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Wermelskirchen: Keine Scheu vor Technik

Wermelskirchen : Keine Scheu vor Technik

Beim "Girl's Day" konnten 160 Mädchen im Berufskolleg in technische Berufe hinein schnuppern. An zwölf Stationen gab's viel zum Ausprobieren. Aber auch Beratung gehörte dazu. Weibliche Azubis wurden zu Vorbildern.

Bereits vor der Eröffnung um 9 Uhr bildete sich gestern eine Schlange vor dem Berufskolleg Bergisch Land. Im Laufe des Tages schleuste die auch für Radevormwald und Hückeswagen zuständige Schule 160 Mädchen durch zwölf unterschiedliche Stationen. "Ladys, it's Girl's Day", hieß es einladend. Frei übersetzt: Frauen, das ist Euer Tag. Ein Tag, an dem Mädchen in ganz Deutschland die Gelegenheit bekommen, sich über schulische und berufliche Ausbildungsangebote sowie Studienangebote im technischen Bereich zu informieren.

Ungeahnt große Resonanz

Diesen Tag, den "Girl's Day", gibt es seit vielen Jahren. Fürs Berufskolleg war die Teilnahme eine Premiere. Aus einer spontanen Idee heraus habe man zunächst 40 Plätze bei der Anmeldung im Internetportal zum "Girl's Day" angegeben. "Mit einer so großen Resonanz hätten wir nie gerechnet", erzählte Schulleiterin Sylvia Wimmershoff. Doch so habe man eben kurzerhand umgeplant, um niemandem eine Absage erteilen zu müssen.

Die meisten Schüler der Klassen sieben bis neun kamen aus Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald, vereinzelt waren auch Mädchen aus Remscheid und Wipperfürth dabei. Vier Stationen in zwei Stunden gehörten zum "Pflichtprogramm". Dabei hatten die Teilnehmerinnen die Qual der Wahl. Eine Gruppe der Pestalozzischule machte sich mit den "Coaches" (deutsch: Trainerinnen) Michelle Russo aus Hückeswagen und Isabel Hemme aus Dabringhausen daher zunächst auf zur Rundtour durch das Berufskolleg, um zu entscheiden, welche Bereiche ausprobiert werden sollen. Den Trainerinnen lagen die technischen Stationen besonders am Herzen – beide sind Schülerinnen der Höheren Berufsfachschule für Technik. "Als einzige Mädchen", erzählte Isabel Hemme. Sie macht eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin, Michelle will Steinmetzin oder Tischlerin werden.

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"Ich finde es wichtig, dass bei den Mädchen eine Vorstellung entsteht, was der Technikbereich bedeutet", betonte Wimmershoff. So probierten sich Jasmin Beyrau und Vivian vom Werth von der Radevormwalder Realschule im Feilen von Metall. Angeleitet wurden sie dabei von Beatrice Brehm. Die 20-Jährige macht bei Ortlinghaus eine Ausbildung zur Industriemechanikerin und studiert Maschinenbau. Die Ausbildungsbetriebe hatten junge Frauen freigestellt. "So haben die Besucherinnen auch gleich ein Vorbild im technischen Bereich vor Augen", erklärte Wimmershoff. Jasmin Beyrau hat sich jedoch bereits für einen Job im Sozial- und Gesundheitswesen entschieden: "Ich wollte heute einfach mal was Neues ausprobieren. Es macht zwar Spaß, aber mein Leben lang kann ich mir das nicht vorstellen." Und auch Vivian vom Werth, die unter anderem auch das Reifen wechseln übte und die Metallverarbeitung besuchte, konnte nicht umgestimmt werden. Wimmershoff hatte daher auch die Gelegenheit genutzt, alle Sparten des Berufskollegs vorzustellen: auch die Kinderpflege und die Hauswirtschaft. Eine Neuauflage ist fürs nächste Jahr bereits geplant.

(RP)