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Handwerker in Wermelskirchen: Tischler erhält Auszeichnung für Kicker

Lob für Gesellenstück : Auszeichnung für kreativen Kickertisch

Tischer Marius Puschke ist von der Kreishandwerkerschaft ausgezeichnet worden: Sein Gesellenstück fiel beim Wettbewerb „Die gute Form“ als besonders kreativ auf. Der Clou: Der Kicker steht auf nur einem Bein.

Kein Schreibtisch, kein Schrank, keine Kommode: Marius Puschke hat einen Kickertisch gebaut. „Ich wollte ein Gesellenstück machen, das anders ist“, sagt der 20-Jährige, „etwas Besonderes“. Also setzte er sich an seinen Schreibtisch und begann zu grübeln – mit Bleistift und Papier.

Unter seinem fachmännischen Blick begann sich ein Billardtisch zu formen. „Aber der wäre zu aufwändig gewesen“, sagt er und verwarf den Plan. Stattdessen entschied er sich für den Kickertisch. Puschke zeichnete, testete, verwarf. Und mit der Zeit entstand die Idee von einem Gesellenstück, das auf nur einem Fuß steht und durch besondere Formen und Farben auffällt. „Jeder Kickertisch hat vier Beine“, sagt er, „meiner nicht.“ Und weil er während seiner Lehre nicht nur einen Blick dafür bekommen hatte, was möglich ist, sondern eben auch ein Gespür dafür, was optisch schön wirkt, entstand ein Kickertisch, der gleichzeitig Möbelstück sein will.

Der junge Tischler bediente sich nicht der vertrauten Formen und Strukturen, sondern schuf Neues. Puschke brachte den Entwurf aufs Papier, baute sein Werk schon mal in Miniaturgröße und freute sich, als seine Idee abgenommen wurde. Mehr als 100 Stunden baute er schließlich an seinem besonderen Gesellenstück. „Da schreibt man ja nicht jede Stunde auf“, sagt er. Schließlich ist so ein Gesellenstück auch eine Herzensangelegenheit.

Das beeindruckte am Ende nicht nur die Prüfer, die ihm ein gutes Ende seiner Lehre bescheinigten, sondern auch die Jury des Wettbewerbs „Die gute Form“. Alle Gesellenstücke im Rheinischen Bergischen Kreis werden nicht nur benotet, sondern im Rahmen des Wettbewerbs von einer Fachjury unter die Lupe genommen. Die Gewinner qualifizieren sich für den Landeswettbewerb, von dort aus geht es weiter zum bundesweiten Vergleich.

Beim Kickertisch entschied die Jury: Dieses Gesellenstück habe eine Belobigung verdient. „Da waren viele gute Stücke dabei“, sagt Marius Puschke, „umso mehr freue ich mich, dass mein Gesellenstück ausgezeichnet wurde.“ Das bestätigt den 20-Jährigen auch in seiner Arbeit. Gleich nach der Schule entschied er sich für die Lehre zum Tischler. Er habe während eines Praktikums bei der Tischlerei Duda die Faszination für den besonderen Werkstoff entdeckt. „Ich arbeite einfach gerne mit Holz“, sagt Puschke. Und weil die Tischlerei in dem Schüler während des Praktikums jene Leidenschaft für seine Arbeit entdeckt hatte, bot sie ihm die Lehrstelle an. Puschke griff zu.

„Ich hatte viele Möglichkeiten während meiner Lehre“, sagt er. Neben dem Handwerk lernte er auch die aufwändigen Maschinen kennen. Weil sich die Wermelskirchener Tischlerei einen Namen in Praxiseinrichtungen, Ladenbau und Messebau gemacht hat, fand auch ihr Lehrling schnell einen Schwerpunkt in diesem Bereich. „Dadurch konnte ich viel lernen“, sagt er. Planung und Umsetzung, Design und Handwerk: Das gehöre eben alles dazu. Und alles habe ihm gelegen. Aber in dem Moment, in dem er zu bauen beginnt, sei er wirklich in seinem Element.

Auch nach seiner Lehre bleibt Marius Puschke Teil des Teams der Tischlerei Duda. „Es gibt immer noch viel zu lernen“, sagt er. Sein Handwerk bleibt für den frisch gebackenen Gesellen die richtige Entscheidung. „Vielleicht mache ich später noch Fortbildungen und sattle auf“, sagt er, „aber erstmal will ich jetzt noch mehr Erfahrungen sammeln und weiterbauen.“