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Kinderbetreuung in Wermelskirchen: Ab Montag dürfen alle Kinder kommen

Montag dürfen alle Kinder in Kitas : Alle Kinder kehren in die Kitas zurück

Am Montag beginnt der eingeschränkte Regelbetrieb in Kindergärten. Die Vorfreude bei den Erzieherinnen ist groß. So haben die Kita-Mitarbeiterinnen in der Wirtsmühle ihren Kindern regelmäßig Päckchen gepackt und vorbeigebracht.

In der städtischen Kita Wirtsmühle ist die Vorfreude auf den Montag groß. Dann erwarten Britta Bäumer und Silke Haas vom Leitungsteam mit den Erziehern die über 70 Kinder nach der Corona-Zwangspause wieder an der Wirtsmühle. Klar ist aber auch: Nicht alle Familien werden sofort mit dem Start des eingeschränkten Regelbetriebs ihre Kinder wieder in die Kita schicken.

„Wir haben alle Eltern angerufen und abgefragt, wie sie ab Montag verfahren werden“, berichtet Bäumer im Gespräch mit unserer Redaktion. Drei Familien werden ihre Kinder erst nach den Sommerferien wieder zur Kita schicken, es gibt aber auch einige Eltern, die wollen zwei Wochen abwarten, wie sich mögliche Infektionszahlen entwickeln. Die beiden Leiterinnen zeigen sich froh über solche Einstellungen; „für uns ein Zeichen, dass Eltern mitdenken und uns nicht nur als Aufbewahrungseinrichtung sehen. Sie übernehmen damit Verantwortung. Darüber sind wir froh.“

Während des Gesprächs klingelt es häufig an der Tür. Kinder der Notfallbetreuung kommen. Mütter und Väter dürfen nicht mit rein. Die Kinder werden von den Erzieherinnen an der Tür abgeholt. Sie hängen ihre Jacken an den angestammten Haken ihrer Gruppe, dann geht es erst einmal zum Händewaschen. „Das ist jeden Tag Pflicht. Dann werden die Kinder in die Gruppe begleitet“, berichtet Bäumer. Hygiene habe einen hohen Stellenwert.

Diese Woche waren 20 Kinder in der Notbetreuung; maximal zehn in jeder Gruppe. Das wird sich ab Montag ändern. Dann kommen bis zu 23 Kinder in die Gruppe. Den vorgegebenen Abstand zu halten, ist dann schwierig. Auch werden keine Masken getragen. „Wir achten schon heute darauf, dass sich die Gruppen nicht mischen. So wird es auch ab nächster Woche sein“, berichtet Kita-Leiterin Silke Haas.

Die Kinder werden auch nicht mehr durch den Haupteingang die Einrichtung betreten, sondern über die Außenanlage. „Dort geht es dann über einen eigenen Eingang sofort in die Gruppe“, sagt Bäumer. Jede Gruppe hat auch ihre eigene Freifläche, abgetrennt mit Flatterband. „Wir sind heute schon viel draußen an der frischen Luft, wir lüften auch viel, um die Räume möglichst virenfrei zu halten.“

 Wer den Kindergarten an der Wirtsmühle betritt, wird schnell eine Absperrung erkennen. Jede Kita macht dies anders. Bäumer: „Wir haben das so abgesperrt für den U3-Bereich, damit sich die Kleinsten auch orientieren können, wohin sie dürfen und wohin nicht.“

Frei bewegen dürfen sich die Kinder nur in den jeweiligen Gruppenbereichen des Freigeländes. Foto: Udo Teifel

Generell, heißt es aus der Stadtverwaltung, ist der eingeschränkte Regelbetrieb ab der nächsten Woche gesichert. Denn nach wie vor gibt es Erzieher, die zur Risikogruppe gehöre. Andreas Voß vom Jugendamt: „Wir haben eine Besetzung von 80 Prozent. In einigen Kindergärten sogar 100 Prozent.“ Es werde aber nirgendwo eine Unterbesetzung geben, notfalls würden Erzieher andere Kindergärten unterstützen.

Der eingeschränkte Regelbetrieb bedeutet, dass jetzt systemrelevante Personen nicht mehr bevorzugt werden. Auch sie müssen sich jetzt nach dem Regelbetrieb richten – wobei zehn Stunden weniger gegeben werden. „Die Sonderstellung ist vorbei. Wenn in Einzelfällen ein höherer Stundenbedarf notwendig ist, muss dies geprüft werden“, sagt Voß. Und zwar nicht von der Stadt, berichtet er, sondern vom Landesjugendamt. „Wir haben noch keine Anträge vorliegen, aber wir hören, dass manche Eltern mit der Stundenzahl nicht klarkommen.“ Denn letztlich müssen die Eltern die Betreuung der „Rest-Stundenzahl“ selbst organisieren.

Damit die Kita-Kinder der Wirtsmühle ihre Erzieher nicht vergessen, wurde in den vergangenen Wochen viel gebastelt. „Wir haben dreimal Überraschungspäckchen nach Hause gebracht“, berichtet Silke Haas. Darin fanden die Kinder Bastelanleitungen, Rätsel, Rezepte und Geschichten.

Und für die Vorschulkinder, deren Entlassfeier in diese Corona-Zeit fällt, gab es ein besonderes Paket. „Wir wissen: Die Kinder freuen sich auf uns, und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit unseren Kinder. Das wird bestimmt ein anstrengender wie auch schöner Tag“, so Britta Bäumer.