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Kirche in Wermelskirchen: Gottesdienste werden digital Zuhause gefeiert

Kirchengemeinden in Zeiten der Corona-Krise : Gottesdienste werden digital und zu Hause gefeiert

Die evangelischen Kirchengemeinden wollen die Gemeinschaft trotz Corona-Krise lebendig halten. Dazu nutzen die Gemeinden verschiedene Wege. Vor allem auf digitalem Wege halten sie Kontakt zu ihren Mitgliedern.

Die evangelischen Gemeinden haben alle Veranstaltungen abgesagt – zuletzt auch ihre Gottesdienste. „Das war die weitreichendste Maßnahme, die für uns als Gemeinde einen schweren Schnitt bedeutet“, sagt Pfarrerin Elke Mielke aus Dabringhausen. Darum haben sich die Presbyterien über alternative Kommunikationswege während der Corona-Krise beraten – mit Erfolg.

„Wir werden jede Woche einen Kurzgottesdienst auf unserer Internetseite einstellen“, sagt Mielke. Vorerst soll das eine Audiodatei sein (www.ekdab.de) mit Glockengeläut, Musik, Schriftlesung und Andacht. Auch die evangelische Kirchengemeinde will auf digitale Weise Kontakt mit den Menschen aufnehmen. Jeden Samstag wird auf der Internetseite der Gemeinde (www.ekwk.de) ein Link veröffentlicht, der zu einer Videodatei führt – dann können Nutzer einen Gottesdienst aus einem der fünf Wermelskirchener Bezirke sehen. Den Anfang macht am Wochenende Pfarrer Volker Lubinetzki.

In den Bezirken gibt es zudem separate Angebote: In Hünger wird jeden Sonntag ein Gottesdienst aufgezeichnet und als Audiodatei per CD an interessierte Gemeindeglieder verteilt. Pünktlich zum Glockenläuten lädt Pfarrerin Almuth Conrad jeden Abend um 19 Uhr zum Abendgebet ein. „Jeder betet in seiner Wohnung“, sagt die Pfarrerin, „ich bete in der Kirche.“ Für ein ähnliches Modell hat sich Pfarrerin Sabrina Frackenpohl-Koberski in Tente entschieden: Mit dem „Gottesdienst auf dem Sofa“ lädt sie Menschen ein, zur Gottesdienstzeit am Sonntag (10.15 Uhr) in den eigenen vier Wänden zu feiern. Dafür hat sie einen Prospekt mit Texten, Impulsen und Liedern gedruckt.

Auf digitale Gottesdienste setzt die Kirchengemeinde in Dabringhausen. Für Gründonnerstag sei ein Livestream des Gottesdienstes in Hülsen geplant, sagt Pfarrer Reinald Rüsing. Auch in Hilgen-Neuenhaus geht das Gemeindeleben weiter. Jeden Sonntag um 10.30 Uhr können Interessierte per Live-Stream den Gottesdienst aus der Kirche verfolgen. Auch die Abendandacht, donnerstags um 19 Uhr, wird per Livestream übertragen (www.hilgen-neuenhaus.de). „Uns ist wichtig, dass auch die diakonischen Projekte, die von unseren Kollekten leben, weiter bedacht werden“, sagt Presbyteriumsvorsitzende Dorothea Hoffrogge. Deswegen gibt es auf der Internetseite einen Spendenbutton.

Die katholische Kirchengemeinde lässt die Glocken sprechen – täglich um 19.30 Uhr. „Das Geläut lädt alle Menschen zu einem Moment des Innehaltens ein und soll ein Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft sein“, teilte die Gemeinde mit. Daneben bieten alle Gemeinden Kontakte für seelsorgerliche Telefongespräche an – in Hilgen-Neuenhaus übernimmt das neben Pfarrer Schuller ein engagiertes Team, in den anderen Gemeinden sind die Pfarrer ansprechbar.