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Hochwasser könnte Freibadsaison in Wermelskirchen-Dabringhausen beenden

Linnefe-Flutwellen zerstören das Freibad Dabringhausen : Hochwasser könnte Freibadsaison beenden

Die Linnefe flutete am Mittwoch das Freibad in Dabringhausen. Ab Freitag sind freiwillige Helfer fürs Aufräumen willkommen. Die Stadt sagt derweil finanzielle Hilfe zu.

Am Morgen danach blickt Kurt Genz immer noch fassungslos von der Empore über das Freibad. „Das ist zum Heulen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins im Freibad Dabringhausen. Am Mittwochnachmittag hatte die Linnefe ihr Flussbett verlassen: Der Abfluss war verstopft, ein kleiner Damm gebrochen, und das Wasser hatte ungehindert das Bad geflutet. Knietief hatten die Verantwortlichen am Mittwoch in den Fluten gestanden – machtlos gegen die Wassermassen.

Zwölf Stunden später haben Kurt Genz und Dominik Roenneke vom Betreiberverein die ersten Schäden unter die Lupe nehmen können: „Die Pumpen, die für die Reinigung und Filterung des Beckenwassers zuständig sind, wurden überflutet“, sagt Genz und deutet auf den Schacht im Boden, den Ralf Magney als Technischer Leiter am Abend zuvor lange versucht hatte zu schützen. Das Wasser war am Ende stärker. „Wir werden nun prüfen müssen, wie groß der Schaden ist“, erklärte Genz. Am Donnerstag wurden die Pumpen ausgebaut. Ihr Zustand werde am Ende mit entscheiden, ob die Saison im Freibad beendet ist. „Sollte eine kurzfristige Reparatur möglich sein, können wir der Saison noch eine Chance geben“, erklärte Genz, „wir bemühen uns, die beiden letzten Ferienwochen wieder zu öffnen.“

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Denn immerhin seien die Heizungsanlage, die Filteranlage und die Chlorgasanlage wohl unbeschadet aus der Katastrophe hervorgegangen. „Soweit wir bis jetzt absehen können“, erklärt Genz und deutet auf das Umkleiden-Gebäude, vor dem das Wasser Halt gemacht hatte. Wie groß der Schaden darüber hinaus sei, könne erst in den nächsten Tagen festgestellt werden.

Denn auch am Donnerstag sucht sich die Linnefe weiterhin ihren Weg durch das Bad und über die Wiesen. Am Mittag reinigten die Ehrenamtlichen dann den Zufluss zum Rohrsystem, das den Bachlauf unter dem Freibad entlang führt und bemühen sich um die Reparatur des Damms – um endlich den Wasserfluss zu stoppen.

Währenddessen beginnen Freiwillige an anderer Stelle zu schüppen – um dem Schlamm Herr zu werden, bevor er trocknet. Umso weiter das Wasser zurückgedrängt wird, desto mehr Raum entsteht für die ersten Aufräumarbeiten. Der Startschuss für den Arbeitseinsatz fällt am Freitag: Ab 10 Uhr sind Freiwilligen im Freibad willkommen. Viele befreundete Vereine haben bereits ihre Unterstützung zugesagt – um Schlamm zu schüppen, mit Hochdruckreinigern die Steine zu reinigen, das Kiosk-Gebäude von Schlamm und Unrat zu befreien und den überschwemmten Keller aufzuräumen. „Am besten bringen Freiwillige Schüppe, Eimer und Schubkarre mit“, sagt Genz. Ab heute wollen sich die Verantwortlichen auch den Zustand in den Becken ansehen, in denen das verschlammte Wasser bis zum Rand steht. „Das wird noch richtig Arbeit“, sagt Genz und freut sich über den angekündigten Einsatz vieler Freiwilliger. Um die Becken mit 2800 Kubikmeter frischen Wasser aus dem Wasserverbund Ketzberg zu füllen, seien dann lediglich 48 Stunden nötig.

Gute Nachrichten gibt es indes aus dem Rathaus. Bürgermeisterin Marion Lück hat bereits bei Politikern vorgefühlt und grünes Licht bekommen. „Wir werden den beiden Vereinen finanziell helfen. Das ehrenamtliche Engagement darf nicht umsonst gewesen sein.“ Sie hat grünes Licht für eine Soforthilfe von 20.000 Euro. Über alles weitere müsse für den Haushalt 2022 gesprochen werden. Zum Glück gibt es auch eine Elementarversicherung mit einem Eigenanteil von 10.000 Euro.

Die vorerst ausfallenden Schwimmkurse im Freibad sollen, so wird versucht, im Hallenbad angeboten werden. Die Schwimmmeisterin wird auf jeden Fall im Quellenbad einsetzt. „Aber wir haben natürlich ganz andere Corona-Restriktionen im Hallenbad als im Freibad. Danach müssen wir uns richten, wenn wir jetzt weitere Kurse anbieten“, sagt Lück. 150 Kinder sollten im Freibad schwimmen lernen. Was jetzt möglich sein wird, werden die nächsten Tage zeigen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nach dem Starkregen in Wermelskirchen