Wermelskirchen: Heimat bringt Verbundenheit

Wermelskirchen: Heimat bringt Verbundenheit

Vor rund 15 Jahren wählten die Einwohner von Elbringhausen Meinhard Felbick zu ihrem "Bürgermeister". Kein anderer wäre auch geeigneter, die Menschen, die in den 41 Häusern im Osten der Stadt wohnen, zu repräsentieren: Denn Felbick ist tief in die Geschichte seiner Heimat eingetaucht.

Den "Bürgermeister" kennt in Elbringhausen jeder. Aber mit ihm ist nicht der erste Bürger von mehreren Tausend Wermelskirchenern gemeint – sondern der Bürgermeister der kleinen Ortschaft Elbringhausen selbst. Denn obwohl zu der einstigen Hofschaft im Osten Wermelskirchens nur 41 Häuser gehören, hat einer dort alles im Blick: Meinhard Felbick. Er ist ein Bürgermeister, wie er im Buche steht: Denn er wurde standesgemäß während eines Hoffestes vor rund 15 Jahren "gewählt".

Detaillierte Ahnenforschung

Und Meinhard Felbick liebt "sein" Elbringhausen über alles. "Hier ist meine Heimat, meine Familie und auch Generationen vor mir haben schon hier gelebt. Das bringt Verbundenheit", erzählt der 50-Jährige. Genau diese Liebe zu der kleinen Ortschaft hat ihn vor fast zwei Jahrzehnten dazu gebracht, nach der Geschichte von Elbringhausen zu forschen.

  • Bürgermonitor: Anwohner in Dhünn ärgern sich über Straßenlaternen : Versehen oder Verkehrsberuhigung?

Begonnen hatte alles mit einem Dokument über die Neuenhöher-Elbringhauser Wasserleitungsgenossenschaft. Meinhard Felbicks Urgroßvater war einer der Mitbegründer. "Ich hatte Lust, weiter zu suchen und mehr herauszufinden", so Felbick. Es begann eine Recherchearbeit, wie sie alle Bewohner der Ortschaft nicht vorhergesehen hatten. "Ich habe wirklich jeden jetzigen Bewohner nach Bildern, Berichten und Dokumenten gefragt", erzählt der gelernte Sonderschullehrer lachend.

Wenn die heute rund 160 Bewohner nicht mehr weiterhelfen konnten, wurden die ehemaligen Bewohner befragt. Meinhard Felbick machte auch nicht Halt vor einer Fahrt bis an den Niederrhein – nur um ein Foto abzuholen. Zusammengetragen hat er mehrere Hundert Fotos von zig verschiedenen Generationen sowie Karten, Katastereinträge und Dokumente. "So lässt sich die Geschichte Elbringhausens ein ganzes Stück nachvollziehen", meint Felbick, der selbst seit 1968 in Elbringhausen im Haus 28 wohnt. Mit rund 120 gesammelten Fotos und Dokumenten war Felbick kürzlich als Referent des Bergischen Geschichtsvereins zu Gast in der Bergischen Stube im Hotel zur Eich. Dicht gedrängt saßen dort die Zuhörer. Klaus-Dieter Buse, Vorsitzender des Geschichtsvereins, formulierte treffend: "Willkommen zum Hoffest von Elbringhausen." Aber wer Elbringhausen als einen kleinen Teil von Wermelskirchen "einfach so übersehen" wollte, wurde von Manfred Felbick bald eines Besseren belehrt: Denn Elbringhausen sei viel mehr, als nur ein Teil des im letzten halben Jahrhundert immer größer gewachsenen Wermelskirchener Industriegebiets.

"Die Hofschaft macht viel mehr aus und wenn man weiß, wo seine Wurzeln liegen und wohin man gehört, dann macht das einfach glücklich", so Felbick. Er will noch immer weiter suchen, denn wen einmal die Leidenschaft eines Jägers und Sammlers gepackt habe, der höre nicht mehr auf, meint Felbick.

(RP)
Mehr von RP ONLINE