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Kultur in Wermelskirchen Schenkelklopfer und Gesellschaftskritik in einem Programm

Wermelskirchen · Poetry Slamer und Comedian Quichotte hatte in der Kattwinkelschen Fabrik viel Spaß mit Gags und Wortspielereien. Jonas Klee fabulierte lustvoll vor sich hin und begeisterte sein Publikum.

 Quichotte will in seinem Programm eigentlich „auf Inhalte verzichten“. Gut, dass er es nicht tut...

Quichotte will in seinem Programm eigentlich „auf Inhalte verzichten“. Gut, dass er es nicht tut...

Foto: Stadt Kaarst

Jonas Klee alias Quichotte ist ein lustvoll fabulierender Wort-Baumeister, dem für einen gelungenen Gag oder einen derben Schenkelklopfer kein Schachtelsatz zu verwinkelt ist. Und der sich am Ende wie ein Spitzbube freut, wenn der Satz logisch aufgeht, punktgenau landet und dann beim Publikum für begeistertes Gelächter sorgt – egal, ob er einen Text vorliest oder frei Schnauze spricht. Das eine wirkt dabei nur ein wenig statischer als das andere, beides funktioniert in der gut besuchten Kattwinkelschen Fabrik wunderbar.

Wenn er etwa über das Thema der „befreundeten Pärchen“ fabuliert, die er mit einer Tchibo-Bonuspunkte-Aktion vergleicht. Was jetzt nicht schlimm klingt, dafür aber durchaus großes Humor-Potenzial hat. „Befreundete Pärchen, die sind wie die Lieblings-Teekanne und - ein Anglerhut“, kommentiert Quichotte. Das eine ist wunderbar, das andere - nun, nicht ganz so.

Er selbst kennt mit seiner Frau ein solches Pärchen: Anne und Sven. „Sven ist der Anglerhut, der noch dazu einen DIY-Fimmel hat, er macht eben alles gerne selbst. Aber er ist ein guter Mensch, genau wie seine Frau. Und die beiden haben dann den Königs-Move guter Menschen gemacht: ein Kind adoptiert.“ So weit, so schön.

Doch dann kommt der derbe Humor ins Spiel. „Das adoptierte Kind ist also in einer Wohnung, in der alles selbst gemacht ist.“ Peng, das sitzt, dauert zwar eine Sekunde, bis es zündet, aber dann explodiert das Gelächter. Genauso, wenn Quichotte etwa über seine „drei Geheimratsecken“ sinniert, die sich irgendwann einmal wohl vereinen werden. Im nächsten Moment zieht er die Kappe ab und präsentiert seinen Kopf, auf dem sich besagte Geheimratsecken schon fast zu besagter Einheit zusammengetan haben.

Quichotte ist aber nicht nur lustig, sondern oft eben auch mit einer gesellschaftskritischen Note. Die besingt er dann auch mal. In der Hymne an die Männlichkeit etwa, in der er die grandiose Textzeile unterbringt: „Ich bin männlich, so männlich, selbst die Wölfe im Wald, die kenn‘ mich.“ Und dieses Plädoyer für Gleichberechtigung kommt ebenso gut an wie der Rap „Unkraut“, bei dem er einen Text über einen Jungen geschrieben hat, den er bei einem Workshop für kreatives Schreiben in Köln kennengelernt hat – und der wiederum über sich einen Text mit ebendiesem Titel geschrieben hat. „Er hat darin aufgeschrieben, wie er sich von der Gesellschaft wahrgenommen fühlt.“

Dabei will Quichotte doch eigentlich „auf Inhalte verzichten“. Gut, dass er es nicht tut. Sei es mit den herrlichen Bäcker-Dialogen, die er immer wieder vorliest. Oder mit einer Freestyle-Einlage mit Begriffen, die das Publikum in der Pause auf Zettel geschrieben hat. Oder einem Schlager mit dem geradezu dadaistischen Titel „Schalalalalala“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...

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