Wermelskirchen: Jugendliche sind 72 Stunden im Einsatz für die Tafel

Wermelskirchen : Jugendliche sind 72 Stunden im Einsatz für die Tafel

Es ist schon erstaunlich, was in 72 Stunden alles passieren kann. Einfach machen und anpacken. Ohne Rücksicht auf das Wetter, ohne Überstunden- und Wochenendzuschläge, ohne einen Blick auf die Uhr. Die Messdiener und die Pfarrjugend von St. Michael und Apollinaris organisierten die Renovierungsarbeiten bei der Wermelskirchener Tafel.

Die Junge Union, das Jugendcafé JUCA und Freiwillige beteiligten sich ebenfalls. Die Aktion "72 Stunden — uns schickt der Himmel" ist eine bundesweite Sozialaktion der katholischen Jugend (BDKJ). Von Donnerstag, 17.07 Uhr, bis Sonntag 17.07 Uhr, wurde das Außengelände rund um das Gebäude der Tafel neben der Feuerwehr in Ordnung gebracht. Und auch im Inneren hat sich viel verändert. Unzählige Pflastersteine wurden in Säcke gepackt. Die Stadt stellte einen Radlader zur Verfügung und ein Fahrer der Firma "Sieg+Partner" schaffte die schwere Last zur Seite. Sträucher wurden geschnitten, Unkraut entfernt und ein ganzer Container mit Müll und Abfällen gefüllt.

Iman Blume organisierte die gesamte Aktion vor Ort. "Die Teamarbeit ist wirklich toll", sagte sie. "Wir treffen uns um 9 Uhr zum Frühstück, dann werden die Arbeiten verteilt und der Tag endet mit einem gemeinsamen Grillen." Eine lange "To Do-Liste" im Eingangsbereich zeigte die Aufgaben. Der erste Punkt war "Gelände entrümpeln" und der letzte Punkt "eine gute Zeit zusammen haben". Doch dazwischen lag ganz viel Arbeit. Die alten Nachtspeicherheizungen wurden demontiert und entsorgt und in einigen Räumen wurde ein neuer Fußboden verlegt. Der neunjährige Hannes Lammers hatte Blasen an den Händen. Zusammen mit seinem Kumpel Daniel Boss verlegte er die Kunststoff-Bodenplatten, die mit einem Hammer verbunden werden mussten. Regale wurden gestrichen und alles neu aufgebaut und sortiert. Rolf Stock vom Vorstand der Tafel war beeindruckt von der Arbeit. "Das hätten wir selbst nie leisten können", betonte er.

Draußen ist ein überdachter Bereich entstanden — für wartende Kunden und für den Transporter. Ein Nebengebäude wurde gestrichen. "Da kommt noch ein schönes Graffiti drauf", sagte André Frowein, Leiter des Jugendcafés. "Tim Kittsteiner wird ein Motiv mit einer Friedenstaube sprayen. Das passt ja prima." Ein Stück weiter stutzte Nils Lidemann einige Sträucher. "Ich bin zurzeit arbeitslos und warte auf die Resultate meiner Bewerbungen. Ich habe Zeit und helfe einfach mit."

(RP)
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