Wermelskirchen: Handgemachte Musik mit Jodlern

Wermelskirchen: Handgemachte Musik mit Jodlern

Das "DreckPäck" spielte im Markt 57 vor wenigen Zuhörern.

Die Formation "Ratpack", bestehend aus Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr., war um 1960 erfolgreich. Es gibt heute offenbar einige Bands, die sich namentlich am "Ratpack" orientieren. Angekündigt war für Samstag irrtümlicherweise die Formation "TDP - The Dreckpack" im Markt 57 in Dabringhausen. Ort und Zeit waren richtig, aber es spielten "DreckPäck".

Dieses Trio mit dem Zusatz "The voice & the boys" besteht aus Gabriele R. Weber (Gesang, Gitarre, Mandoline), Rainer Diekamp (Gesang, Bass) und Rüdiger Gies (Gesang, Banjo, Gitarre). Seit zwei Jahren spielen die drei zusammen und haben sich der Bluegrass-Musik verschrieben. "Das ist Mountain-Music", sagte Rainer Diekamp, "und passt ja damit prima ins Bergische". Nach dem ersten Titel war klar: Die beherrschen ihre Instrumente, der dreistimmige Gesang ist eine Wucht. Ganz bemerkenswert ist, dass die Musiker keine Anlage benötigen. Keine Verstärker, keine Mikrofone und keine Elektronik. Alles akustisch, handgemacht und live gesungen. Technische Tricks sind damit ausgeschlossen und macht die Qualität noch besser.

Immer gab es kleine Geschichten zu den Titeln oder herrlichen Blödsinn. "Es gibt Titel, da gehört ein Jodler einfach dazu", erklärte Rüdiger Dries. Als Beweis gab es den Soul-Klassiker "Dock of the bay" als Bluegrass-Version tatsächlich mit einem eingebauten "Jolettijo-jolettijo". Auch die Stilrichtung der Cajun-Musik, geprägt durch die französischen Einwanderer in die USA, wurde gespielt. "Jambalaya", ein Titel von Hank Williams und ein großer Hit von Fats Domino sorgte für Südstaatenflair im Bergischen und für beste Stimmung bei acht Besuchern. Mehr waren es zum Konzertbeginn nicht. Es mag viele Gründe geben. Eine unsichere Wetterlage oder vorweihnachtliche Verpflichtungen - an den Musikern kann es nicht gelegen haben. Die spielten frisch auf, mit Spaß und Können. Es wurden später vielleicht 20 Besucher. Wirklich schade für einen schönen Musikabend. Der Kontakt zur Kulturinitiative in Wermelskirchen wurde vermittelt und so könnte diese fröhliche Musik 2018 vielleicht im Haus Eifgen erklingen. www.dreckpaeck.de

(RP)