl sie nach eigenen Angaben ihren Wagen nur kurz abgestellt hätten. Beide beklagen sich, es werde mit zweierlei Maß gemessen.  Das Ordnungsamt verweist auf geltende Gesetze und berichtet, dass eine Reihe von Parksündern versuchen, sich mit „nur mal kurz geparkt“ herauszureden.

Harry Just hatte sein Auto in einer Parkbucht auf der Telegrafenstraße in Nähe der Fahrschule abgestellt, um kurz in die Fahrschulräume zu springen. „Höchstens eine Minute“, berichtete er am Bürgermonitor dieser Redaktion. Die Parkscheibe sei hinter die Windschutzscheibe gerutscht, die Parkuhr war somit nicht sichtbar. Als er zum Wagen zurückkehrte, habe die Politesse schon die Angaben für das Knöllchen eingetippt. „Ich habe sie noch gefragt, ob dies angemessen sei“, so der Beschwerdeführer. Als er sich später an das Ordnungsamt wandte, habe man ihm geantwortet, dass man nichts machen könne. Allerdings könne er schriftlich Widerspruch einlegen. „Solange Lkw-Fahrer, die im Bereich der Raststätte Pkw-Parkplätze blockieren und ungeschoren davon kommen, herrscht keine Gleichbehandlung“, beklagte der Anrufer.

Auch Manfred Ukley, der sich ebenfalls am Bürgermonitor meldete, zieht einen Vergleich. Er habe in Dabringhausen auf der Altenberger kurz im eingeschränkten Halteverbot geparkt, um „als frisch Operierter schnell etwas aus der Apotheke zu holen“. Auch er kassierte ein Knöllchen in Höhe von 15 Euro. Auf Nachfrage habe die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes, gesagt, dass er nicht in einer markierten Parkbucht geparkt hätte. „Die Politesse hätte doch sehen müssen, dass ich nur kurz geparkt hatte“, argumentiert der Anrufer. Als er dem Ordnungsamt einen Falschparker mitten auf dem Bürgersteig auf der Telegrafenstraße gemeldet habe, hätte es erst einmal nicht reagiert. „Als eine halbe Stunde eine Politesse zum Wagen kam, saß der Fahrer am Steuer. Er wurde nur mündlich verwarnt“, so Ukley. Damit habe die Mitarbeiterin richtig gehandelt, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann und zitiert den entsprechenden Paragrafen. Wer fahrbereit im Auto sitzen bleibt, werde mündlich verwarnt. Das Parken für Be- und Entladen  sei hingegen nicht kontrollierbar. Generell gelte, dass die Parkscheibe gut lesbar ausgelegt sein müsse. Wer die Parkdauer unter drei Minuten überzieht, erhalte kein Verwarngeld. „Wir können den ruhenden Verkehr nur stichprobenartig, aber nicht flächendeckend kontrollieren“, betont Feldmann.