Klaus Prinz arbeite im Krankenhaus Wermelskirchen als OP-Pfleger.

OP-Pfleger im Krankenhaus : Team-Player am Operationstisch

Klaus Prinz wollte es genau wissen und machte vor rund 30 Jahren die Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger für den Operationsdienst. Im Wermelskirchener Krankenhaus gehört er seit dem zum OP-Team.

Klaus Prinz zieht den Mundschutz hoch zur Nase. Dann nimmt er die Instrumente unter die Lupe. Der 55-Jährige arbeitet im sterilen Operationsbereich im Wermelskirchener Krankenhaus. Die Regeln und Hygienevorschriften sind ihm längst in Fleisch und Blut übergegangen. Er kennt auch die Kisten und Kästen mit Instrumenten und Geräten längst auswendig. Was braucht welcher Arzt für welche Operation? „Nach so vielen Jahren weiß ich das“, sagt er und lächelt. Klaus Prinz lächelt eher selten, wenn er über seine Arbeit spricht, er wirkt stattdessen hochkonzentriert und ernst. „Seiner Verantwortung ist man sich hier immer bewusst“, sagt er dann und deutet auf den Flur, der zu den Operationsräumen führt.

Früher – direkt nach dem Examen – hat Prinz als Krankenpfleger im Wermelskirchener Krankenhaus gearbeitet. Dafür hatte er sich schon während seines Zivildienstes begeistert. „Aber manchmal habe ich dann die Narben der Patienten gesehen und mich gefragt: Wie kommt man dahin, Probleme zu lösen?“, erzählt er. Also machte er die Fachweiterbildung. Heute kommen die Patienten zu ihm, wenn sie bereits schlafen und verlassen seinen Zuständigkeitsbereich noch in der Narkose. „Der direkte Kontakt mit den Menschen fehlt mir manchmal“, sagt er. Aber als OP-Pfleger hat er die Antworten gefunden, die ihn damals als jungen Krankenpfleger hatten aufbrechen lassen. Heute weiß er, was im Operationssaal passiert, lernt inzwischen die neuen Mitarbeiter an. Er ist Teil des Teams geworden. „Das ist das schönste an diesem Beruf“, sagt er, „man arbeitet nie alleine, sondern als Team Hand in Hand.“

Das gilt für jene Tage, an denen er als Instrumentierer im Einsatz ist ebenso wie für jene Schichten, in denen er als Springer eingesetzt wird. „Der Tag beginnt mit der Frühbesprechung und der Einteilung in die Säle“, erzählt er. Danach beginnt die Vorbereitung für die erste Operation: Welche Geräte und Maschinen werden gebraucht? Welche Instrumente sind für die spezielle Operation notwendig? Werden Implantate gebraucht? Dann erreicht der narkotisierte Patient den OP. „Das ist der Zeitpunkt für das Team-Time-Out“, sagt Prinz, „die letzte Sicherheitsstufe.“ Das Team gleicht Fakten und Unterlagen ab: Patientendaten, Krankheitsbild und OP-Ablauf werden besprochen. Wenn Prinz als Instrumentierer im Einsatz ist, bezieht er dann Aufstellung direkt am OP-Tisch, um die vorbereiteten Instrumente anzugeben. „Das ist aber nicht wie im Fernsehen“, sagt er, „da sagt selten mal einer: Tupfer oder Skalpell.“ Stattdessen denken die OP-Pfleger mit, kennen meistens schon den nächsten Schritt, halten Tupfer und Instrumente bereit, wenn sie dran sind. Nach A käme eben B, das seien logische Abläufe, die man schließlich gelernt habe. Hand in Hand und auf Augenhöhe arbeite das Operations-Team.

Als Springer ist der Beginn der Operation der Zeitpunkt, in dem er einen Schritt zurücktritt. Dann holt Prinz jenes Material im richtigen Moment dazu, das nicht bei jeder Operation im Einsatz ist – Implantate etwa. „Im Fokus steht in jedem Fall der Patient“, betont er. Anfangs habe ihn das manchmal belastet – zu wissen etwa, dass einem Menschen auf dem OP-Tisch zwar nicht mehr geholfen, aber das Leiden gemindert werden konnte. Er sah Menschen, die auf dem Tisch geheilt werden konnten, aber auch jene, die ihr Leben verloren. „Man lernt damit umzugehen“, sagt er, „aber auch heute kann ich noch nicht jeden Tag an der Garderobe abgeben.“ Allerdings seien die medizinische und technische Entwicklungen so stark modernisiert, die Abläufe so angepasst, Schulungen und Weiterbildungen so eingerichtet worden, dass zumindest das Fehlerpotenzial minimiert worden sei. „Das bewahrt einen vor vielen Situationen, die früher noch entstehen konnten“, sagt Prinz.

Nach der Operation, egal wie lange sie gedauert hat, können die OP-Pfleger nicht müde ins Bett fallen. Stattdessen geht es ans Aufräumen. Die Instrumente wollen in den besonderen Spülmaschinen gesäubert und dann steril gemacht werden. Erst wenn alles für den nächsten Tag und die nächste Operation bereitliegt, endet sein Arbeitstag.