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Wermelskirchen: Hier dunkelt es zum Fest

Wermelskirchen : Hier dunkelt es zum Fest

Die erstmalig fehlende Weihnachtsbeleuchtung verärgert und betrübt Bürger und Politiker. Sie werfen dem Stadtmarketing-Verein Konzeptionslosigkeit und unwahre Darstellung zum städtischen Zuschuss vor.

Die Nachbarstädte rund um Wermelskirchen erstrahlen jetzt im vorweihnachtlichen Glanz, laden ein zum Bummeln und Einkaufen. Aber Wermelskirchen wird von den Dellmännern und auch von den Nachbarn schon hämisch als "Dunkel-Wermelskirchen" tituliert. Immer mehr Bürger, aber auch die Politiker, reagieren betrübt und verärgert auf die vorweihnachtliche Trostlosigkeit in ihrer Stadt. Sie werfen dem für diese Misere zuständigen Stadtmarketing-Verein WiW Konzeptionslosigkeit und eine unwahre Darstellung über den städtischen Zuschuss von 20 000 Euro vor.

Denn WiW behauptet nach wie vor auf seiner Homepage, die Stadt habe dem Verein den Zuschuss von 20 000 Euro nicht mehr gewährt. Und deshalb habe die defekte Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr repariert werden können. "Das stimmt so nicht!", verwahrten sich gestern Büfo-Fraktionsvorsitzender Friedel Burghoff, FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla und WNKUWG-Fraktionsvorsitzender Henning Rehse. Auch Volker Schmitz, Fraktionsvorsitzender der CDU, konnte die Darstellung des Vereins nicht nachvollziehen.

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"Hart an der Wahrheit vorbei"

Alle erinnerten sich daran, dass WiW-Vorsitzender Frank von Juterzenka im Juni dieses Jahres "freudestrahlend mitgeteilt hatte, dass WiW freiwillig auf die 20 000 Euro verzichtet, um der Stadt zu helfen", sagt Rehse und fügt hinzu: "Wir haben diese Spende dankend zur Kenntnis genommen. Aber wie kann es jetzt sein, dass sich WiW für die fehlende Weihnachtsbeleuchtung mit genau diesen fehlenden 20 000 Euro rechtfertigt?", fragen sich Rehse, aber auch Burghoff, Manderla und Schmitz. Als "hart an der Wahrheit vorbei" bezeichnet Manderla die Darstellung von WiW. Und Friedel Burghoff wiederholt seine bereits gegenüber der BM abgegebene Einschätzung, er halte den neuen WiW-Vorsitzenden Frank von Juterzenka für überfordert. Rehse und Manderla meinen außerdem zu den Rücktrittsankündigungen, die von Juterzenka am Wochenende auf dem Nikolaustreff gemacht haben soll: Ein Mann in einer öffentlichen Position dürfe nicht so dünnhäutig sein und müsse die berechtigte Kritik an der fehlenden Weihnachtsbeleuchtung auch aushalten können.

"Auf einmal ist Weihnachten"

CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Schmitz versteht nicht, weshalb sich WiW nicht rechtzeitig um die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung gekümmert habe: "Wenn ich zu Hause meinen Weihnachtsbaum abschmücke, dann fällt es mir auf, wenn die Lichterkette kaputt ist und ich kümmere mich sofort darum, dass es nächstes Jahr wieder eine neue gibt. Die Dimensionen für die Stadtbeleuchtung sind zwar andere, aber das Prinzip ist das gleiche. WiW kann doch nicht erstaunt tun, dass auf einmal wieder Weihnachten ist", sagt Schmitz und wirft dem Verein ein konzeptionsloses Vorgehen vor.

(RP)