Wermelskirchen: Hasen, Eier und Dornenkrone - Kinder bereiten sich auf Ostern vor

Wermelskirchen: Hasen, Eier und Dornenkrone - Kinder bereiten sich auf Ostern vor

Im DRK-Kindergarten Wunderwelt wird Ostern schon Wochen zuvor greifbar: Beim Filzen und Eierbemalen, beim Sägen in der Werkstatt, beim Pflanzen von Radieschen und Kresse und bei der morgendlichen Konferenz, bei der die Kinder erzählen, was sie bewegt.

Pia schneidet vorsichtig den bunten Papphasen aus. Die Fünfjährige folgt konzentriert der vorgezeichneten Linie. Aber warum eigentlich ein Hase? Pia guckt die Besucher überrascht an. "Ist doch klar", sagt sie dann, "der Hase versteckt schließlich die Eier." Und die sucht Pia mit ihrer Familie am Sonntag dann in allen Ecken. "Es sind immer neue Verstecke", sagt sie, "aber meistens liegen auch welche unter der Heizung." Also schneidet Pia weiter aus. Schließlich will sie die bunte Hasen-Kette mit nach Hause nehmen und aufhängen. "Denn Ostern verziert man auch alles im Haus", sagt sie.

"Die Kresse in unserem Kasten ist schon richtig zu sehen", erzählt Eldion (5) und deutet auf die Fensterbank, "das ist ein Zeichen für den Frühling." Um den gehe es Ostern schließlich auch. Dann werde es endlich wieder warm, er könne wieder T-Shirts anziehen und draußen spielen. "Darauf freue ich mich schon", erzählt er. Und Zustimmung bekommt er von Jonas (6): "Ich mag Blumen", sagt er, "jetzt ist der Schnee weg und sie können endlich wieder wachsen." Geschenke scheinen zweitrangig zu sein, wenn es den Kindern um Ostern geht. Ein paar Schokoladeneier liegen im Nest. "Die sind besser als die bunten aus richtigem Ei", sagt Sophia (5). Und warum nun der ganze Aufwand? Warum gibt es Ostern überhaupt? Da zögert Jonas keine Sekunde: "Weil sie Jesus ans Kreuz gehängt haben", sagt er, "und vorher musste er eine Krone mit ganz vielen Dornen tragen, die so gepiekst hat." Dann schaltet sich Pia ein: "Jesus ist am Karfreitag gestorben und an Ostern ist er wieder lebendig geworden." Deswegen gebe es auch so viele freie Tage. Es sei eben so viel passiert.

Die Kinder kommen in Fahrt. "Als er tot war, wurde er in eine Höhle gebracht und dann kam die Fee", sagt Jonas, "und sie hat ihn wieder lebendig gemacht." Eine Geschichte mit einem guten Ende finden die Jungen und Mädchen in der Kita "Wunderwelt". Wer war nun dieser Jesus? Da schauen sich die Kinder ratlos ein. "Er war ein sehr, sehr netter Mensch", sagt Pia, "er hat vielen geholfen."

Erzieherin Martina Meyer blickt fröhlich in die Runde der Jungen und Mädchen. "Wir erzählen den Kindern die Ostergeschichte", erklärt sie, "wir erzählen nicht von unserem eigenen Glauben, sondern fragen sie, was sie selbst glauben." Das ist die Philosophie. Und sie geht auf. Die Kinder erzählen.

Angst oder Scheu vor dem schwierigen Thema rund um Kreuz und Tod haben weder Kinder noch Erzieher. "Wir erzählen das unverblümt", sagt die Erzieherin, "es gibt ja ein Happy End und wir lassen die Kinder mit ihren Fragen nicht alleine." Wer ist eigentlich Gott? Und wo war Jesus Mutter, als er am Kreuz gestorben ist? "Manchmal weiß ich auch keine Antworten", sagt Martina Meyer, "dann überlegen die Kinder und ich eben zusammen, wie es sein könnte." Und das gilt auch für die Ostergeschichte.

(resa)