Wermelskirchen: Hotelpläne werden überarbeitet

Wermelskirchen: Hotelpläne werden überarbeitet

Wolfgang Schmitz-Heinen, Geschäftsführer des Spatzenhofs, hält an dem Projekt, ein Wellness-Hotel neben dem Restaurant zu bauen, fest. Umweltaspekte sollen stärker berücksichtigt werden. 100 Zimmer seien die Mindestgröße.

Ein Wellness-Hotel mit Zimmer, aus denen der Gast in die grüne Natur schaut, idyllisch gelegen und mit Wohlfühlangeboten - diesen Traum hat Wolfgang Schmitz-Heinen nicht aufgegeben. Auch wenn der Investor und Geschäftsführer des Spatzenhofes in Süppelbach seine ursprünglichen Vorstellungen nicht verwirklichen kann, hält er am Vorhaben fest, ein Hotel mit Wellnessbereich errichten zu lassen. "Wir arbeiten daran, das Konzept zu schärfen und dabei die Eingriffe in die Umgebung zu minimieren", berichtet der Geschäftsführer auf Nachfrage unserer Redaktion.

Seit 2015 verfolgt Schmitz-Heinen das Ziel, ein Hotel für möglichst viele Zielgruppen - Tagungsgäste, Kurzurlauber, Hochzeitsgesellschaften, Gesundheitsbewusste und Ruhesuchende - neben dem Spatzenhof zu bauen. Entstehen sollte in Süppelbach ursprünglich ein weitgehend zusammenhängender Gebäudekomplex. Auf einer erdgeschossigen Durchgangsebene - der Komplex würde an einem Hang errichtet - sollten sechs Bettenhäuser mit insgesamt 100 Zimmern (200 Betten) stehen.

Es gäbe zudem ausreichend große Wellness- und Schwimmbereiche. Mit viel Holz, Feuer, Steinen und Wasser sollte eine Atmosphäre zum Wohlfühlen geschaffen werden. Außerdem wurden einige freistehende Gebäude geplant, die zum Beispiel als Medizintrakt genutzt werden können.

Schmitz-Heinen hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, dass mit dem Neubau eine dörfliche Struktur geschaffen werden soll, die sich in die Landschaft Süppelbachs einfügt. Er beauftragte ein umfangreiches Umwelt- und Naturgutachten, parallel dazu liefen etliche Abstimmungsgespräche mit der Stadtverwaltung und der Bezirksregierung Köln. Aber das Vorhaben geriet ins Stocken. Obwohl sich die dem bergischen Baustil angepassten, aber modern interpretierten Häuser in den Architektenentwürfen gut in die Landschaft eingefügt hätten, gab es kein grünes Licht. Der Grund: Der Neubau liegt im sogenannten Außenbereich, das sind Areale, die nicht bebaut werden sollen. Es sei denn, dass neue Bebauungspläne dafür erstellt werden. Dementsprechend äußerten die beteiligten Behörden Bedenken hinsichtlich des Naturschutzes.

In dem überarbeiteten Konzept werde dies alles berücksichtigt, so Schmitz-Heinen. Statt einer Splitterbebauung sollen die Gebäude räumlich komprimiert werden. Gutachter und Architekten bemühen sich dabei, Eingriffe in die Landschaft minimieren. "Alle arbeiten an der Genehmigungsfähigkeit der Pläne", sagt Schmitz-Heinen. Im ersten Halbjahr 2018 hoffe er, Klarheit zu haben. Zuversichtlich, das Traumprojekt realisieren zu können, stimmen ihn generelle positive Signale, die er in der Vergangenheit von Stadt, Kreis und beispielsweise auch IHK erhalten habe. Mit einem Wellness-Hotel fülle er eine Marktlücke. "Das gibt es in der Region bisher nicht." Allerdings lohne sich die Investition betriebswirtschaftlich betrachtet erst ab einer gewissen Größe. 100 Zimmer müssten es mindestens sein, damit sich der finanzielle Aufwand für den energieträchtigen Wellness-Bereich rentiere.

"Wenn Sie als Newcomer in dem Markt mitmischen wollen, müssen Sie besser sein als die anderen", beschreibt der Investor den Wettbewerb. Ähnliche Hotels habe er sich angeschaut - wie das Jammertal Ressort bei Datteln oder das Landhotel Voshövel. Letzteres preist Golfplätze in der Nähe und Radtouren am Niederrhein an, um Gäste zu locken. Hier könne man mit dem Golfplatz Dreibäumen, der Balkantrasse und der Wanderregion Bergisches Land werben, ist Schmitz-Heinen überzeugt, dass die Nachfrage nach einem Wellness-Urlaub im Bergischen Land vorhanden ist.

(RP)