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Katt lädt im Sommer zum Bauen ein

Statt Kinderstadt ein Sommerferienprojekt in Wermelskirchen : Katt lädt im Sommer zum Bauen ein

Die Kinderstadt fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Stattdessen sind 50 Jungen und Mädchen zum Hämmern, Sägen, Bohren und Schleifen in die Katt eingeladen. Die Anmeldung zur Verlosung der Plätze beginnt am Montag.

Es wird allerhöchste Zeit, dass Kinder wieder echte Gemeinschaft erleben: Da sind sich Kolja Pfeiffer vom Team der Kattwinkelschen Fabrik und die Amtsleiter im Rathaus einig. Und deswegen wollen sie die Sommerferien auch nach der coronabedingten Absage der Kinderstadt nicht einfach verstreichen lassen. Der Rahmen ist kleiner, die Teilnehmerzahlen deutlich begrenzter, aber die Kinder und Jugendlichen sollen auf ihre Kosten kommen: Vom 5. bis 16. Juli lädt die Stadt Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren zum Sommerferienprojekt ein – jeden Tag von 10 bis 16 Uhr. „Im weitesten Sinne geht es dann ums Budenbauen“, sagt Kolja Pfeiffer, „unser Hauptgrundstoff ist Holz.“ 

Die Projekte sind den Kindern überlassen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder gerne bauen und in Buden sitzen“, sagt Pfeiffer, „egal ob Jungs oder Mädels.“ Die Buden sind bei anderen Projekten der Katt dabei so bunt ausgefallen wie die Teilnehmer – dazu gehörten Hütten und Buden, aber auch Burgen, Zelte und Piratenschiffe. „Es gab immer Kinder, die fanden, ein Haus braucht auch Gardinen und dann genäht haben“, erklärt Katja Töbelmann, „oder Kinder haben den Wänden einen bunten Anstrich gegönnt oder dem Vorgarten ein Hochbeet.“ Alle Talente und Ideen seien willkommen, Kreativität solle nun endlich wieder ausgelebt werden. Das Team biete eine Grundidee und viel Raum und Material für die Projekte der Kinder. Trotz der getrennten Gruppe entstehe etwas Gemeinsames.

 Sie laden zum Sommerferienprojekt ein: Kolja Pfeiffer (Katt), Jugendreferentin Katja Töbelmann, Stefan Görnert und Barbara Frank (Stadt).
Sie laden zum Sommerferienprojekt ein: Kolja Pfeiffer (Katt), Jugendreferentin Katja Töbelmann, Stefan Görnert und Barbara Frank (Stadt). Foto: Theresa Demski
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Das „Aber“ der Organisatoren klingt nur ganz leise nach. Natürlich wisse niemand, welche Regeln es im Sommer für Veranstaltungen gebe, sagt die pädagogische Jugendamtsleiterin Barbara Frank. Aber das Konzept sei so zugeschnitten, dass man aktuell fest davon ausgehe, es auch umsetzen zu können: Insgesamt 50 Kinder können teilnehmen, unterteilt in fünf Zehnergruppen, die sich auf dem Gelände der Katt nicht begegnen. „Natürlich würden wir uns das anders wünschen“, sagt Kolja Pfeiffer, „aber wenn das Projekt so möglich wird, dann schaffen wir die Bedingungen.“

Denn nach den vielen Monaten, in den Projekte abgesagt und Veranstaltungen ausgefallen sind, sei es wichtig, den Kindern und Jugendlichen endlich wieder ein Angebot machen zu können, sagt auch Erster Beigeordneter Stefan Görnert. Soziales Lernen könne dann wieder ermöglicht werden, genauso wie ein gemeinschaftliches Miteinander. „Vielleicht steckt darin für die Teilnehmenden dann auch ein bisschen Aufbruchsstimmung vor dem nächsten Schuljahr“, hofft er.

Vor den logistischen und pädagogischen Herausforderungen im zweiten Jahr der Pandemie hat das Katt-Team keine Angst. „Wir werden uns darauf einstellen“, sagt Kolja Pfeiffer und meint damit auch die Situation der Kinder nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie. Ob Sorgen oder Belastungen: „Natürlich setzt diese Krise den Kindern zu“, sagt er, „aber wir sind Pädagogen und wir wollen damit umgehen.“ Insgesamt zehn Mitarbeitende der Katt unterstützen das Projekt, dazu kommen ein Koch für das Mittagessen und Jugendliche im Feriendienst, die beim Räumen helfen. „Und wir freuen uns über Unternehmen oder Privatleute, die uns mit Material unterstützen wollen“, sagt Pfeiffer und denkt an Paletten, Holzreste, aber auch an Werkzeug zum Budenbauen.

Die Stadt hofft, mit den positiven Entwicklungen der Corona-Zahlen das Angebot für Kinder und Jugendliche bald wieder im gewohnten Umfang starten zu können. „Wir prüfen aktuell, wie wir als Stadt Gelder aus dem Bundestopf beantragen können, der die Pandemie-Folgen für die Kinder und Jugendlichen abdämpfen soll“, sagt Görnert. Zwei Milliarden Euro hat der Bund genehmigt. Aber noch gebe es keine Förderrichtlinien. „Wir wissen nur, dass es vier Säulen gebeten wird“, sagt Barbara Frank. Neben Bildungsangeboten sollen 2021 und 2022 auch frühkindliche Förderung, Ferienfreizeiten und die Arbeit von Schulsozialarbeitern finanziell unterstützt werden.

„Wir entwickeln nun bereits Ideen“, sagt Barbara Frank, „um uns bewerben zu können, sobald dafür die Möglichkeit besteht.“