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Wermelskirchen: Jesiden richten fröhliches Neujahrsfest aus

Wermelskirchen : Jesiden richten fröhliches Neujahrsfest aus

Gut gelaunt ditschen die Kinder bunte Eier gegeneinander. Es herrscht Feststimmung. Schließlich begehen Jesiden jedes Jahr im April ihr Neujahrsfest. In diesem Jahr feiern sie in ihrer neuen Heimat und haben zum Mitfeiern eingeladen. Fast 200 Gäste sind gekommen. Christen, Muslime, Juden, Jesiden: "Wir sind hier in Wermelskirchen eine Familie, eine Gemeinschaft", sagt Qaso Ibrahim aus dem Irak, der das Fest mit vorbereitet hat. Und weil das Neujahrsfest der Jesiden traditionell ein Festtag für die Familie ist, wird in diesem Jahr eben im großen Rahmen der "neuen" Familie gefeiert.

Während das Buffet mit unzähligen arabischen Köstlichkeiten bereits duftet und lockt, berichten Quaso Ibrahim und Alias Mato aus ihrer Heimat, aus ihrer Religion und Kultur. "Viele Menschen nennen uns einfach Kurden", sagt Ibrahim, "sie wissen gar nicht, was Jesiden sind." Damit wollen die 16 jesidischen Familien, die inzwischen in Wermelskirchen leben, aufräumen. Und deswegen erzählen sie von den Ursprüngen ihrer Religion, vom Leben in der Minderheit. Von christlichen und muslimischen Riten, die sie in ihre eigene Kultur aufnahmen, um nicht zu sehr aufzufallen. Und von der wohltuenden Freiheit in der neuen Heimat.

"Am Neujahrstag feiern wir, dass Gott die Welt erschaffen hat", erklärt Qaso Ibrahim schließlich. Die Jesiden erinnern sich an jenen Tag, als die Sonnenstrahlen zum ersten Mal auf die Erde trafen und sie in rotes Licht hüllten."".

Ihre Gäste lassen sie teilhaben. An ihrer Geschichte, an ihrer Musik, ihrem Tanz und schließlich ihrem Essen. Am Buffet bilden sich lange Schlangen. "Ich bin beeindruckt", sagt Claudia Collong, "es ist einfach toll." Sie habe bisher wenig gewusst über die Kultur der Jesiden. Das habe sich mit diesem Tag verändert.

Und genau diesen Effekt hatte sich auch Cornelia Seng von der Initiative "Willkommen in Wermelskirchen" gewünscht.Getreu dem Motto "Wie Gott mir, so ich dir", sei es wichtig, dieses wertschätzende Interesse auch anderen Menschen entgegenzubringen. Aber: "Teilnehmen heißt nicht Teilwerden", betont sie, "Annäherung nicht Angleichung." Man müsse es aushalten können, dass einem Dinge auch fremd bleiben. Das Eierditschen allerdings, das bei den Jesiden zum Neujahrstag dazugehört, das ist dann auch den deutschen Besuchern nicht fremd.

(resa)