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Keine lästige Zettelwirtschaft mehr

Quarantäne: Infizierter Schüler in der Schwanenschule : Keine lästige Zettelwirtschaft mehr

Mehr Verantwortung für Corona-Infizierte: Diese müssen künftig ihre Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt melden. QR-Codes oder Luca-App und Co gehören der Vergangenheit an.

Die aktuell geltende 3G-Regel macht vieles leichter. Schließlich geht’s nicht mehr darum, ab wann oder ob wer wo und warum in Geschäfte oder öffentliche Gebäude darf, sondern in vielen Fällen nur noch um die Frage: Ist derjenige geimpft, getestet oder genesen? Auch eine bisher lästige Pflicht beim Restaurant- oder Friseurbesuch gehört der Vergangenheit an: Wer essen gehen oder sich die Haare schneiden lassen möchte, muss sich nicht mehr mit Zettelwirtschaft, QR-Codes oder Luca-App und Co herumschlagen. Die Kontaktnachverfolgung über das Restaurant, den Salon und viele andere Bereiche des öffentlichen Lebens entfällt durch die neue Corona-Schutzverordnung.

Deutlich angenehmer sind auch die Quarantäne-Regeln an den Schulen. Jetzt muss nicht mehr die gesamte Klasse in Quarantäne, wenn ein Corona-Fall bekannt wird, sondern nur noch die engsten Sitznachbarn. Und zwar die Schülerinnen und Schüler, die vor, hinter, und neben der infizierten Person gesessen haben und damit „enge Kontaktpersonen“ sind, erklärt das Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS). Für sie gilt, dass sie sich auf Anordnung vorerst in eine 14-tägige Quarantäne begeben müssen.

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In Wermelskirchen ist aktuell eine Schule von diesen Corona-Schutzmaßnahmen betroffen: In der Schwanenschule wurde in dieser Woche eine Person aus der Schülerschaft positiv auf das Coronavirus getestet, informiert Nina Eckardt vom Rheinisch-Bergischen Kreis auf Nachfrage dieser Redaktion und fügt hinzu: „Die engen Kontaktpersonen des Indexfalls wurden ermittelt und unter Quarantäne gesetzt. Dies betrifft aber nur einzelne Personen dieser Klasse. Eine Testaktion befindet sich in Planung, eine Allgemeinverfügung wird nicht erlassen.“

Auch in anderen Schulen im Kreisgebiet sind Corona-Fälle bekannt, wie es aus dem Kreishaus heißt: „Momentan sind es im Rheinisch-Bergischen Kreis einzelne Schüler und Schülerinnen, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt werden“, so Eckardt. Bei dieser Vorgehensweise folge das Gesundheitsamt den Vorgaben des Landes NRW sowie den geltenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Sollte es zu „Sonderlagen“ kommen, weil es sich um größere Ereignisse mit mehreren infizierten Indexfällen handelt, werde der Kreis darüber informieren.

Dadurch, dass nicht mehr die Gastronomie oder Friseursalons Kontaktdaten der Gäste und Kunden einsammeln, wird eins künftig wichtiger: Die Auskünfte, die Corona-Infizierte selbst dem Gesundheitsamt im Rahmen der Kontaktnachverfolgung geben. Denn: Da weder in Gastronomiebetrieben oder bei Veranstaltungen Kontaktdaten der Gäste erfasst werden, die Kontaktpersonen des Corona-Infizierten gewesen sind, müssen neue Wege gefunden werden, um mögliche weitere Betroffene zu informieren: „Die Verantwortung zur Rückverfolgbarkeit geht damit mehr in die Hände jedes und jeder Einzelnen über“, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Sabine Kieth.

Durch steigende Impfzahlen und gemäß der aktuellen Corona-Test-und -Quarantäne-Verordnung NRW erfrage das Gesundheitsamt von den sogenannten „Indexpersonen“ – also denjenigen, die nachweislich als erstes in einer Serie von Ansteckungen infiziert wurden – die Daten ihrer Kontaktpersonen ab. Vom Gesundheitsamt kontaktiert werden künftig jedoch ausschließlich diejenigen, die sich in Quarantäne begeben müssen. „Vollständig gegen Covid-19 geimpfte Personen sind bis auf einige Ausnahmen nach Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall von Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen“, erklärt Sabine Kieth, „ebenso wie Genesene, welche mit einer Impfstoffdosis geimpft sind.“

Das gilt übrigens nach Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auch in den Schulen: „Vollständig geimpfte symptomlose Kontaktpersonen (Schülerinnen und Schüler und Beschäftigte der Schule) sind von Quarantäne-Regelungen ausgenommen“, so das MAGS.

Dennoch müssen vollständig immunisierte Kontaktpersonen oder Genesene mit einer Impfung durch die Indexpersonen informiert werden. Anschließend gelten für sie dann folgende Regeln: Kontaktpersonen sollten bis zum 14. Tag nach dem Kontakt zu dem SARS-CoV-2-Fall ein Selbstmonitoring durchführen und relevante Daten wie Körpertemperatur und mögliche Symptome notieren. Außerdem sollten sie sich nach Möglichkeit regelmäßigen Selbst- oder Schnelltests unterziehen, heißt es vom Gesundheitsamt des Kreises.

Sollten bei den Kontaktpersonen innerhalb dieses Zeitraums Symptome auftreten oder einer der Selbsttests positiv ausfallen, müssen auch sie sich nach aktueller Corona-Test-und -Quarantäne-Verordnung NRW in Quarantäne begeben, eine zeitnahe PCR-Testung veranlassen und sich beim Gesundheitsamt des Kreises melden.