Wermelskirchen: "Kampfhunde" gelten als unauffällig

Wermelskirchen : "Kampfhunde" gelten als unauffällig

In Wermelskirchen sind vier Hunde gemeldet. Behörden prüfen die Halter.

In Wermelskirchen sind vier Hunde gemeldet. Behörden prüfen die Halter. Beißattacken von sogenannten Kampfhunden sorgten für Schlagzeilen: "Hund beißt Mutter und Sohn tot" oder "Baby stirbt durch Hundebiss".

Es handelt sich nach Angaben des Ordnungsamtes um bestimmte Rassen, die nach dem Landeshundegesetz (Paragraf 3.2) als gefährlich gelten: Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. "Vorfälle mit diesen Hunden gab es nicht", sagte eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Hunde seien unauffällig, die Halter offenbar in der Lage, die Vierbeiner richtig zu führen und zu halten. Und diese Hunde gebe es in Nordrhein-Westfalen nur noch aus dem Tierheim, nicht mehr vom Züchter.

Längst nicht jeder darf einen Hund dieser Rassen halten. Er muss nicht nur ein Führungszeugnis ohne Einträge vorweisen können, sondern auch einen speziellen Sachkundenachweis und den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vorlegen. Anders als Besitzer großer Hunde, deren Rassen nicht in der Liste gefährlicher Hunde aufgeführt sind, die aber über 20 Kilo wiegen oder über 40 Zentimeter Widerristhöhe haben, kann er diesen nicht bei seinem "Haus-Tierarzt" erlangen, sondern nur beim amtlichen Tierarzt in Bergisch-Gladbach.

Die Haltung sei zudem mit Auflagen verbunden, so die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes. Die Hunde müssen einen Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden. "Es sei denn, sie bestehen erfolgreich eine Verhaltensüberprüfung", so die Mitarbeiterin. Ein vom Land anerkannter Sachverständiger setzt das Tier beim Test besonderen Reizen aus und schaut, wie es reagiert. Etwa fünf Befreiungen vom Leinen- und Maulkorbzwang erteilt der Kreis pro Jahr, teilt ein Kreissprecher auf Nachfrage dieser Redaktion mit.

Auch für denjenigen, der einen Hund hält, der unter "Hunde bestimmter Rassen" (Paragraf 10) fällt, wie beispielsweise einen Rottweiler, gelten die Auflagen für "gefährliche Hunde" mit Ausnahme des Zucht-, Kreuzungs- und Handelsverbots. Man benötigt zudem für die Haltung zwar eine Erlaubnis, kann diese aber auch ohne besonderes Interesse erhalten.

Beim Kreis werden jährlich rund 60 dieser speziellen Sachkunde-nachweise für "Listenhunde" erlangt, so der Kreissprecher. Pro Jahr erstellt das Veterinäramt rund 60 Gutachten nach Beißvorfällen.

(pd)
Mehr von RP ONLINE