„Tag der offenen Tür“ mit großer Resonanz Im „Haus der Begegnung“ herrscht aktives Leben

Wermelskirchen · Die Liste der Angebote und Aktivitäten ist lang, die unter dem Motto „Gemeinsam aktiv sein“ im Wermelskirchener „Haus der Begegnung“ stattfinden. Das Interesse, sich darüber zu informieren, war groß.

Nadine Theißen (l.) und Sonja Raschkowski leiten nur noch bis Ende Juni als hauptamtliche Koordinatorinnen gemeinsam das „Haus der Begegnung“.

Nadine Theißen (l.) und Sonja Raschkowski leiten nur noch bis Ende Juni als hauptamtliche Koordinatorinnen gemeinsam das „Haus der Begegnung“.

Foto: Guido Radtke

Mal mehr, mal weniger lang sind die Wartelisten im „Haus der Begegnung“. Besonders groß ist das Interesse an einem Angebot, das erst vor wenigen Monaten neu in das umfangreiche Programm der Einrichtung der Rheinischen Gesellschaft für Diakonie aufgenommen wurde: Line-Dance.

Seit November wird immer an einem Freitag im Monat in zwei Gruppen nach vorgegebener Choreografie vor- und nebeneinander getanzt. Der große Raum im Erdgeschoss wird dafür komplett leer geräumt, damit jeder der maximal 20 Teilnehmer genügend Platz für seine Schritte hat. „Tanzen im Alter ist sehr beliebt“, sagt Joachim Pistorius, der die 60- bis 85-Jährigen mit seiner Frau Silvia unterrichtet. „Die Koordination von Kopf, Beinen und Händen ist eine Herausforderung. Aber wenn es funktioniert, sieht man ein breites Lächeln“, beobachtet der aktive Turniertänzer.

Joachim Pistorius ist an diesem „Tag der offenen Tür“ einer von zahlreichen ehrenamtlichen Gruppenleitern, die ihr Angebot vorstellen, Fragen beantworten und mit Interessierten ins Gespräch kommen. Davon gibt es an diesem Samstagvormittag einige. „Es haben sich heute viele unbekannte Gesichter unter die große Zahl an Besuchern gemischt“, bilanziert Nadine Theißen. Sie zeichnet neben Sonja Raschkowski als hauptamtliche Kraft nicht nur für den Aktionstag verantwortlich, gemeinsam koordinieren sie auch das Leben im „Haus der Begegnung“.

Wie viele Senioren die Angebote aus Sport, Bildung, Spiel und Spaß, Freizeit oder Kultur nutzen, sei kaum zu schätzen. „Hier ist immer etwas los. Von montags bis freitags, von morgens bis abends“, sagt Nadine Theißen. Jede Gruppe zählt mindestens zehn Teilnehmer. Unter dem Motto „Gemeinsam aktiv sein“ kommen nicht nur Senioren aus Wermelskirchen regelmäßig in die alte Villa an der Schillerstraße 6, sondern auch aus den Nachbarstädten der näheren Umgebung wie Remscheid oder Hückeswagen. Das gelte im Übrigen nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Ehrenamtler, die sich jenseits der eigenen Stadtgrenze engagieren. Nadine Theißen gibt offen zu, dass das aktive Leben ohne diese Unterstützung im „Haus der Begegnung“ nicht möglich sei.

Zu den Ehrenamtlern gehört ein Trio, das am „Tag der offenen Tür“ fleißig in die Pedale tritt – und damit regelrecht dazu animiert, angesprochen zu werden. Inge Weiler, Karin Porwitzki und Frank Gutacker leiten jeweils eine der drei Indoor-Cycling-Gruppen, die sich dienstags oder freitags zum Herz-Kreislauf-Ausdauertraining treffen. „In die Pedale getreten wird in geselliger Runde mit Musik“, verrät Karin Porwitzki und lacht. „So manch einer im Haus wundert sich, wenn es aus der ersten Etage plötzlich entsprechend laut wird.“

Frank Gutacker betont, „dass alle, die beim Indoor-Cycling mitmachen, gesundheitlich richtig gut drauf sind“ – auch die älteste Teilnehmerin mit ihren 89 Jahren. Aber wie bei jedem Bewegungskurs gelte das Prinzip, dass jeder die Übungen so mitmache, wie er es eben könne.

 Inge Weiler, Karin Porwitzki und Frank Gutacker (v.l.) leiten jeweils eine der drei Indoor-Cycling-Gruppen im „Haus der Begegnung“.

Inge Weiler, Karin Porwitzki und Frank Gutacker (v.l.) leiten jeweils eine der drei Indoor-Cycling-Gruppen im „Haus der Begegnung“.

Foto: Guido Radtke

Dass Frank Gutacker heute als Übungsleiter aktiv ist, war anfangs gar nicht so gedacht. „Erst stand ich auf der Warteliste, dann habe ich als Teilnehmer mittrainiert und hatte schließlich so viel Spaß dabei, dass ich selbst eine Gruppe leiten wollte.“ Wie Inge Weiler und Karin Porwitzki hat er sich auf eigene Kosten über ein Fitnessstudio zertifizieren lassen.

Im „Haus der Begegnung“ können in vielen Bereichen und Interessensgebieten neue Kontakte geknüpft und Freizeit gemeinsam gestaltet werden. „Wer einmal in einer Gruppe integriert ist, der geht eigentlich nicht mehr“, hat Sonja Raschkowski beobachtet. Und oftmals entstehen aus den Gruppen heraus auch neue Ideen für das „Haus der Begegnung“.

Ein Beispiel ist die Gartengruppe unter der Leitung von Aldegonda Wartmann. „Weil die Stadt nur die Grundpflege macht, kümmern wir uns im Rahmen eines im offiziellen Programm integrierten Projektes um Beete“, berichtet Nadine Theißen, die mit Stolz ergänzt: „Alles hier lebt von den Ehrenamtlern, die das Programm in seiner Vielseitigkeit gestalten“.

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