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Homeoffice jetzt auch für Schüler

So wirkt sich der Coronavirus in Wermelskirchen aus : Homeoffice jetzt auch für Schüler

Stadt regelt Kita-Betreuungsbedarf für medizinisches Personal. Schulen und Kitas ab Montag zu; für Schulen gilt eine Übergangsregelung. Kreis meldet sechs bestätigte Coronavirus-Fälle. Eine Hausarztpraxis ist geschlossen.

Die Entscheidung war nach der Entwicklung der vergangenen Tage erwartet worden und überrascht eigentlich niemanden: Schulen und Kitas werden ab Montag geschlossen. Kitas sofort, für Schulen gibt bis einschließlich Dienstag eine Übergangsregelung. Bis nach den Osterferien also kein Unterricht. Was aber nicht heißt, dass Ferien sind. Schulleiterin Elvira Persian (Gymnasium) kündigte gestern an: „Die Schüler bekommen Aufgaben per Mail.“

Bereits am Freitagmittag hatte sie ihre Schüler vorbereitet: Auf der Schul-Homepage wurden die Gymnasiasten aktuell informiert. Montag und Dienstag gilt als Übergangsregelung, damit Eltern die künftige Betreuung organisieren können.

Auch für die Sekundarschule und die Grundschulen gilt die Entscheidung der Landes. Kathrin Wagner (Schwanenschule): „Wir haben natürlich geschlossen, aber für Kinder, deren Eltern noch keine Betreuungsmöglichkeit gefunden haben, haben wir geöffnet.“ Sie war am Freitagnachmittag nach einer Konferenz ihres Kollegiums vorsichtig, weitergehende Maßnahmen zu planen: „Es fehlen noch viele Informationen des Ministeriums. Wir tagen am Montagmorgen. Wir hoffen, dass es bis dahin weitere Infos gibt.“

Der Stab für besondere Ereignisse der Stadt Wermelskirchen hat bereits vorbereitende Maßnahmen getroffen: Das Rathaus wird nicht geschlossen, es sollen aber laut Bürgermeister Rainer Bleek alle Prozesse überprüft werden, die für die Bürger wichtig sind. „Wie die Regelungen dann aussehen werden, darüber werden wir berichten“, sagte er.

Da auch die Kitas ab Montag geschlossen sind, bereitet sich die Stadt darauf vor, eine Sonderbetreuung für medizinisches Personal bereitzustellen. Das sind Ärzte, Pflegepersonal, Feuerwehr, Rettungsdienst, Ordnungsamt, Krankenhaus. „Wir werden am Montag ermitteln, wie hoch der Betreuungsbedarf ist.“

Wie schwierig es für Berufstätige ist, Schüler und Kita-Kinder unterzubringen, kann Bleek nachvollziehen. „Wichtig ist, sie nicht zu den Großeltern zu bringen. Vielleicht sollten sich Freunde zusammenschließen.“ Am Montag ist Bleek zu einer Krisensitzung beim Landrat. Dort sollen die Kommunalbeamten über weitere Maßnahmen informiert werden. Er empfiehlt, alle sozialen Kontakte bis auf Weiteres einzustellen.

Für die Volkshochschule gilt ebenso die Anordnung des Landes: Sie bleibt ab Montag geschlossen. Bis 19. April findet kein Unterricht statt. Die VHS-Verwaltung ist weiterhin erreichbar. VHS-Direktor Klaus Miesen appelliert: „Kommen Sie aber bitte nicht spontan vorbei. Rufen Sie uns vorher an oder schreiben Sie uns eine Mail.“

Inzwischen ist vorsorglich auch eine Hausarztpraxis in Wermelskirchen bis zum 27. März geschlossen worden. Dort gab es einen Kontakt ersten Grades mit einem Erkrankten ohne Beteiligung weiterer Patienten. Darauf hat der Arzt als Arbeitgeber beschlossen, die Praxis vorsorglich zu schließen. Das war keine Anordnung des Gesundheitsamtes.

Inzwischen hat sich die Zahl der bestätigten Fälle im Rheinisch-Bergischen Kreis erhöht. Das sind laut Kreis alles Fälle, in denen es keine Kontaktpersonen gibt. Berührungspunkte mit Gemeinschaftseinrichtungen gibt es laut Kreisverwaltung nicht.