1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Ansichtssache : Kirmes droht im Verkehrschaos zu versinken

Ansichtssache : Kirmes droht im Verkehrschaos zu versinken

Ärger auf dem Friedhof mit Vandalen, eine neue Baustelle auf dem Markt und ein Rathaus ohne Gerüst – das waren die wichtigen Themen dieser Woche.

Kirmes ist für Wermelskirchener Ausnahmezustand. Das ist nichts Neues. Dann feiern die Wermelskirchener ihren „Karneval“. Jedenfalls, was den Alkoholkonsum an Matinee angeht. Auch verkehrstechnisch wird es immer wieder eng. Das wissen die Wermelskirchener und nehmen es gern in Kauf.

  UDO TEIFEL
UDO TEIFEL Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Doch jetzt setzen Stadt und BEW noch einen drauf. Klar: Stromkabel müssen erneuert werden. Es geht schließlich um die Versorgung der Bürger. Doch diese Baustelle vor der Kirmes zu öffnen, lässt doch am gesunden Menschenverstand zweifeln. Denn die BEW kann nicht zusagen, dass bis Mitte der 34. Kalenderwoche die Baustelle auf der Berliner Straße abgebaut ist. Ab dem 20. August reisen die Aussteller an, Innenstadtstraßen werden gesperrt. Auch der Bereich Jörgensgasse/Schillerstraße ist dann dicht. Daran haben sich die Anwohner gewöhnt, leben damit.

Sie haben sich ihre Ausweichparkplätze im Bereich Gymnasium und Hallenbad gesucht. Um dahin zu kommen, müssen sie jetzt, sofern sie aus Richtung Berliner Straße kommen, weite Umwege in Kauf nehmen: Am besten über die Dellmanstraße, Dabringhausener Straße, Schiller- und Königsstraße. Ist das angemessen? Sicher nicht!

  • Die Berliner Straße ist auf diesem
    Berliner Straße in Wermelskirchen : Baustelle laut BEW zum Kirmesstart beendet
  • Mit einer jetzt im Test befindlichen
    Siebenmonatiger Praxistest in Hückeswagen und Wermelskirchen : BEW an App-Entwicklung beteiligt
  • Netzmeister Stephan Flüß vor einem Bestands-Netzplan
    Nachtschicht : Weihnachten mit dem BEW-Notdienst

Und was machen zum Beispiel Dhünnsche, die durchs Eifgen kommen? Fahren sie jetzt verbotenerweise den Weg zwischen den beiden Sportplätzen am Krankenhaus hoch? Umwege über Umwege. Wir wollen nur hoffen, dass sie nicht gleich sagen: Keinen Bock auf so ein Durcheinander. Wir kommen nicht zur Kirmes. Das schadet Wermelskirchen.

Chaos aber auch in Dabringhausen. Wieder mal der Dorfpark. Jetzt auch noch der Friedhof. Wo bleibt da eigentlich die Erziehung dieser jungen Leute? Ein Versagen der Eltern, denn diesen jungen Leuten sollte schon mal klargemacht werden, dass fremdes Eigentum nicht beschmiert wird. Und was macht eigentlich der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt? Auch wenn der Stadtrat die beantragten vier Vollzeitstellen nicht genehmigten, es gibt immerhin Kräfte im Ordnungsamt. Der Kommunale Ordnungsdienst hat eigentlich die Aufgabe, auch durch abendliche oder nächtliche Präsenz solche Auswüchse zu verhindern. Vor allem dann, wenn solche Vandalen nicht bereit sind zum ausgleichenden Gespräch.

Die bergische Nachbarstadt Radevormwald zum Beispiel setzt gerade beim Kommunalen Ordnungsdienst Prioritäten. Mit Erfolg. Zwei Personen drehen da ihre Runden, sind Ansprechpartner für Bürger und strahlen ein positives Image aus. Aber sie schauen auch solchen Personen auf die Finger, die sich nicht an Satzung und Gesetz halten. Das ist gut so! Noch weitere runde Tische mögen Verwaltung und Politik beruhigen, die Leidtragenden sind aber die betroffenen Bürger. Sie brauchen Unterstützung, denn lärmende Jugendliche zu nachtschlafender Zeit – das geht einfach nicht!

Das war ja wohl der Spruch der Woche: „Opa, da steht ja ein neues Haus.“ Die achtjährige Fabienne hat mit ihren kindlichen Worten das ausgesprochen, woran die Erwachsenen in dieser Stadt kaum noch glaubten – oder anders: Sie hatten sich an diesen Zustand gewöhnt. Das Rathaus, seit 14 Jahren eingerüstet, hat endlich eine komplett neue Fassade. Und kein Gerüst mehr. Ganz ehrlich: Man muss sich schon an den neuen Anblick ohne Gerüst gewöhnen. So „blendet“ es. Wer aber genau hinschaut, sieht: Fertig ist die Fassade immer noch nicht Hier und da sind Ecken, wo noch Blechteile fehlen; auch der Sockel ist längst noch nicht fertig. Es wird also in den nächsten Monaten weitergearbeitet. Mal mit, mal ohne Gerüst. Denn auch Sonnenschutz und Flachdachsanierung stehen noch an. Jetzt aber dürfen wir die erste Kirmes seit 14 Jahren ohne Gerüst genießen. Tun wir das doch einfach!