Wermelskirchen Klicki will "alte CDU" zusammenführen

Wermelskirchen · Die CDU möchte nach der Kommunalwahl das Bürgerforum zurückgewinnen. Dessen Vorsitzender Friedel Burghoff hält sich bedeckt. Die WNKUWG bleibt eigenständig. Das Wahlziel der CDU ist klar: Alle 20 Wahlkreise direkt gewinnen.

 <strong>Christian Klicki , Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes: "Ich möchte, dass unsere alten Weggefährten wieder zurückkehren."

<strong>Christian Klicki , Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes: "Ich möchte, dass unsere alten Weggefährten wieder zurückkehren."

Foto: Moll (Archiv)

Seit knapp acht Monaten ist Christian Klicki Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Acht Monate, "in denen wir fast jeden Tag daran arbeiten, die Partei für die Kommunalwahl aufzustellen", sagte Klicki am Mittwochabend bei der Versammlung des Stadtverbands zur Aufstellung der Wahlkreisbewerber für die Wahl am 25. Mai 2014. Dabei denkt Klicki nicht nur an die Zeit bis zum Wahltag, sondern auch an die Zeit danach.

Einen ganz besonderen Traum will er im kommenden Jahr verwirklichen: "Ich möchte, dass unsere alten Weggefährten zurückkehren", berichtete Klicki den Parteimitgliedern im Ratssaal des Bürgerzentrums. Gemeint sind das Bürgerforum und die WNKUWG. Die "alte CDU" soll wieder zusammengeführt werden. Er gehe zwar davon aus, dass eine Rückkehr der WNKUWG so gut wie ausgeschlossen sei, beim Büfo sehe er aber eine Möglichkeit, den Schulterschluss zu schaffen. Fraktionsvorsitzender Volker Schmitz unterstrich diesen Wunsch. "Es hat leider noch nicht geklappt, CDU und Bürgerforum zusammenzuführen. Das wollen wir im nächsten Jahr realisieren", sagte Schmitz. Für Klicki steht fest: "Irgendwann muss das zusammenkommen, was zusammengehört."

Friedel Burghoff, Fraktionsvorsitzender des Bürgerforums, hielt sich auf Anfrage der BM bedeckt. "Wir treten als Bürgerforum selbstständig zur Wahl an und kämpfen um jede Stimme", sagte Burghoff. Zu einer möglichen Zusammenführung nach der Kommunalwahl sagte er: "Wenn am 25. Mai die Wähler entschieden haben, wird man sehen, welche Kooperationen möglich sind." Das Bürgerforum werde eine eigene Fraktion haben, "wie viel uns die Bürger zutrauen, das werden wir dann sehen", sagte Burghoff. Er sei froh, dass sich in der CDU Dinge verändern, eine vernünftige Zusammenarbeit sei nicht ausgeschlossen.

Henning Rehse, Fraktionsvorsitzender der WNKUWG, schob einer Zusammenführung einen Riegel vor. "Das geht gar nicht. 80 Prozent unserer Mitglieder möchten nicht Mitglied in einer Partei sein", sagte Rehse und fügte an: "Wir bleiben definitiv eigenständig." Das schließe aber nicht aus, dass auch die WNKUWG vernünftig mit den anderen Parteien und Gruppierungen zusammenarbeiten werde.

Christian Klicki nutze die Versammlung der CDU, um die Parteimitglieder für den anstehenden Wahlkampf zu motivieren. Dabei sparte der Stadtverbandsvorsitzende erwartungsgemäß nicht mit Kritik an Bürgermeister Eric Weik. "Aufgrund seiner Untätigkeit haben wir jetzt in Wermelskirchen so viele große Projekte vor der Brust", sagte Klicki und zielte damit auf Themen wie die Schullandschaft, Hallenbad, Rathausfassade, Brandschutz oder Kunstrasenplätze ab. In seiner zweiten Amtszeit habe Weik eine Ratsmehrheit im Rücken gehabt, "da gab es aber keine Leuchtturmprojekte mehr". Das mittlerweile auseinandergebrochene Regenbogenbündnis (FDP, WNKUWG, Bürgerforum, Grüne) habe sich vor der Verantwortung gegenüber den Menschen der Stadt gedrückt und die Möglichkeit des Gestaltens nicht genutzt, meinte Klicki.

Bei der Wahl am 25. Mai stehe viel auf dem Spiel. Das Ziel der CDU ist klar formuliert: "Wir möchten alle 20 Wahlkreise direkt gewinnen", betonte der Vorsitzende des Stadtverbands. Bei der Wahl 2009 waren es 17 Wahlkreise, Norbert Galonska (SPD), Friedel Burghoff (Bürgerforum) und Henning Rehse (WNKUWG) erhielten in ihren Bezirken die meisten Stimmen. Jurastudent Klicki gab sich am Mittwochabend kämpferisch, dass sich dies im Mai ändern wird: "Wir wollen und werden siegen. Ab heute nehmen wir Kurs aufs Rathaus. Lasst es uns gemeinsam angehen."

(RP)