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Impfaktion in Wermelskirchen: Hunderte erhalten Schutz

Impfaktion in Wermelskirchen : Hunderte erhalten Schutz an der Impfstraße

Moderate Wartezeiten und ein zügiger Ablauf: Fast 800 Bürger ließen sich in Wermelskirchen am Bürgerzentrum impfen. An den nächsten Wochenenden geht’s weiter.

„Ich habe viel Zeit mitgebracht“, sagt Stefan Schmitt am Samstagmittag im Bürgerzentrum, „aber das klappt hier ja viel schneller als erwartet.“ Der 54-Jährige hat sich für eine Booster-Impfung angestellt. Statt in einer langen Schlange vor dem Bürgerzentrum ausharren zu müssen, wie seine Vorgänger am Mittwoch und zum Start am Freitagnachmittag, bekommt er Samstagmittag direkt einen Platz im warmen Bürgerzentrum. Rund 15 Impfwillige stehen vor ihm, es dauert kaum eine halbe Stunde, bis er an der Reihe ist. „Die Schlange ist wirklich viel kürzer als ich erwartet hatte“, sagt er.

Die Nachfrage hält sich aber konstant hoch bis in den Abend – ohne dass sich riesige Schlangen bilden. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Uwe Schmidt, der als heimischer Urologe eine der Schichten übernommen hat. Am Abend bilanziert auch Dr. Hans-Christian Meyer und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: 756 Bürger haben sich beim Impfstraßen-Termin der heimischen Ärzte am ersten Wochenende impfen lassen. Für 1000 Bürger gab es Impfstoff, die übrigen Dosen können nun beim nächsten Termin zum Einsatz kommen. Auch viele Menschen aus anderen Kommunen des Kreises seien nach Wermelskirchen gekommen, die Bürger seien sehr dankbar für das Angebot und die gute Atmosphäre.

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Dank des großen Zeitfensters, das den Betrieb deutlich entzerrt, und des zügigen Vorankommens herrscht am Samstag im Bürgerzentrum beste Stimmung. Die Feuerwehr engagiert sich bei der Anmeldung, gibt Anamnese-Bögen aus für die Bürger, die das noch nicht Zuhause am Computer erledigt haben. Die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes stehen am Rande der Schlange und achten darauf, dass keine Unruhe aufkommt. Erst die Ärzte Peter Meiß und Uwe Schmidt, in der zweiten Schicht dann Tobias Hopff und Andrea Hulverscheidt, dazu Medizinische Fachangestellte und Apotheker laden an zwei Impfstationen zum Platznehmen ein. Das kurze Gespräch und die Impfung mit Biontech sind schnell erledigt.

 Im Bürgerzentrum wurde mit Biontech geimpft.
Im Bürgerzentrum wurde mit Biontech geimpft. Foto: Udo Teifel

„Ich finde dieses Angebot wirklich gut“, sagt Stefan Schmitt, der inzwischen ein gutes Stück in der Schlange vorangekommen ist, „unkompliziert und gut organisiert.“ Sven Bosselmann, der ein paar Meter vor ihm steht, nickt zustimmend: „Ich wollte nur mal vorbeischauen“, sagt er, „und als die Schlange übersichtlich war, bin ich geblieben.“ Der 28-Jährige wurde die ersten beiden Male über die Feuerwehr geimpft. „Ich bin froh, dass es für die Booster-Impfung nun hier bei uns in der Stadt eine unkomplizierte Möglichkeit gibt“, sagt er. Und damit trifft er die Stimmung vieler Impfwilliger, die sich am Samstagmittag im Bürgerzentrum in die kleine Schlange einreihen. Sie wolle eine große Weihnachtsfeier planen, erzählt indes Petra Schneider. „Da muss ich mit der Booster-Impfung doch mit gutem Beispiel vorangehen“, stellt die 61-Jährige fest. Sie hoffe, die Inzidenzzahlen würden die Feier zulassen. Die Booster-Impfung gebe ihr nun zumindest schon mal ein besseres Gefühl. „Die ersten beiden Termine hatte ich beim Hausarzt“, sagt sie, „ich war überrascht, dass es jetzt dieses gute Angebot gibt.“

Manch einer, der sich an diesem Mittag an der Impfstraße die kleine Spritze geben lässt, hat auch schon einen Termin in der Praxis vereinbart. „Den sag ich jetzt wieder ab“, sagt ein junger Mann, als er sich den Ärmel nach der Impfung wieder runterkrempelt. Auf diesen Effekt hatten auch die heimischen Ärzte gehofft, die sich bis Mitte Januar an der Aktion an den Freitagen und Samstagen beteiligen. Alle Schichten sind bereits vergeben, auch für mögliche Ausfälle hat das Organisationsteam Ärzte gefunden, die einspringen würden.

„Ich halte es für ganz, ganz wichtig, ein niederschwelliges Angebot für die Menschen zu schaffen“, sagt Urologe Uwe Schmidt, der bereits seit zwei Stunden im Einsatz ist. So könne auch der Andrang auf die Praxen etwas abgemildert werden. Und vielleicht lasse sich mit einer gut organisierten Impfstraße auch noch der ein oder andere Ungeimpfte überzeugen: Die sind in der Schlange im Bürgerzentrum am Samstag eher die Ausnahme. „Aber wir haben einige Erstimpfungen dokumentieren können“, sagt Schmidt. Bis 12 Uhr hat er sechs Erstimpfungen vorgenommen, sein Kollege Peter Meiß impft nebenan an einer zweiten Station. Auch er begegnet dem ein oder anderen Bürger mit Erstimpfung.

Die Bürgermeisterin zieht ein positives Fazit: „Ich bin unendlich dankbar, dass wir hier alle Hand in Hand arbeiten“, so Marion Lück. Man brauche keinen Termin, komme einfach vorbei und „wir helfen auch vor Ort beim Ausfüllen der Unterlagen, wenn Bedarf“ bestehe.

Meyer sagt am Abend: Es habe erfreulich viele Erstimpfungen gegeben. Einer von ihnen steht am Samstagmittag noch etwas unsicher am Eingang des Bürgerzentrums. Er habe doch etwas Angst vor Nebenwirkungen, sagt er. Ob sie bei den ersten beiden Impfungen denn keine Probleme gehabt hätten, fragt er gelegentlich die ankommenden Menschen. Die einen ignorieren, die anderen ermutigen ihn. Eine Stunde später hat der Mann einen Anamnese-Bogen zur Anmeldung in der Hand.