Wermelskirchen: Kinder erleben den Wald jeden Tag hautnah

Wermelskirchen: Kinder erleben den Wald jeden Tag hautnah

Die Wald-Kita der Johanniter am Forstring 1 nimmt am Mittwoch, 2. Mai, ganz offiziell ihren Betrieb auf.

"Kinder auf die Bäume" titelte einst die Zeitschrift Geo. Der Autor warb dafür, dass Kinder wieder im Wald spielen sollen dürfen - wie früher, als Mädchen und Jungen noch auf Bäume kletterten, Buden in Wipfeln bauten und den Bach stauten oder Frösche beobachteten. Wovon Stadtkinder nur träumen können, wird in Wermelskirchen Realität: In der neuen Wald-Kita der Johanniter finden Kinder einen Ort zum Spielen, Toben, Beobachten, Lernen. Nicht zeitweise, sondern jeden Tag bei Wind und Wetter: den Wald.

"Und natürlich bringen die Kinder ihre Neugierde und Kreativität, ihre Bewegungsfreude und Fantasie mit", sagt Kita-Leiterin Christine Werner. Start der Johanniter-Waldkita Wermelskirchen ist am 2. Mai, einen Tag vor dem ersten Internationalen Tag des Waldkindergartens, der am 3. Mai gefeiert wird. Die Nachfrage nach den Plätzen ist sehr groß.

  • Xanten : Elterninitiative plant ersten Waldkindergarten

Der erste Wermelskirchener Waldkindergarten ist eine "normale" Einrichtung. Drei pädagogische Mitarbeiter betreuen 20 Kinder. Zum Start sind es zunächst einmal zwölf Kinder. In der Frühe treffen sich alle an der Blockhütte am Forstring 1 zum Morgenkreis "und dann geht es auch gleich in den Wald", erklärt die Kita-Leiterin den Ablauf. Während der Betreuungszeiten entdecken sie - begleitet von drei Fachkräften - gemeinsam die angrenzenden Naturgebiete. "Die Umgebung bietet den Kindern Freiflächen zum Rennen und Toben, Steilhänge zum Klettern und Rutschen oder eine Wiese mit Bachlauf zum Beobachten und Ausruhen", beschreibt Leiterin Christine Werner das Areal. Das Areal hat sie mit ihren Kolleginnen bereits ausgekundschaftet, dabei Lichtungen entdeckt, auf denen sich die Gruppe bei starkem Wind aufhalten kann. Mittags kehrt sie in die Hütte zurück, wo ein warmes Mittagsessen eingenommen wird. Ein stabiler Rucksack, Trinkflasche und Brotdose, ein kleines Handtuch zum Händesäubern und Kleidung, die in Schichten nach der Zwiebelmethode getragen wird: Das sind einige der Dinge, die ein Kind für den Besuch der neuen Johanniter-Waldkita Wermelskirchen braucht. Außerdem wetterfeste Kleidung und feste Schuhe. Die Hütte wird derzeit renoviert. Sie verfügt über eine Küche, Sanitärräume, Aufenthalts- und Ruheräume - und über Strom und Wasser, was es nicht in jeder Wald-Kita gebe, sagt Werner.

Träger der Waldkita Wermelskirchen sind die Johanniter im Regionalverband Rhein-/Oberberg, die bereits seit 2010 einen Waldkindergarten in Lindlar, einen weiteren seit 2016 in Gummersbach sowie drei Waldgruppen in Engelskirchen, Bergneustadt und Burscheid betreiben. "Die Natur wirkt sich positiv auf die Entwicklung von Kindern aus, sie bietet täglich neue Anregungen und Platz für Bewegung, bei der auch die Feinmotorik bei Bastel- und Bauaktivitäten nicht zu kurz kommt", sagt Birgit Kleese, Fachbereichsleiterin für die Kindertagesstätten der Johanniter in Rhein-Berg und Oberberg. Beim Aufenthalt in der Natur würden die Kinder nicht nur in ihrer motorischen, sondern ebenso in ihrer kognitiven und sozialen Entwicklung gefördert: "Durch die emotionale Ausgeglichenheit, die die Kinder in der Waldkita erwerben, sind sie außerdem konzentriert und lernbereit."

(pd)
Mehr von RP ONLINE