Immer mehr Kinder werden sonderpädagogisch unterstützt

Inklusionsbericht des Rheinisch-Bergischen Kreises : Immer mehr Kinder brauchen Unterstützung

Dritter Inklusionsbericht zeigt die Entwicklung der Schülerzahlen im Gemeinsamen Lernen und die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen auf.

Wie entwickelt sich das Gemeinsame Lernen von und Schülern mit und ohne Behinderung und welche Unterstützungsangebote gibt es? Wo liegen die Besonderheiten beim Übergang der Kinder und Jugendlichen vom Kindergarten in die Schule, von der Primarstufe in die Sekundarstufe I und von der weiterführenden Schule in eine Ausbildung oder ein Studium? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema „Schulische Inklusion“ liefert jetzt der dritte Inklusionsbericht des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dieser stellt anhand vergleichbarer Zahlen die Entwicklung der Förderquoten und der Inklusionsanteile getrennt nach Primarstufe und Sekundarstufe I dar. Der Inklusionsanteil zeigt, wie viele dieser Schüler im Gemeinsamen Lernen an einer allgemeinen Schule unterrichtet werden. Bei den beiden Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in Rösrath und Leichlingen stellt der Inklusionsbericht neben der Gesamtschülerzahl der Schulen separat die Zahlen der Kinder und Jugendlichen dar, die ihren Wohnort im Rheinisch-Bergischen Kreis und nicht in benachbarten Städten oder Kreisen haben.

Primarbereich Im Schuljahr 2018/19 setzt sich die Zunahme an Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf weiter fort und erklärt – bezogen auf Kinder mit Wohnort im Kreis − den leichten Anstieg des Förderanteils im Schuljahr 2018/19 von 5,2 auf 5,5 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren. Der Förderanteil liegt weiterhin sehr deutlich unter dem Landesschnitt (7,3 Prozent) und unter dem Schnitt im Regierungsbezirk Köln (7,6 %).

Der „wohnortbereinigte“ Inklusionsanteil, der ebenfalls nur Kinder mit Wohnort im Rheinisch-Bergischen Kreis umfasst, liegt mit 42,3 Prozent im Jahr 2018/19 leicht über dem des Regierungsbezirks Köln und deutlich über dem des Landes NRW.

Von den insgesamt 250 Kindern im gemeinsamen Lernen wird im Schuljahr 2018/2019 mit etwa 73 Prozent der weitaus überwiegende Teil mit einem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen gefördert. Die übrigen Förderschwerpunkte wie Geistige Entwicklung, Körperlich-Motorische Entwicklung sowie die Förderschwerpunkte der Sinnesschädigungen wie Hören und Sehen machen demnach rund 27 Prozent der Gesamtzahl aus.

Sekundarstufe I Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die sonderpädagogisch unterstützt werden, nimmt auch in der Sekundarstufe I weiterhin stetig zu. Dieser Trend ist landesweit und auch im Regierungsbezirk Köln entsprechend zu beobachten. Der Förderanteil liegt bei den Schülern, die im Kreisgebiet wohnen, mit 8,2 Prozent allerdings deutlich unter den Werten im Land und im Regierungsbezirk. Die Zunahme wirkt sich insbesondere im Bereich des gemeinsamen Lernens aus. Der Inklusionsanteil ist demzufolge ebenfalls weiterhin angestiegen und liegt nun, bezogen auf die im Rheinisch-Bergischen Kreis wohnenden Kinder und Jugendlichen, bei 44 Prozent, heißt es in dem Bericht. Diese Steigerung ist eine Folge davon, dass weiterhin mehr Familien das Recht wahrnehmen, ihre Kinder in einer Regelschule im Rahmen des Gemeinsamen Lernens unterrichten zu lassen.

9 von 10 Schülern mit Unterstützungsbedarf, die an einer Regelschule unterrichtetet werden, haben einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen (Förderschwerpunkte Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache). Auf die übrigen Förderschwerpunkte (Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen, Körperliche und motorische Entwicklung) entfallen lediglich 10 Prozent.

Neben der intensiven Betrachtung der Entwicklung informiert der Bericht über die Übergänge im Bildungssystem, die gerade für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen eine besondere Herausforderung sein können. Schulrat Christoph Lützenkirchen: „Damit Bildungsbiografien von Kindern und Jugendlichen gelingen und kontinuierliche Lernverläufe möglich sind, ist es unser Ziel, zwischen den Institutionen Brücken zu bauen beziehungsweise diese zu erhalten und zu pflegen.“ Dies gelingt im Rheinisch-Bergischen Kreis durch eine gute Kooperation der Schulen untereinander aber auch die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.

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