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Wermelskirchen: "Ich bin im Netz missverstanden worden"

Wermelskirchen : "Ich bin im Netz missverstanden worden"

Ilo Kirsten-Polnik (Grüne) hat via Facebook mitdiskutiert, als Jugendamts-Mitarbeiterinnen als Nazis beschimpft wurden. Sie wirft sich vor, sich von der Wortwahl nicht distanziert zu haben.

Sie fühlt sich missverstanden. Und deshalb ist sie gestern in die Öffentlichkeit gegangen: Ilo Kirsten-Polnik (Grüne) fühlt sich als Stadtverordnete angeprangert, weil sie in einer öffentlichen Facebook-Gruppe mitdiskutierte. Das ist an sich kein Problem, doch sie ergriff Ende Februar das Wort, als ein Wermelskirchener Familienvater zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Jugendamtes, mit denen er Probleme hat, als "Nazis" beschimpfte (BM berichtete). Das machte der Bürgermeister in der jüngsten Ratssitzung öffentlich und teilte mit, dass die Stadt Strafanzeige gegen den Mann gestellt habe. Verärgert hatte sich der Bürgermeister in der Sitzung und später im BM-Gespräch auch darüber gezeigt, dass ein Ratsmitglied auf die Äußerungen des Mannes angesprungen sei, mit ihm diskutierte und ihm "in gewisser Weise beipflichtete", sagte Weik. Konsequenzen hat dieses Ratsmitglied nicht zu befürchten.

"Ich habe diesem Mann in keiner Weise beigepflichtet", erklärte gestern Kirsten-Polnik im BM-Gespräch. Unter dem Eindruck einer Fernseh-Dokumentation habe sie eigentlich darlegen wollen, wie schwer es heute Jugendämter hätten, sachgerecht zu entscheiden, ohne nicht gleich mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. "Mein Beitrag sollte eine Äußerung pro Jugendamt werden. Ich wollte doch für die Mitarbeiter sprechen und aufzeigen, wie schwierig die Situationen oft sind, über die sie entscheiden müssen", sagte die Politikerin. Dieser Gedanke sei aber so nicht angekommen. "In den Text interpretiert jeder, was er will."

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Sie macht sich lediglich den Vorwurf, sich nicht von der Wortwahl des Facebook-Nutzers distanziert zu haben. Ilo Kirsten-Polnik sieht keinen Grund, jetzt aus dieser Debatte Konsequenzen zu ziehen.

"Ich war in der Ratssitzung schon perplex und musste erst einmal überlegen, was ich geschrieben habe", sagte sie. "Warum hat mich der Bürgermeister nicht vorher schon mal angesprochen?", fragt sie.

Eigentlich wollte sie sich schon in der Sitzung öffentlich von den Vorwürfen des Facebook-Nutzers distanzieren. "Aber da war die Stimmung im Ratssaal schon aufgeheizt. Und ich hatte den genauen Textverlauf auch nicht mehr vor Augen."

(RP)