Wermelskirchen: Hoher Pegelstand bereitet Sorgen

Wermelskirchen: Hoher Pegelstand bereitet Sorgen

An der Regenwasser-Versickerungsanlage des Lux-Hochregallagers in Lüffringhausen/Wüstenhof dringt Wasser nach Niederschlägen bis auf die Wiese. Anwohner fühlen sich an 2011 erinnert, als der Damm zu brechen drohte.

Das Versickerungsbecken für Regenwasser des Hochregallagers der Firma Lux in Lüffringhausen/Wüstenhof gleiche wieder einem Schwimmteich. Das Wasser stehe hoch und drücke auf den Damm, und die hinter dem eingezäunten Bereich liegende Wiese stehe teilweise unter Wasser, meldeten sich besorgte Anwohner am Bürgermonitor dieser Zeitung. Der städtische Abwasserbetrieb gab gestern nach einer Besichtigung der Anlage jedoch Entwarnung.

Der hohe Pegelstand im Becken dürfte für manche Anwohner und Spaziergänger ein Déjà-vu-Erlebnis gewesen sein. Bereits im Januar 2011 drohte eine Flutkatastrophe. Nach starken Regenfällen musste die Feuerwehr das Becken der Firma Lux auspumpen. Einem Bewohner der Hofschaft Lüffringhausen war damals aufgefallen, dass Regenwasser von den Töckelhausener Feldern in ungewohntem Ausmaß runterlief und alarmierte Feuerwehr und Stadtverwaltung. Feuerwehrmänner rückten aus. Sie pumpten das Wasser in ein Regenrückhaltebecken auf dem Werksgelände, von dort aus wurde es ins städtische Kanalnetz geleitet. Währenddessen baute das THW mit Sandsäcken eine Barriere, um die tiefer liegenden Häuser zu schützen.

"Es ist keine Gefahr in Verzug, die Bebauung ist nicht gefährdet, auch gibt es keine Glatteisbildung auf dem Weg", sagte Nils Lüdemann. Der stellvertretende Bereichsleiter Technik des städtischen Abwasserbetriebs hatte das Regenrückhaltebecken gestern in Augenschein genommen und mit der Firma Lux gesprochen. Die Pumpe sei intakt, der Füllstand nicht besorgniserregend, Handlungsbedarf bestehe derzeit nicht. Die Anlage diene dazu, das auf dem Firmengelände anfallende Regenwasser zu speichern. Es werde von dem kleineren Regenrückhaltebecken in die Versickerungsanlage hochgepumpt. Damals habe das Unternehmen das Gelände erworben und das Becken errichtet, weil es keine andere Möglichkeit gab, das Oberflächenwasser abzuleiten. Der städtische Kanal könne die großen Mengen an Wasser nicht aufnehmen. "Daher haben einige größere Firmen eigene Versickerungsanlagen", erklärt Lüdemann. Es sei der günstigste infrastrukturelle Eingriff, ein Kanalbau sei aufwendiger und teurer.

Auch auf der angrenzenden Wiese jenseits des Zauns sammelte sich Wasser. Foto: Solveig Pudelski

Im Frühjahr werde er die Bodenbeschaffenheit der Versickerungsanlage prüfen und schauen, ob Auflagen gestellt werden müssen - zum Beispiel, ob eventuell die Ränder befestigt werden müssen. Anwohner könnten sich aber beim Abwasserbetrieb melden, wenn ihnen ein zu hoher Pegelstand auffalle.

Die Firma Obi war gestern trotz mehrerer Anfragen zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

(RP)