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Wermelskirchen: Jecke Wiewer außer Rand und Band

Wermelskirchen : Jecke Wiewer außer Rand und Band

Altweiber in Wermelskirchen – tagsüber war nix los, erst am frühen Abend kam die holde Weiblichkeit in Schwung. Vor allem die Altweiberbälle im "Haus Eifgen" und in Dabringhausen waren gut besucht. Schwer war der Neustart im Bürgerzentrum nach einem Jahr Abstinenz. Dort wurde nur im Foyer gefeiert. Die Stimmung aber war gut.

Altweiber in Wermelskirchen — tagsüber war nix los, erst am frühen Abend kam die holde Weiblichkeit in Schwung. Vor allem die Altweiberbälle im "Haus Eifgen" und in Dabringhausen waren gut besucht. Schwer war der Neustart im Bürgerzentrum nach einem Jahr Abstinenz. Dort wurde nur im Foyer gefeiert. Die Stimmung aber war gut.

Altweiber ist für die "Möhnen" in Wermelskirchen kein fester Termin: Kein Rathaussturm, kein Straßenkarneval. Die Jecken "flüchten" vormittags eher in die benachbarten Karnevalshochburgen — erst abends trifft man "Wiewer" bunt kostümiert auf den Atweiberbällen. Mittlerweile sind es drei, die das Partyvolk anlocken.

Weiberkarneval der KFD

Flotte Hexen, flotte Sprüche und ein ebenso flottes Programm gab es gestern im Pfarrzentrum St. Michael. Die flotten Hexen, angeführt von Gaby Trebes, organisierten zum zweiten Mal den beliebten Weiberkarneval der KFD. Nachdem die BM das Team um Gaby Trebes im November vorgestellt hatte, waren die 190 Sitzungskarten innerhalb von nur zwei Wochen verkauft. So freuten sich Trebes und ihre Mitstreiterinnen Anja Platt, Beate und Christina Miotk gestern über ein volles Haus.

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Aber auch Herren waren beim Weiberkarneval von St. Michael nämlich als Helfer gern gesehen. Aus Krankheitsgründen hatten einige der 40 geplanten Helferinnen abgesagt: "Dann müssen eben unsere Männer mit ran", hatte Trebes bestimmt. Auf der Bühne ließen Erhard und Udo Wien, Angelika Lessenich, Conni vom Stein, Gertrud Liebig, Harald Krips, Helga Schröder, Alfred und Beate Miotk, Harry Tiede, das Pastoralteam und die Dhünner Jecken keinen Stein in und um Wermelskirchen auf dem anderen. Sie hatten Lacher und donnernden Applaus verdient. Eine rundherum gelungene Sitzung auch für junge "alte" Weiber!

Gute Stimmung im Eifgen

Besser konnte die Altweiber-Stimmung im Haus Eifgen nicht sein: Noch ehe ein etwas schüchterner Herr die Tanzfläche der Jubel-Trubel-Heiterkeits-Halle betreten konnte, hatte er schon eine "Malle-Brille" im Gesicht. Die herumstehen Damen — zwei süße Vampirinnen Annette und Anke sowie Malle-Mädel Sandra — - bogen sich vor Lachen. Allen Möhnen stand der Schalk im Gesicht geschrieben. Noch waren sie kurz nach 20 Uhr weit in der Überzahl. "Nicht mehr lange", wusste Haus Eifgen-Chef Sascha Hilverkus aus Erfahrung. Er zeigte sich in ausgelassener Stimmung. Die Tanzfläche war voll. DJ Linus schob einen Stimmungshit nach dem anderen in den CD-Player.. Der DJ konnte kaum alle Musikwünsche der närrischen Weiblichkeit erfüllen. Die Lieder der Band "Brings" standen unangefochten an der Spitze der lokalen Hitliste. Nahezu alle Kostüme bestachen durch ihre Professionalität, besonders bei den oft in Rudeln auftretenden Mädels. Sechs Steinzeitfrauen im stilechten braunen Fell stromerten durch die Räume. Gott sei Dank fehlte die Keule, um die Männer hinter sich herzuschleifen. Dafür lockte ein süßes weißes Engelchen mit Heiligenschein und lehrte eine Teufelin mit Wuschelmähne sowie eine ebenso attraktive Hexe einem das feixende Fürchten. Auf die Frage nach ihren Männern antwortete eine ausgelassene Truppe von Piratinnen: "Die haben wir Zuhause gelassen; wir wollen doch unseren Spaß haben". So gesehen konnte die Nacht im Haus Eifgen noch heiter werden.

Im Bürgerzentrum nur im Foyer

Wie auch im Bürgerzentrum. Dort spielte sich das närrische Treiben zwar nur im Foyer ab — aber dafür umso enger und lauter. Alle hielten sich an das Motto: "Los mer fiere". DJ und Entertainer Steven Heart war kurzerhand von oben nach unten gezogen — der Vorkauf hatte zu schleppend begonnen. Veranstalter Dirk Kissau äußerte sich trotzdem begeistert von der karnevalistischen Stimmung. Uniformen beherrschten die Kostümierung. Egal, was jemand darstellte - Pirat, Vampir, Matrose, Operationsschwester, Biene Maja, Maikäfer, Araber - alle steckten in Livree. Genau das Richtige für die karnevalistische Drängelschlacht an Cocktailbar und Sektbar. Nur an den Karnevalshit "Halt's Maul, sei still!" hielt sich allein der Stoffpapagei "Jack Sparrow". Er saß festgenäht auf der Schulter des Piraten Heinz.

Jugendparty in Dawerkusen

Bauer Kai I. gab auch bei seinem zwölften Auftritt an diesem Abend alles: Mit "Let's go Kölle" wollte er das überwiegend jugendliche Publikum zum Schunkeln bringen. Doch der Funke sprang noch nicht über. Lediglich die Tanzkorps-Mitglieder der Grunewalder und von Rut-Wiess sorgten direkt vor der Bühne für ein ansprechendes Bild begeisterter Jecken. Prinzenführer Harry Tiede versuchte es, die Garde ebenso wie Prinz Peter oder Prinzessin Kirsten — anscheinend war's noch zu früh für die Jugend.

Das Foyer war fast genauso voll wie der große Saal der Mehrzweckhalle. Da wurde getrunken und geklönt — und überall entdeckte man rote (16 bis 18 Jahre) und grüne (über 18 ) Armbänder. Der Altweiberball in der Mehrzweckhalle ist inzwischen zur großen Jugendparty geworden. Darüber ist Andreas Posingies vom Festausschuss nicht traurig. "Wir hatten am Sonntag 800 Kinder in der Halle, heute ist die Jugend dran, am Samstag bei ,Wir unter uns' das ältere Publikum. Und am Montag feiern dann alle zusammen. Besser geht's doch nicht."

Und langsam füllte sich gegen 21.30 Uhr dann der Saal: Taxis fuhren vor und immer mehr Heranwachsende "stürmten" den Saal. Wobei das nicht so schnell ging. Denn draußen wurde genau kontrolliert. "Wir kommen aus Remscheid. Da ist alles voll", brachte ein junger Mann gerade noch so raus. Andere kamen schubweise aus Köln — um in Dawerkusen noch so richtig abzufeiern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Jeckes Treiben an Weiberfastnacht

(RP)