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Wermelskirchen: Hallenbad sichern, Freibad zu

Wermelskirchen : Hallenbad sichern, Freibad zu

22 Bürger zeigen Interesse fürs Gemeinwohl. Ihre Empfehlungen: Schulstandorte Dhünn und Hünger sollen auf den Prüfstand. Zuschuss für WiW ab September 2012. Stufenweise Einführung von Hallenbenutzungsgebühren.

22 Bürger haben bei der ersten Bürgerbeteiligung anlässlich der Haushaltskonsolidierung ein Meinungsbild abgegeben und den Politikern Empfehlungen ausgesprochen, um das Haushaltsloch zu stopfen. Für sie steht fest: Das Quellenbad soll unbedingt erhalten bleiben; dafür würde man das Freibad Dabringhausen opfern. Für die Bürger hat die Musikschule einen eine hohen Stellenwert, der Zuschuss sollte (leicht) gekürzt werden. Auch die Schulstandorte Dhünn und Hünger, so das Meinungsbild, stehen zur Disposition.

Politik und Stadtverwaltung hatten angesichts der zusammengestellten "Giftliste" den Bürgern das Angebot gemacht, ihre Meinung zu der 66 Punkte umfassenden Liste zu sagen. 26 Anmeldungen für die Bürgerbeteiligung lagen vor, 22 Bürger kamen. Viele davon im Vereinsinteresse. Aber auch solche, die wirklich mitdiskutieren wollten. Bei der eintägigen Veranstaltung wurden in zwei moderierten Workshops Vorschläge erarbeitet.

Die Top-Themen des Tages: Quellenbad, Musikschule, Freibad Dabringhausen, WiW, Hallenbenutzungsgebühren, Schließung von Sportanlagen, Umbau Markt 10, Zuschusskürzung für Kindergärten und Ogatas und Schulstandortschließungen.

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Braucht Wermelskirchen ein Hallenbad? Diese Frage wurde in dem Workshop eindeutig mit Ja beantwortet. "Wir müssen es irgendwie erhalten, notfalls auf niedrigerem Niveau", so Martin Burghoff, der seinen Geburtstag in der siebenstündigen Veranstaltung verbrachte. Die Idee: Eventuell nur auf Lehr- und Vereinssport reduzieren, aber für eine Empfehlung fehlten die Fakten. Auch über eine gestaffelte Erhöhung der Eintrittsgelder sollen die Politiker nachdenken.

Hart war's dagegen für Martina Djenati. Die Vorsitzende musste anhören, dass man aufs Freibad verzichten würde, um das Quellenbad zu erhalten. Obwohl Djenati Einsparpotenzial bis zu 40 000 Euro sah — "wir brauchen dafür aber mehr Zahlen über Betriebskosten."

Kein Umbau Markt 10

Der Umbau von Markt 10 war heiß diskutiert — sogar der Verkauf des Gebäudes wurde vorgeschlagen. Angesichts der Finanzsituation empfahl das Gremium, den Umbau (Kosten: 250 000 Euro) zurückzustellen, um wichtigere Bereiche zu unterstützen.

Wie da aus Sicht der Bürger sind: die Unterstützung der Musikschule. Hier liege ein Bildungsauftrag vor, der nicht von privaten Trägern umfassend erfüllt werden könne. Der jährliche Zuschuss von 191 000 Euro soll aber um 25 000 Euro gekürzt werden. Auch die freiwilligen Zuschüsse für Kindertagesstätten (132 000) und Ogatas (107 000) sollten bleiben. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen forderten die Bürger, über die Zusammenlegung von Schulstandorten nachzudenken. Dhünn und Hünger stehen auf der Schließungsliste nach Bürgermeinung ganz oben.

Edgar Müller (SV 09/35) machte das Angebot, das die Jugendabteilung den Sportplatz Tente übernimmt — unterstützt mit einem kleinen Energiezuschuss. Das freute die Runde. Auch andere Vereine, machte er deutlich, wollten Plätze übernehmen, wie in Pohlhausen und Dabringhausen.

Dass Hallenbenutzungsgebühren die Vereine sehr stark belasten werden, machte Klaus Junge (WTV) deutlich: "Das sind Mehrkosten von 18 000 Euro allein für den WTV, die auf die Mitglieder umgelegt werden müssten." Zudem würden die Übungsleiterzuschüsse gestrichen." Die Vereine sträubten sich aber nicht zu sparen. Die Empfehlung lautete deshalb: eine vorsichtige, stufenweise Erhöhung ab 2013 unter Berücksichtigung der Altersstruktur in den Vereinen.

(RP)