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Halloween-Kürbisse auf dem Bauernmarkt

Das regnerische Wetter trübt die Freude über die Veranstaltungspremiere : Halloween-Kürbisse auf dem Bauernmarkt

Erstmals veranstaltet der Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ einen Bauernmarkt als Bestandteil des „à la carte“-Wochenendes. Greifvögel, Federvieh und viele regionale Anbieter bereicherten das Treiben, das unter dem Wetter litt.

Von Stephan Singer
Das waren mal ganz andere Klänge, die über das Rhombus-Gelände schallten: Statt E-Gitarre, Bass und Schlagzeug erklang ein Konzert aus „Put-Put“, „Trut-Trut“ und „Kikeriki“ über den Platz. Unter den vor dem Regen schützenden Dächern zweier großer Pavillons hatte der Bergische Nutz- und Geflügelzuchtvereins Wermelskirchen beim ersten vom Stadtmarketingverein organisierten Bauernmarkt eine liebevoll gestaltete Ausstellung von Federvieh aufgebaut. Vom Holländischen Zwerghuhn über Flugenten und Tauben bis hin zu Puten reichte die Bandbreite der 47 präsentierten Vögel. „Am lautesten und beständigsten sind tatsächlich die Puten zu hören“, kommentierte Rüdiger Metzner von den Geflügelzüchtern und fügte mit einem Lachen an: „Die Hähne verabreden sich und krähen abwechselnd.“

 Das regnerische Wetter hielt leider viele Besucher von einem Besuch des Bauernmarktes ab.
Das regnerische Wetter hielt leider viele Besucher von einem Besuch des Bauernmarktes ab. Foto: Jürgen Moll

Sicherlich sei der Aufwand groß, eine solche Ausstellung zu installieren, gestand Metzner ein, aber: „Wir machen ja jährlich eine Ausstellung in Dhünn und sind von daher vorbereitet. Er bedauerte angesichts vielen Mühe, die für alle am Bauernmarkt Beteiligten bereits in den frühen Morgenstunden begann, das regnerische Wetter, das Besucherströme zum Bauernmarkt ausbleiben ließ: „Wir Geflügelzüchter wollen auf unser Hobby und die somit verbundene Vielfalt aufmerksam machen. Dazu gehört auch Verantwortung für artgerechte Tierhaltung und den Erhalt alter Rasse, wie die ‚Bergischen Kräher‘, die wir heute hier ebenso zeigen.“

 Der Lanz-Traktor von Rudolf Linde aus 1944 (der blaue stammt aus 1946) war ein Hingucker.
Der Lanz-Traktor von Rudolf Linde aus 1944 (der blaue stammt aus 1946) war ein Hingucker. Foto: Udo Teifel
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Gut gelaunt schaute sich Besucher Holger Alheite aus Bochum bei den Geflügelzüchtern um und kommentierte das Wilhelm Busch-Zitat „Schwuppdiwupp: Da wird nach oben schon ein Huhn heraufgehoben“, das auf einem der Dekorationsschilder zu lesen war, mit den Worten: „Da haben die vergessen, die Garzeiten mit dran zu schreiben.“

 Reinhard Fiebig präsentierte die Schleiereule Willy.
Reinhard Fiebig präsentierte die Schleiereule Willy. Foto: Udo Teifel

Um Gefiedertes drehte sich genauso das Geschehen am Stand von Reinhard Fiebig und seinen Mitstreitern vom Greifvogel- und Wildschutz-Revier 6 Wermelskirchen sowie der Rhein-Berg-Kreisjägerschaft. „Wir päppeln verunfallte Tiere auf und wildern sie aus“, berichtete Fiebig den faszinierten Besuchern: „Zum Beispiel fallen die bei Sturm aus dem Nest.“ Dabei dürften die Pfleger möglichst wenig Kontakt halten, denn besonders Eulen würden eine anhaltende Bindung zu Menschen aufbauen, was das Auswildern erschwert und im Zweifel gar unmöglich macht. Mit unter anderem „Willy“ präsentierte Reinhard Fiebig eine Schleiereule, die sich von ihrem „Herrchen“ problemlos auf den Arm nehmen ließ.

 Bürgermeisterin Marion Lück mit Liam Jessome, der den Schnitzwettbewerb gewann.
Bürgermeisterin Marion Lück mit Liam Jessome, der den Schnitzwettbewerb gewann. Foto: UDO TEIFEL

Etwas konnte beim Bauernmarkt dann doch das Rufen, Kreischen und Krähen der Geflügeltiere und Greifen übertönen. Laut blubbernd-rumpelnd fuhr Rudolf Linde mit seinem Lanz Bulldog D9506, Baujahr 1944, auf den Platz und reihte sich in die Ausstellung historischer Traktoren ein. Das kraftstrotzende Gefährt zog neugierige Blicke auf sich. „Der Trecker ist älter als ich“, sagte der 66-jährige Linde scherzend zu seiner Ein-Zylinder-Zwei-Takt-Maschine mit gut zehn Litern Hubraum: „Den habe ich komplett zerlegt und ein Jahr lang wieder neu aufgebaut.“  Regionale Anbieter bereicherten das Bauernmarkt-Treiben mit Speis und Trank: Ob lokales Bier, Produkte vom Strauß, Champignon-Zucht, Glühwein oder Kaffee, an Auswahl mangelte es nicht. Die Cocktailbar vom SSV Dhünn hatte sich mit beispielsweise warmem Caipirinha ganz auf die herbstlichen Außentemperaturen eingestellt, „Tante Tonis Quarkmutzen“ am Stand der Wermelskirchener Landfrauen sorgten frisch gebacken für einen lockenden Duft, der sich auf dem Bauernmarkt ausbreitete.

 GabyFiebig mit dem Steinkauz „Speedy“.
GabyFiebig mit dem Steinkauz „Speedy“. Foto: Udo Teifel

Eine große Sammlung von 53 kunstvoll bearbeiteten Kürbissen kam durch den WiW-Aufruf an Wermelskirchener Kinder zusammen, einen Kürbis zu schnitzen und auf dem Rhombus-Gelände abzugeben. „Das ist eine klasse Resonanz und die Kinder sind ganz stolz, wenn sie ihren Kürbis hier vor der Bühne entdecken“, freute sich WiW-Geschäftsführerin Jasmin Riemann, die  mit Bürgermeisterin Marion Lück und Sven Schulte die Jury des  Wettbewerbs bildete.

 53 geschnitzte Kürbis-Werke junger Künstler musste die Jury bewerten.
53 geschnitzte Kürbis-Werke junger Künstler musste die Jury bewerten. Foto: UDO TEIFEL

Als Gewinner konnte sich Liam Jessome mit seinem Lampenfisch-Kürbis über einen Dellmark-Gutschein in Höhe von 50 Euro freuen. Angesichts der tollen Ergebnisse ließ sich der Marketingverein nicht lumpen: Alle Teilnehmer durften sich einen fünf Dellmark-Gutschein abholen.