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Impfchaos: Grüne kritisierte das formale Verhalten

Werkstatt Lebenshilfe in Wermelskirchen : Impfchaos: Grüne kritisierte das formale Verhalten des Ministeriums

Bürgernähe und Mut statt sturer Bürokratie: Dies empfehlen die Grünen im Rat der Stadt jetzt dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW nach dem Impfchaos bei der Lebenshilfe. Dort musste eine geplante Impfung nach einer Entscheidung des Ministeriums abgesagt werden.

Es sei völlig unverständlich, dass die Impfung von 500 Menschen bei der Lebenshilfe Bergisches Land vom Landesministerium untersagt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung von Andreas Willinghöfer und Stefan Janosi. „Formal mag das korrekt sein, das starre Festhalten an Verordnungen trotz veränderter, lokaler Lage ist nicht nachvollziehbar und stößt daher bei Bürgern auf absolutes Unverständnis.“ Da sei streng auf den Kalender gezeigt worden, obwohl die Zuständigen längst festgestellt hatten, dass alle Menschen der Priorität 1 in Wermelskirchen geimpft seien.

In einer Pressekonferenz am 23. Februar stellte der NRW-Ministerpräsident nur wenige Tage später fest, es bräuchte „neue Wege“ in der Pandemie, schreiben die Kommunalpolitiker: „In Wermelskirchen wurde diese Chance vertan. 

Die misslungene Aktion sei nicht dem Verschulden der Lebenshilfe und schon gar nicht dem Impfarzt Dr. Meyer zuzuschreiben. „Vielmehr gebührt diesem höchste Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz“, so die Politiker.

Es sei ebenso ernüchtern, dass sein Vorschlag für die optimale Nutzung des Impfstoffes mittels „Null-Rest-Spritzen“ aus formalen Gründen aufs Eis gelegt wurde. Übrigens werden diese sog. Zero-Residual-Spritzen seit vielen Jahren in der Augenheilkunde täglich eingesetzt: Janosi: „Also ist es eine bewährte und sichere Methode.“ 

Nach Darstellung der Grünen „zerstört man kreatives Engagement. Man darf sich dann auch nicht wundern, wenn die Akzeptanz der Bevölkerung in die Maßnahmen der Landesregierung schwinden sollte.“ Beim Anstieg der Infektionen mit Virus-Mutanten wäre das fatal! Für die zweite März-Woche ist nun der Impfstart für die Menschen der sogenannten Prio 2 in Aussicht gestellt. „Zu diesem Zeitpunkt hätte bei der Lebenshilfe schon die zweite Impfung erfolgen können.“

Fotos: Moll (Archiv), privat

(tei.-)