Schulstart für i-Dötzchen : „Endlich bin ich auch ein Schulkind“

Malte Robl feiert am Donnerstag seine Einschulung. Der Sechsjährige fiebert dem Schulalltag seit Monaten entgegen.

Wer Malte mitten in der Nacht anstupsen und nach seinem Schulweg fragen würde, der bekäme eine kurze, prägnante und entschiedene Antwort: „Die Mühlenstraße rauf, dann muss ich rechts abbiegen und schon bin ich da.“ Malte hat den Schulweg zur Dhünntalschule in Dabringhausen mit seinem Papa geübt. Und außerdem kenne er den Weg ja auch schon, weil sein großer Bruder Jan-Philip auch die Dhünntalschule besucht habe. Aber jetzt ist eben Malte dran. Die Gefahr, dass er sich auf dem Weg zur Schule verläuft, ist aber ohnehin gering. „Wir Kinder vom Odderbach gehen nämlich alle zusammen zur Schule“, sagt er. Ab Freitag treffen sie sich jeden Morgen am gelben Haus und machen sich gemeinsam auf den Weg – die Kleinen und die etwas Größeren.

Malte ist das Glück darüber, dass er endlich zu der kleinen „Odderbacher Wandergruppe“ dazugehört, ins Gesicht geschrieben. „Im Kindergarten ist es ein bisschen langweilig geworden“, sagt der Sechsjährige. Und deswegen konnte er den Besuch von seiner Lehrerin Andrea Stöhr in seiner Kindergartengruppe gar nicht erwarten. „Sie hat allen Kindern, die in die Schule kommen, einen Brief gebracht“, erzählt Malte. Und weil sie auch schon die Klassenlehrerin seines großen Bruders war, kannte er sie bereits. „Ich weiß auch schon, wer alles in meine Klasse kommt“, sagt er. Schließlich hat die Schule darauf geachtet, dass sich die ehemaligen Kindergartenkinder aus Dabringhausen in der 1. Klasse auch wiedertreffen.

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Malte ist also bereit. Seinen Ranzen hat er schon gepackt. „Er ist das erste Geburtstagsgeschenk, das er schon vor seinem Geburtstag kannte“, erzählte seine Mutter Kirsten Robl. Schließlich sollte der Sechsjährige den Ranzen selbst mit aussuchen. „Eigentlich wollte ich einen Polizei- oder Feuerwehr-Rucksack“, erzählt Malte. Aber dann entdeckte er das Ninja-Motiv und da stand fest: Der muss es sein. Dazu kamen Mäppchen, Sportbeutel, Stifte, Kleber, Schere: „Ich glaube, ich habe alles“, sagt Malte und führt fröhlich seinen Ranzen vor. Extra für das Foto hat seine Mutter auch die Schultüte schon mal hervorgeholt. „Die ist natürlich noch leer“, sagt sie. Aber Maltes Augen strahlen trotzdem schon mal. Denn Kirsten Robl hat sich auch für die vierte Einschulung in der Familie – Malte hat zwei große Schwestern und einen großen Bruder – richtig ins Zeug gelegt und selbst genäht: Herausgekommen ist eine Titanic-Schultüte. „Malte ist nämlich ein richtiger Fachmann, wenn es um die Titanic geht“, erklärt sie. Und das wird jedem schnell klar, der sich von dem i-Dötzchen seine Schultüte erklären lässt. Und worauf freut er sich nun am meisten, wenn er an die Schule denkt? „Auf das Klettergerüst auf dem Schulhof“, sagt er. Der Rest werde wohl etwas anstrengend, aber auch schön. „Ich kann schon ein bisschen rechnen“, erzählt er. Und alles andere wolle er schnell lernen. Dann könne er auch bald den Code für das Tablet selber einstellen, sagt Malte schelmisch.

Vor dem Lernen allerdings darf gefeiert werden: „Ich habe zur Einschulung meine Schwestern und meinen Bruder eingeladen, Nachbarn und ein paar Freunde“, erzählt er, „und unser Nachbar hat eine Pizzeria, also haben wir Pizza und Nudeln für das Mittagessen bestellt.“

Spielt da auch ein bisschen Aufregung mit? „Keine Aufregung“, sagt i-Dotz Malte stolz und zeigt sein T-Shirt, das mit einem fröhlichen Aufnäher sein Motto für die nächsten Wochen verkündet: „Endlich Schulkind.“