Kein Sportfest für Schulen in Wermelskirchen

Kein Sportfest für Schulen in Wermelskirchen : Kindersport und Fördertöpfe im Fokus

Der Stadtsportverband informierte sich über das Projekt „Sportplatz Kommune“. Bereits drei Wermelskirchener Vereine haben angekündigt, ein Stück vom „Moderne Sportstätten 2022“-Kuchen zu wollen.

Ganz im Zeichen von Förderprogrammen stand die Jahreshauptversammlung des Wermelskirchener Stadtsportverbandes (SSV) im Vereinsheim des SV 09/35. Dabei verkündete der SSV-Vorsitzende Klaus Junge, dass bereits jetzt drei Vereine aus Wermelskirchen ihr Interesse an dem vom Land Nordrhein-Westfalen aufgelegten Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ (wir berichteten) angemeldet haben: der SSV Dhünn für den dringend benötigten Kunstrasenplatz, der Judo-Club und Tura Pohlhausen-Tennis.

Voraussetzung, um ein Stück vom „2022“-Kuchen zu bekommen, ist, dass der Verein auch der Besitzer oder zumindest langjähriger Pächter der genutzten Sportstätte, in die die Gelder investiert werden sollen, ist. Wie der Vorsitzende des Ausschusses für Sport, Freizeit und Tourismus, Karl-Heinz Wilke, auf der Jahreshauptversammlung ankündigte, setzt sich die Stadt demnächst mit dem SSV Dhünn zusammen, um über den Abschluss eines entsprechenden Pachtvertrages für den Dhünnschen Fußballplatz zu sprechen. Damit würde die Basis für die Beantragung von „2022“-Fördergeldern geschaffen.

An dem Fördertopf „Sportplatz Kommune – Kinder- und Jugendsport fördern in NRW“ nimmt Wermelskirchen teil. Vor den 29 anwesenden Vertretern der Wermelskirchener Sportvereine erläuterten Verena Braumann und Janik Pfeiffer vom federführenden Kreissportbund des Rheinisch-Bergischen Kreises das Vorhaben. Dabei werden in den letzten zwei Juni-Wochen die 288 Jungen und Mädchen der zweiten Klassen aller Wermelskirchener Grundschulen vormittags im Rahmen des Sportunterrichts in rund 90 Minuten pro Klasse „getestet“. „Wir wollen feststellen, was die Kinder aktuell brauchen, welche Bedarfe gibt es, welche Angebote können Vereine für die Kinder sinnvoll anbieten“, erläuterten Braumann und Pfeiffer. Es ginge um die Feststellung des aktuellen Leistungsstandes bezüglich der körperlich-motorischen Fähigkeiten und die Entwicklung entsprechender Unterrichts- und Bewegungsangebote in Wermelskirchen sowie die gezielte Öffentlichkeitsarbeit anhand der gewonnenen Daten. „Die Schulen waren sofort von der Idee angetan und sind begeistert“, berichtete Janik Pfeiffer. Zuvor gibt es noch Informationsgespräche und -veranstaltungen zu den Details mit den Schulen und für die Eltern. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen, ist bereits jetzt angedacht, in 2020 ebenfalls die zweiten Grundschulklassen zu „testen“ und in 2021 sowie 2022 in den dann vierten Klassen einen „Re-Test“ durchzuführen, um Entwicklungen zu dokumentieren. Für das „Sportplatz Kommune“-Projekt in Wermelskirchen stellen der Landessportbund und die Staatskanzlei NRW 13.600 Euro in zwei Jahren zur Verfügung. Kooperationspartner des Kreissportbundes sind die Universität Duisburg-Essen und die Wermelskirchener Sportvereine, die Helfer stellen sollen. „Die wissenschaftliche Begleitung kostet Geld und die Schulung der Helfer, die ihre Aufgabe auch nicht kostenlos erledigen sollen“, beschrieb Verena Braumann den Finanzbedarf.

Der Vorsitzende Klaus Junge rückte ein Vorhaben des Stadtsportverbandes in den Fokus der künftigen Arbeit: „Alle Erstklässler sollen bei ihrer Einschulung ab dem Schuljahr 2019/20 einen Sportgutschein erhalten, mit dem sie Schnupperbesuche bei den Angeboten der Vereine machen können.“ Die Details seien noch nicht vollständig ausgearbeitet. Angedacht wäre unter anderem ein „Zehn-Punkte-Feld“, mit dem sich Preise gewinnen lassen, wenn es vollständig ausgefüllt ist, so Junge.

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