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Wermelskirchen: Hohes Niveau bei Jubiläums-Jazz-Session

Wermelskirchen : Hohes Niveau bei Jubiläums-Jazz-Session

Zehn Jahre Jazz im Katt-Bistro - die Messlatte bei der Jubiläums-Session lag hoch, und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Die Musiker legten sich derart ins Zeug, dass dieser Abend den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Michael Regenbrecht, Initiator der monatlichen Jazz-Session im Bistro Katt, hat es wieder getan: Er begrüßte zur Zehn-Jahre-Jubiläums-Session wie gewohnt die Jazz-Fans mit den Worten: "Willkommen auf der schnuckeligsten Jazz-Session in Deutschland!" Diesmal fügte er sogar noch "Europa" mit einem Lächeln auf den Lippen dazu. Und wahrlich, diese Jazz-Session hat es verdient, gelobt zu werden. Als ob die beteiligten Musiker darum wüssten und sich bei der Ehre gepackt fühlten, legten sie sich am Donnerstagabend derart ins Zeug, dass diese Jubiläums-Session vielen lange in Erinnerung bleiben wird.

Natürlich lag die Messlatte der Erwartung an anspruchsvollem Jazz diesmal besonders hoch. Bereits zur ungewohnten Stunde gegen 19.15 Uhr hatte sich das Bistro gut gefüllt, die Leute saßen draußen und tankten hier noch eine frische Brise. Drinnen erwärmte sich die Luft bereits deutlich. Pünktlich um 20 Uhr im mittlerweile rappelvollen Bistro startete gut gelaunt das "Les Searle Trio" - Les Searle (Piano), Ralf Kleine-Tebbe (Kontrabass) und Daniel Galati (Schlagzeug). Klar, dass Les als Mitinitiator der Jazz-Session den Anfang machen musste. Und natürlich begann er mit einem Stück aus seiner Feder: "Bossa Novum" - ein wenig verhalten, die Stimmung im Bistro prüfend, beinahe eine Art Ruhe vor dem Sturm. Der Sturm kam dann zwar nicht, aber der flott gespielte Swing "Too close for Comfort" von Jerry Bock brachte musikalisches Leben in die Gliedmaßen. Das Trio spielte acht Stücke, fünf davon hatte Les geschrieben. Ein gutes Beispiel dafür, dass in Wermelskirchen und Umgebung eine kreative Jazz-Szene herrscht, die selbstbewusst auftreten kann.

Anschließend bot Michael Krautsteins neu gegründetes "Yellow Project" Jazz im Stil "Romantic Fusion". So jedenfalls bezeichnete der Bandgründer die Musik der Band. In Anlehnung an Stücke der ziemlich bekannten internationalen Fusion-Formation "Yellowjackets" (Wespen) intonierten Michael Krautstein (Schlagzeug), Karl Springer (Piano), Klaus Jakobi (Saxophon) und Thomas Rieck (Bass) zunächst eine ruhige, später durchaus lebhafte, aber bei Weitem nicht unmittelbar eingängige Mischung aus Jazz und Rock. Diese Musik war nicht bei einem Schwätzchen nebenbei zu genießen - jetzt war Zuhören angesagt. Von dieser neuen Band ist noch einiges zu erwarten. Die Jazz-Fans dürfen sich darauf freuen.

Mit "Satin Doll" wurde es dann wieder swingend "zum Mitwippen". Dabei inspirierten sich Stefan (Willi) Wintgen (Piano), Helmut Münscher (Trompete), Manfred Bucher (Bass), Michael Regenbrecht (Gitarre) und Ruppe Fuchs (Schlagzeug) gegenseitig. Die Band wurde mit jedem Stück freier und spielfreudiger. Am Ende waren sie schließlich kaum noch zu bremsen: herrlich. Das Publikum war begeistert. Es erlebte eine gelungene, variantenreiche und jazziges Jubiläums-Session.

(bege)