Junge Tänzer aus Wermelskirchen wollen zur Weltmeisterschaft

Tanzschule Momo : Tanzend zur Weltmeisterschaft

Rund 25.000 Euro brauchen die Kinder und Jugendlichen der Tanzschule Momo, um an zwei großen Wettkämpfen teilnehmen zu können. Deswegen haben sie nun eine Sammelaktion gestartet.

Ole ist schon ein bisschen kribbelig. „Ich bin immer aufgeregt vor Wettkämpfen“, sagt der 15-Jährige, „und jetzt erst recht.“ Schließlich geht es um die Weltmeisterschaft. Ole tanzt schon ewig und kennt diese wichtigen Momente inzwischen in- und auswendig, wenn eine Jury genau hinsieht. Aber die Aufregung ist geblieben. Das war beim Regionalentscheid in Hürth so und auch bei den Deutschen Meisterschaften in München. Vor allem, wenn er als Solotänzer auf die Bühne tritt, sind alle Augen auf ihn gerichtet. „In der Gruppe ist das noch mal etwas anderes“, sagt er, „da ist man dann zusammen aufgeregt.“ Und weil sechs Solotänzer, drei Duos und auch die beiden Gruppen „Crowns“ und „Unlimited X“ der Tanzschule bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich waren, dürfen sie Ende Juni zur Tanz-Weltmeisterschaft nach Portugal fahren.

Das würde für jeden der Schüler allerdings 600 Euro kosten – inklusive, Flug, Unterkunft und Startgebühren. Daneben haben sich auch drei Momo-Tanzschüler für die Europameisterschaft Ende Mai in Italien qualifiziert, auch hier sind die Kosten hoch. Die Summe können längst nicht alle Familien aufbringen. Also haben sich die Jugendlichen etwas überlegt: „Wir sammeln Spenden“, erklärt Dana (10). An den nächsten beiden Wochenenden backen die Tanzschüler erst im Obi und dann im Rewe Waffeln und verkaufen sie an die Besucher.

Benita und Luana Mannel treten als Duo auf. Foto: Tanzschule Momo

Manche der Kinder und Jugendlichen haben sich mit der Sammeldose bereits auf den Weg zu Nachbarn und Freunden gemacht. Und Tanzlehrerin Xenia Pil hat eine Spendenaktion im Internet ins Leben gerufen. Insgesamt erwartet sie Kosten von rund 25.000 Euro – 17.000 Euro wollen die Tänzer sammeln, damit sich jeder die Reise leisten kann. „Wir haben unseren Tanz ein ganzes Jahr geübt“, erzählt Kira (13), die zu den „Crowns“ gehört.

Mit 18 jungen Tänzerinnen und Tänzern bringt die Gruppe eine Mischung aus HipHop und Modern Dance auf die Bühne – choreografiert haben das Spektakel die Tanzlehrer. Laut und schnell, präzise und mit vielen Hebefiguren, authentisch und strahlend: Wenn die Kinder und Jugendlichen der großen Tanzgruppe die Bühne betreten, dann zeigen sie vollen Einsatz. „Das war harte Arbeit“, sagt Kira. Allerdings sei das wichtigste in der Tanzschule immer der Spaß, ergänzen die Tänzer unisono. „Das ist, was ich am liebsten mache“, sagt Nele (12). Tanz sei kreativ, dazu komme die Musik und auch ein bisschen Show. Und auch Tanzkollegin Philine (13) muss nicht lange überlegen, um die Faszination des Tanzens zu erklären. „Tanzen kann man überall“, sagt sie, „man braucht noch nicht mal unbedingt Musik. Und man kann jedes Gefühl einfach raustanzen.“ 

Bei der Weltmeisterschaft in Portugal wollen die jungen Tänzer nun das Ergebnis ihrer Arbeit zeigen – und wie in den vergangenen Jahren die Konkurrenz hinter sich lassen. Auch die Jugendlichen, die als Solotänzer mit Folklore, Modern Dance und HipHop im Gepäck nach Italien fahren, freuen sich auf ihren großen Einsatz.

„Klar wollen wir einen guten Platz machen“, sagt Philine. Allerdings freuen sich die jungen Tänzer auch auf die große Reise, auf den Moment, wenn am 28. Juni das Flugzeug nach Portugal abhebt, wenn sie als Gruppe die Bühne stürmen, die vertrauen Klänge von „Surviver“ aus den Lautsprechern klingen. „Dann vergisst man alles und tanzt einfach nur“, sagt Ole.

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