Wermelskirchen: Kaufpark schon geschlossen – Bürger erzürnt

Wermelskirchen : Kaufpark schon geschlossen – Bürger erzürnt

Eigentlich sollte der Kaufpark-Supermarkt an der Kölner Straße erst am Mittwoch schließen. Doch am Samstag zogen die Mitarbeiter die Tür endgültig hinter sich zu, am Montag wurde der Markt geräumt. Die große Frage ist: Was kommt danach? Immobilien-Eigentümer Udo Wüsthoff erklärte am Montag gegenüber der BM, dass er sich bemühe, wieder eine Lebensmittel-Nahversorgung zu etablieren. "Zurzeit ist aber noch nichts spruchreif. Ich führe aber Verhandlungen." Schließlich wollten "Politik und Anwohner" dort eine Nahversorgung. Er stellt sich einen alternativen Mix aus Non-Food und Food vor. Details wird es aber frühestens 2014 geben.

Die Reste des Kaufpark an der Kölner Straße wurden am Montag abtransportiert. Vor dem Geschäft stand das, was einmal zur Backstube gehörte. Noch bis Samstag lagen dort Brötchen, Kuchen und Brot. Jetzt war sie verbogen, dreckig, leer. Im Geschäft selbst war es laut. Dutzende Personen montierten Regale ab, rissen Kabel heraus, schleppten die Einzelteile nach draußen. Am Liefereingang schmiss ein Mitarbeiter die Überbleibsel von Regalen, Verkaufsständen und Theken in einen großen Container. Immer wieder blieben Passanten stehen und sahen zu, wie von ihrem Supermarkt des Vertrauens nichts mehr übrig blieb.

Seit Samstag ist der Kaufpark an der Kölner Straße Geschichte. Nach einem Verkaufstag mit einer großen Rabattaktion schloss die Eingangstür letztmals. Zumindest für Kaufpark wird sie dort nicht mehr öffnen. Gestern begann schließlich das große Ausräumen. Laut Mitarbeitern des tätigen Unternehmens soll das Ladenlokal bis spätestens Ende der Woche leer sein.

"Nehmen Sie bitte für die langjährige Kundentreue unseren herzlichsten Dank entgegen", stand auf einem Plakat an der Eingangstür. Für die Wermelskirchener ist das ein schwacher Trost. Vor allem viele Ältere sind sauer. Ihnen ist der Weg zum nächsten Supermarkt zu weit. "Hier ist nichts mehr. Wer fährt mich jetzt zum Einkaufen? Ich bin 83!", beschwerte sich eine betagtere Dame. Viele Rentner seien eben nicht mehr so gut zu Fuß. Der Weg sei jetzt einfach zu weit.

Auch ein Ehepaar ließ seinen Frust heraus. "Die Schließung ist eine riesengroße Schweinerei", schimpfte eine Frau. Ihr Mann stimmte ihr nickend zu und sprach von einer "Sauerei". Vor allem für Bewohner des Altenheims "Haus Vogelsang" sei die Schließung ein großes Problem. "Wo sollen die denn jetzt einkaufen?", fragte das Ehepaar. Sie monierten eine "unmögliche Planung" seitens der Stadt.

Die alteingesessenen Wermelskirchener Frank Humburg und Claus Füllhase nehmen nach der Schließung vor allem die Stadtspitze in die Pflicht. "Um so etwas müssen sich doch die Politiker kümmern. Da muss der Bürgermeister aktiv werden", forderte das Duo. Zudem regten sie an, dass nun der Bürgerbus eine andere Route fahren müsse, um auch andere Supermärkte, beispielsweise den Toom-Markt an der Viktoriastraße, zu erreichen.

Es gab aber auch Menschen, die das Thema gelassen sehen. "Es ist zwar schade, aber auch nicht so schlimm", sagte eine Rentnerin und lief mit ihrem Rollator weiter.

(RP)
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