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Haus Eifgen in Wermelskirchen: Sebo Sam gewinnt „Kunst gegen Bares“

Comedy-Premiere im Haus Eifgen : Sebo Sam gewinnt „Kunst gegen Bares“

Die witzige Kleinkunst-Show aus Opladen findet bis November einmal im Monat im Haus Eifgen statt. Zur Premiere kamen rund 40 Besucher. Fünf Hobby-Künstler stellten sich der Publikums-Jury.

Comedy sieht man im Haus Eifgen eher selten. Doch am Dienstagabend war das Opladener Kleinkunst-Konzept „Kunst gegen Bares“ erstmals im Haus Eifgen zu Gast. Weil im Opladener Kulturausbesserungswerk, dem eigentlichen Zuhause der Show, nach wie vor keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, gewährt die Genossenschaft dem Programm an drei Abenden bis November eine Exil-Heimat.

Comedy und Kleinkunst standen im Mittelpunkt, aber los ging es mit Musik. Denn Haus-Eifgen-Hoforganist Michael Dierks spielte ein paar flotte Begrüßungstöne auf der Hammondorgel, mit denen er das Moderatorenduo Markus Steinacker und Torsten Schlosser stilgerecht auf die Bühne holte.

Schlosser und Steinacker freuten sich, nach langer Pause wieder gemeinsam auf der Bühne stehen zu können. Das Konzept hinter „Kunst gegen Bares“ ist ganz simpel – im Vorfeld konnten sich bis zu sechs Teilnehmer bewerben, um jeweils zwölf Minuten ihr eigenes Programm zu präsentieren. Die Jury, die am Schluss den Gewinner bestimmte, war das Publikum. Dazwischen quasselte das Moderatorenduo launig über dies, das und jenes – was vom rund 40-köpfigen Publikum gut gelaunt angenommen wurde.

Den Anfang machte Mary Joe Jackson aus Köln, die sich selbst am Gesang mit der Gitarre begleitete. Sie war offensichtlich sehr aufgeregt, weshalb sich der eine oder andere Hänger in ihre Songs einschlich. Sei‘s drum, auch der Mut, sich als Amateur auf eine Bühne vor fremde Menschen zu stellen, musste belohnt werden.

Als zweiter kam Lars T. Schmidt. Der Kölner, der seinen Job bei Radio Berg erlernt hatte, versuchte sich gar nicht mal so schlecht in der hohen Kunst der Stand-up-Comedy. Dabei referierte er durchaus amüsant über seine herausgenommenen Mandeln, den kassenärztlichen Notdienst und Erlebnisse mit Gynäkologen, bis er seine Performance mit einem Rap über nervige Fragen abschloss.

Der dritte im Bunde war Sebo Sam, ebenfalls aus Köln und mit Gitarre. Der 23-Jährige gab sich gewollt skurril. Nicht nur, dass er scheinbar völlig desinteressiert wirkte. Seine erste Ansage hatte es auch in sich: „Ich bin 23 Jahre alt, meine Mutter hat vier Pferde, und der erste Song handelt von Suizid.“ In dieser konsequenten Wurschtigkeit war ganz deutlich das Vorbild Helge Schneider zu erahnen.

Nach der Pause kamen noch zwei Teilnehmerinnen, nachdem die Moderatoren einen Corona-Bier-Test unter dem lauten Gelächter des Publikums gemacht hatten. Ayleen Haake war aus Hilden nach Wermelskirchen gekommen. Die junge Frau hatte Comedy im Gepäck. Ihr Thema waren jene „Mimimi-Gäste“, die sie in ihrem Studentenjob als Kellnerin tagtäglich erlebte. Die meisten Gags saßen, wobei es vor allem die sympathische Art der 25-Jährigen war, die beim Publikum gut ankam. Den Abschluss unter die gelungene Premiere im Haus Eifgen setzte Valerie Gogolin aus Köln – ein Urgestein bei „Kunst gegen Bares“, und schon seit mehreren Jahren regelmäßig dabei. Auf humorvolle Art und Weise präsentierte sie abseitige und nachdenkliche Texte über Senioren am Klavier und begeisterte ihr Publikum mit ihrer unkomplizierten Art. Das Siegerkrönchen bekam am Ende Saebo Sam aufgezogen.

Die nächsten Termine „Kunst gegen Bares in Exil“ im Haus Eifgen;
jeweils Dienstag, 20. Oktober und 17. November; Beginn: 20 Uhr